Melanom Therapie: Europäische Leitlinie (Update 2024)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf ASCO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Der chirurgische Sicherheitsabstand bei der Exzision von kutanen Melanomen beträgt 1 bis 2 cm.
  • Eine Schildwächterlymphknoten-Biopsie wird ab 1,0 mm Tumordicke (oder 0,8 mm mit Risikofaktoren) zur Stadieneinteilung empfohlen.
  • Adjuvante Therapien sind ab dem komplett resezierten Stadium IIB indiziert.
  • Bei irresektablem Stadium III/IV ist eine Systemtherapie (PD-1-Antikörper +/- CTLA-4/LAG-3) als Erstlinientherapie Standard.
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Hintergrund

Die aktualisierte europäische Konsensus-Leitlinie (Update 2024) der EADO, EDF und EORTC fasst die aktuellen Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie des kutanen Melanoms zusammen. Therapieentscheidungen sollten primär durch ein interdisziplinäres Tumorboard getroffen werden. Die Leitlinie behält ihre Gültigkeit bis Ende 2026.

Chirurgische Therapie und Diagnostik

Die primäre Therapie des kutanen Melanoms besteht in der vollständigen Exzision.

  • Sicherheitsabstand: 1 bis 2 cm
  • Schildwächterlymphknoten-Biopsie (SLNB): Sollte zur korrekten Stadieneinteilung angeboten werden bei:
    • Tumordicke ≥ 1,0 mm
    • Tumordicke ≥ 0,8 mm mit zusätzlichen histologischen Risikofaktoren
    • Hinweis: Ein eindeutiger Überlebensvorteil ist für dieses Vorgehen bisher nicht belegt.

Adjuvante Therapie

Eine adjuvante Therapie kann bei komplett resezierten Melanomen im Stadium IIB bis IV angeboten werden.

StadiumTherapieoptionenBemerkung
Stadium IIPD-1-InhibitorenEinzige zugelassene Option in diesem Stadium
Stadium IIIAnti-PD-1-Therapie oder Dabrafenib + TrametinibLetzteres nur bei BRAFV600-mutiertem Melanom
Stadium IVNivolumab oder Ipilimumab + NivolumabKombinationstherapie nur für ausgewählte Hochrisiko-Patienten

Neoadjuvante Therapie

Bei Patienten mit klinisch detektierter, makroskopischer und resektabler Erkrankung kann eine neoadjuvante Therapie erwogen werden:

TherapieschemaWeiteres Vorgehen
Ipilimumab + NivolumabKomplette chirurgische Resektion, gefolgt von adjuvanter Therapie (abhängig von pathologischem Ansprechen und BRAF-Status)
PembrolizumabKomplette chirurgische Resektion, gefolgt von adjuvanter Therapie mit Pembrolizumab

Hinweis bei Rezidiven: Tritt ein Rezidiv nach (neo-)adjuvanter Therapie auf, muss die Art der Vortherapie sowie der Zeitpunkt des Rezidivs (unter laufender Therapie vs. nach Therapieende) bei der weiteren Behandlungsplanung zwingend berücksichtigt werden.

Systemtherapie bei irresektablem Stadium III/IV

Bei irresektablen Befunden im Stadium III oder IV ist immer eine Systemtherapie indiziert.

TherapielinieTherapieoptionenIndikation / Bemerkung
1. LiniePD-1-Antikörper (Mono) oder in Kombination mit CTLA-4- / LAG-3-AntikörpernStandardtherapie
1. Linie (Alternativ)BRAF/MEK-InhibitorenIn ausgewählten Fällen bei Vorliegen einer BRAFV600-Mutation
2. LinieBRAF/MEK-InhibitorenBei primärer Resistenz gegen Immuntherapie und BRAFV600-Mutation
Weitere 2. LinieTumorinfiltrierende Lymphozyten (TILs) oder andere ICI-KombinationenICI-Kombinationen, die nicht in der 1. Linie verwendet wurden

💡Praxis-Tipp

Stellen Sie jeden Melanom-Patienten für weitreichende Therapieentscheidungen (insbesondere zur Systemtherapie) primär in einem interdisziplinären Tumorboard vor.

Häufig gestellte Fragen

Ab einer Tumordicke von 1,0 mm oder ab 0,8 mm bei Vorliegen zusätzlicher histologischer Risikofaktoren.
Im komplett resezierten Stadium II sind ausschließlich PD-1-Inhibitoren zugelassen.
PD-1-Antikörper, entweder als Monotherapie oder in Kombination mit CTLA-4- oder LAG-3-Antikörpern. Bei einer BRAFV600-Mutation können in ausgewählten Fällen alternativ BRAF/MEK-Inhibitoren eingesetzt werden.

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