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Kardiale MRT (CMR): Pocket-Guide Leitlinie (DGK)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die kardiale MRT ist essenziell für die Beurteilung von Ventrikelvolumina, Myokardmasse und regionaler Wandbewegung.
  • Late Gadolinium Enhancement (LGE) ermöglicht die Differenzierung zwischen ischämischen Narben und nicht-ischämischen Kardiomyopathien.
  • Bei einer eGFR < 30 ml/min sind linear aufgebaute Gadolinium-Kontrastmittel wegen der Gefahr einer nephrogenen systemischen Fibrose (NSF) kontraindiziert.
  • Die Ischämiediagnostik erfolgt mittels Adenosin-Perfusion oder Dobutamin-Stress-MRT zur Beurteilung der kontraktilen Reserve.
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Hintergrund

Die kardiale Magnetresonanztomographie (CMR) ist ein zentrales bildgebendes Verfahren in der Kardiologie. Ein wichtiger Aspekt vor jeder Untersuchung ist die MRT-Sicherheit. Neben der Überprüfung von Implantaten (Schrittmacher, Defibrillatoren) muss die Nierenfunktion beachtet werden, um eine nephrogene systemische Fibrose (NSF) durch Gadolinium-haltige Kontrastmittel zu vermeiden.

eGFR (ml/min/1.73m²)Empfehlung Kontrastmittel (KM)Bemerkung
> 60Alle zugelassenen KMKeine NSF-Fälle bei normaler Nierenfunktion
30 - 60Sicherstes KM wählen (zyklisch)Mit Bedacht verwenden
< 30Lineare KM kontraindiziertGgf. Hämodialyse innerhalb von 2h erwägen

Hinweis: Zyklische KM (Dotarem, Gadovist, ProHance) gelten als am sichersten.

Wichtige MRT-Module

Die CMR nutzt verschiedene Sequenzen zur Gewebecharakterisierung und Funktionsbeurteilung:

  • Cine-SSFP: Goldstandard für LV/RV-Volumina, EF und Wandbewegung.
  • Ödem-Modul (T2-gewichtet): Detektion von akutem Myokardschaden (z.B. akuter Infarkt, Myokarditis). Muss vor KM-Gabe erfolgen.
  • Late Gadolinium Enhancement (LGE): Darstellung von Fibrose/Narben. Akquisition ≥ 10 Min. nach KM-Gabe.
  • T2 Quantifizierung:* Standard für das Monitoring einer kardialen Eisenüberladung (z.B. Hämochromatose).

Ischämiediagnostik

Zur Ischämiediagnostik stehen zwei pharmakologische Stress-Verfahren zur Verfügung:

Perfusion (Adenosin)

  • Dosis: 140 µg/kg/min (ggf. Steigerung auf 170-210 µg/kg/min).
  • Kontraindikationen: AV-Block II/III°, Asthma/COPD.
  • Befundung: Nachweis eines induzierbaren Perfusionsdefekts und Korrelation mit LGE (Narbe).

Wandbewegungsstörungen (Dobutamin)

  • Dosis: Steigerung alle 3 Min. (10/20/30/40 µg/kg/min), ggf. + Atropin.
  • Zielherzfrequenz: 0.85 * (220 - Alter).
  • Kontraindikationen: Myasthenia gravis, obstruktive Uropathien/GI-Erkrankungen.
RuheLow-Dose DobutaminHigh-Dose DobutaminDiagnose
NormalNormalIschämie (Wandbewegungsstörung)Ischämie
HypokinetischVerbesserungVerschlechterung (biphasisch)Hibernation / Ischämie
AkinetischKeine ÄnderungKeine ÄnderungTransmurale Narbe

Kardiomyopathien und LGE-Muster

Das Verteilungsmuster des LGE ist entscheidend für die Differenzialdiagnose:

ErkrankungTypischer MRT-Befund / LGE-Muster
Akuter MyokardinfarktÖdem (T2), subendokardiales/transmurales LGE, ggf. mikrovaskuläre Obstruktion (MO).
Dilatative Kardiomyopathie (DCM)Dilatierter LV, typischerweise mid-wall Fibrose.
MyokarditisÖdem (T2), LGE subepikardial oder mid-wall (nicht Koronar-typisch).
SarkoidoseFleckige Granulome im LGE (oft basal lateral), extrakardiale Befunde (Lymphknoten).
AmyloidoseRestriktives Muster, globale Hypertrophie, Myokardsuppression im LGE erschwert, globales subendokardiales LGE.
Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)Asymmetrische Hypertrophie, SAM-Phänomen, LGE oft an den RV-Insertionspunkten.
Tako-Tsubo KardiomyopathieApikales Ballooning, Ödem im Kinetikstörungsbereich, klassischerweise KEIN LGE.

Herztumoren

Kardiale Metastasen sind ca. 1000-mal häufiger als primäre Herztumoren. Die MRT erlaubt eine Gewebecharakterisierung:

TumorartT1-WichtungT2-WichtungLGE
ThrombusHypointens (frisch: hyperintens)HypointensKeine Kontrastaufnahme
MyxomIsointensHyperintensHeterogen
LipomHyperintens (Fett-isointens)HyperintensKeine Kontrastaufnahme
Malignes SarkomHeterogen / IsointensHeterogen / HyperintensHeterogen

💡Praxis-Tipp

Achten Sie bei der LGE-Bildgebung auf die korrekte Inversionszeit (TI). Bei Verdacht auf kardiale Amyloidose ist die Unterdrückung des normalen Myokards oft problematisch, was ein wichtiger diagnostischer Hinweis ist.

Häufig gestellte Fragen

Bei einer eGFR < 30 ml/min sind linear aufgebaute Gadolinium-Kontrastmittel kontraindiziert. Zyklische Kontrastmittel (wie Dotarem, Gadovist, ProHance) gelten als am sichersten.
Ein akuter Myokardinfarkt zeigt in T2-gewichteten Sequenzen ein Myokardödem (Area at risk), welches bei chronischen Narben fehlt.
Das Late Gadolinium Enhancement (LGE) zeigt sich bei Myokarditis typischerweise subepikardial oder mid-wall und entspricht nicht den klassischen Koronarversorgungsgebieten.
Kontraindikationen sind unter anderem Myasthenia gravis, obstruktive Uropathien (z.B. Prostatahyperplasie, Harnstau) sowie obstruktive gastrointestinale Erkrankungen.
Typisch sind eine transiente apikale Akinesie (Ballooning), ein Myokardödem im Bereich der Kinetikstörung und klassischerweise das Fehlen von LGE (keine Narbe).

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