DEGAM S3-Leitlinie: Akuter Schwindel in der Hausarztpraxis

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DEGAM Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Der HINTS-Test ist essenziell zur Unterscheidung zwischen peripherem und zentralem Schwindel.
  • Der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel (BPLS) ist die häufigste Ursache und wird mit dem Epley-Manöver behandelt.
  • Antivertiginosa wie Dimenhydrinat dürfen nur akut für maximal 3 Tage eingesetzt werden.
  • Bei Red Flags wie vertikalem Nystagmus oder akuten neurologischen Ausfällen ist eine sofortige neurologische Abklärung indiziert.
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Hintergrund

Der akute Schwindel ist ein häufiges Vorstellungsbild in der Hausarztpraxis. Die DEGAM S3-Leitlinie fokussiert sich auf die strukturierte Diagnostik und Therapie. Die häufigste Ursache ist der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel (BPLS). Es müssen jedoch zwingend zentrale Ursachen wie ein Schlaganfall, Multiple Sklerose (MS) oder Tumoren ausgeschlossen werden.

Diagnostik und Differenzialdiagnose

Zur klinischen Unterscheidung zwischen peripheren und zentralen Schwindelursachen ist der HINTS-Test das zentrale diagnostische Instrument.

Für spezifische Krankheitsbilder gelten folgende diagnostische Kriterien:

  • BPLS: Diagnosestellung durch das Dix-Hallpike-Manöver.
  • Neuritis vestibularis: Gekennzeichnet durch akuten Beginn und Nystagmus, jedoch ohne Hörstörung.

Red Flags (Warnzeichen)

Beim Auftreten von Warnzeichen muss umgehend an gefährliche Verläufe gedacht werden.

Warnzeichen (Red Flag)Mögliche Ursache / Lokalisation
Akute neurologische AusfälleSchlaganfall (Stroke)
Vertikaler NystagmusZentrale Genese
Kopfschmerz + SchwindelHirnstamm / Kleinhirn
Akuter HörverlustHörsturz / Labyrinthitis
BewusstseinsstörungSchwere zentrale Pathologie

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Eine Dauermedikation mit Antivertiginosa wird nicht empfohlen.

Indikation / WirkstoffTherapiemaßnahmeBemerkung
BPLSEpley-ManöverErfolgsrate liegt bei >80 %
Neuritis vestibularisFrühzeitige MobilisationErgänzend Vestibularisübungen
DimenhydrinatSymptomatische AkuttherapieMaximal 3 Tage anwenden

Überweisungsindikationen

In bestimmten Fällen ist eine fachärztliche oder klinische Weiterbehandlung zwingend erforderlich:

  • Zentrale Symptome: Sofortige Überweisung in die Neurologie bzw. Stroke-Unit.
  • Hörverlust: Überweisung in die HNO-Heilkunde.
  • Persistierender Schwindel: Bei Dauer >4 Wochen Überweisung an Neurologie oder HNO.
  • Therapierefraktärer BPLS: Fachärztliche Abklärung.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie bei Verdacht auf BPLS immer das Dix-Hallpike-Manöver durch und behandeln Sie direkt im Anschluss mit dem Epley-Manöver. Verordnen Sie Dimenhydrinat streng limitiert für maximal 3 Tage, um die zentrale Kompensation nicht zu behindern.

Häufig gestellte Fragen

Der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel (BPLS) ist die häufigste Ursache in der Hausarztpraxis.
Dimenhydrinat darf nur in der Akutphase für maximal 3 Tage eingesetzt werden. Eine Dauermedikation wird nicht empfohlen.
Warnzeichen (Red Flags) für eine zentrale Ursache sind unter anderem vertikaler Nystagmus, akute neurologische Ausfälle, Bewusstseinsstörungen sowie die Kombination aus Kopfschmerz und Schwindel.
Die Therapie besteht aus einer frühzeitigen Mobilisation kombiniert mit Vestibularisübungen.

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