IABP in der Herzchirurgie: AWMF S3-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die intraaortale Ballongegenpulsation (IABP) ist laut der AWMF S3-Leitlinie das weltweit am häufigsten eingesetzte mechanische Kreislaufunterstützungssystem in der Herzchirurgie. Gemäß Leitlinie wird der Ballonkatheter in die Aorta descendens eingebracht und synchron zur Herzaktion gefüllt. Die Leitlinie beschreibt, dass die diastolische Inflation die Koronarperfusion verbessert, während die präsystolische Deflation die linksventrikuläre Nachlast und den myokardialen Sauerstoffverbrauch senkt. Nach aktueller Leitlinienempfehlung wird die IABP zunehmend im Kontext anderer mechanischer Kreislaufunterstützungsverfahren (MCS) wie ECMO oder Mikroaxialpumpen bewertet.

Empfehlungen

Die AWMF S3-Leitlinie unterteilt den Einsatz der IABP in therapeutische und prophylaktische Indikationen.

Therapeutischer Einsatz

Laut Leitlinie soll die IABP bei einem infarktbedingten kardiogenen Schock nicht routinemäßig eingesetzt werden (Empfehlungsgrad A). Im herzchirurgischen Kontext kann der Einsatz jedoch im Heart Team erwogen werden. Bei mechanischen Komplikationen eines akuten Myokardinfarkts, wie einem Ventrikelseptumdefekt, sollte die IABP eingesetzt werden (Empfehlungsgrad B). Bei akuter Dekompensation einer chronischen Herzinsuffizienz empfiehlt die Leitlinie die IABP als Überbrückungsmaßnahme zu definitiven chirurgischen Therapieverfahren (Empfehlungsgrad B). Bei dekompensierten Klappenvitien, akuter Rechtsherzinsuffizienz oder postoperativem Low Cardiac Output Syndrome (LCOS) kann der Einsatz erwogen werden (Empfehlungsgrad 0).

Prophylaktischer Einsatz

Die Leitlinie stuft den prophylaktischen Einsatz bei herzchirurgischen Risikopatienten als starke Empfehlung ein (Empfehlungsgrad A). Gemäß Leitlinie gelten Patienten mit präoperativ eingeschränkter myokardialer Pumpfunktion oder antizipiert erschwertem Weaning von der Herz-Lungen-Maschine als Risikopatienten.

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💡Praxis-Tipp

Zur Entscheidungshilfe beim postoperativen Low Cardiac Output Syndrome (LCOS) empfiehlt die AWMF S3-Leitlinie die Anwendung etablierter Scoring-Systeme, wie beispielsweise des Kamiya-Scores oder des Saeed-Scores, um den potenziellen Nutzen einer IABP-Implantation besser abschätzen zu können.

Häufig gestellte Fragen

Laut der AWMF S3-Leitlinie wird der Einsatz als prophylaktisch definiert, wenn das Device präoperativ oder frühzeitig während der Operation implantiert wird, bevor eine hämodynamische Indikation für ein anderes Unterstützungssystem vorliegt.

Die Leitlinie rät von einem routinemäßigen Einsatz bei infarktbedingtem kardiogenem Schock ab (Empfehlungsgrad A), merkt jedoch an, dass im herzchirurgischen Kontext eine individuelle Entscheidung im Heart Team erwogen werden kann.

Nach aktueller Leitlinienempfehlung sollte die IABP bei mechanischen Komplikationen des akuten Myokardinfarktes, wie einem Papillarmuskelabriss oder einem Ventrikelseptumdefekt, eingesetzt werden (Empfehlungsgrad B).

Gemäß Leitlinie kann der Einsatz der IABP bei akuter Rechtsherzinsuffizienz frühzeitig und ergänzend zur pharmakologischen Therapie erwogen werden, da sie potenziell die rechtsventrikuläre Inotropie steigert und die Nachlast senkt.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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