Quetiapin: Pharmakologie & Dosierung (DrugBank)
Hintergrund
Quetiapin ist ein atypisches Antipsychotikum aus der Klasse der Dibenzothiazepine. Es wird in der Psychiatrie zur Behandlung verschiedener Erkrankungen wie Schizophrenie und bipolaren Störungen eingesetzt.
Der Wirkmechanismus beruht auf einem Antagonismus an Serotonin-5-HT2A-, Dopamin-D2-, Histamin-H1- und adrenergen Alpha-1-Rezeptoren. Der aktive Metabolit Norquetiapin wirkt zusätzlich als Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer.
Aufgrund der geringen D2-Affinität verursacht Quetiapin weniger extrapyramidalmotorische Störungen (EPS) als typische Antipsychotika. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Kurzprofil der DrugBank-Datenbank.
Empfehlungen
Das pharmakologische Profil der DrugBank-Datenbank fasst folgende Kernaspekte zusammen:
Indikationen
Quetiapin ist für die Behandlung von Schizophrenie sowie für bipolare Störungen (Manie und Depression) indiziert. Zudem wird es als Zusatztherapie bei der Major Depression (in der Retardform) eingesetzt.
Ein Off-Label-Use erfolgt häufig in niedriger Dosierung bei Insomnie. Bei der Off-Label-Behandlung von Agitation im Rahmen einer Demenz besteht eine ausdrückliche Warnung (Black Box Warning).
Pharmakokinetik
Die orale Bioverfügbarkeit liegt bei etwa 100 %. Die Halbwertszeit beträgt 7 Stunden für die Muttersubstanz und 12 Stunden für den aktiven Metaboliten Norquetiapin.
Der Metabolismus erfolgt über das Enzym CYP3A4. Die maximalen Plasmaspiegel werden nach 1 bis 2 Stunden (unretardiert) bzw. nach 6 Stunden (retardiert) erreicht. Die Retardformulierung (XR) sollte mit Nahrung eingenommen werden.
Unerwünschte Wirkungen
Laut Datenbankprofil können unter anderem folgende Nebenwirkungen auftreten:
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Sedierung und Somnolenz (besonders bei niedrigen Dosen)
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Gewichtszunahme und metabolisches Syndrom (Einfluss auf Glukose und Lipide)
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Orthostatische Hypotension
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Mundtrockenheit und Obstipation
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QT-Zeit-Verlängerung
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Katarakte (Linsentrübungen wurden in Tierversuchen beobachtet)
Interaktionen
Es werden folgende klinisch relevante Wechselwirkungen beschrieben:
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CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol, Clarithromycin): Erhöhen die Quetiapin-Spiegel.
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CYP3A4-Induktoren (z. B. Carbamazepin, Phenytoin): Senken die Spiegel signifikant, was eine bis zu 5-fache Dosiserhöhung erforderlich machen kann.
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ZNS-dämpfende Mittel: Verstärken die Sedierung.
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Antihypertensiva: Führen zu additiver Hypotension.
Dosierung
Das Profil gibt folgende Dosierungshinweise an:
| Indikation | Dosierung | Einnahmehinweis |
|---|---|---|
| Schizophrenie | 150-750 mg/Tag | In verteilten Dosen |
| Bipolare Depression | 300 mg | Zur Nacht (Retardform / XR) |
| Major Depression (Zusatztherapie) | 50-300 mg | Zur Nacht |
| Insomnie (Off-Label) | 25-100 mg | Zur Nacht |
Kontraindikationen
Laut DrugBank-Profil bestehen folgende Kontraindikationen:
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Bekannte Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
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Gleichzeitige Anwendung von starken CYP3A4-Inhibitoren bei hohen Quetiapin-Dosen
Zudem wird vor dem Off-Label-Einsatz bei Agitation im Rahmen einer Demenz gewarnt (Black Box Warning).
💡Praxis-Tipp
Bei der gleichzeitigen Verordnung von starken CYP3A4-Induktoren wie Carbamazepin oder Phenytoin ist besondere Vorsicht geboten. Laut Datenbankprofil können die Quetiapin-Spiegel so stark abfallen, dass eine bis zu fünffache Dosiserhöhung erforderlich werden kann. Zudem wird vor dem Einsatz bei demenzbedingter Agitation ausdrücklich gewarnt.
Häufig gestellte Fragen
Quetiapin wirkt als Antagonist an Serotonin-5-HT2A-, Dopamin-D2-, Histamin-H1- und adrenergen Alpha-1-Rezeptoren. Der aktive Metabolit Norquetiapin hemmt zudem die Noradrenalin-Wiederaufnahme.
Laut dem pharmakologischen Profil weist Quetiapin eine geringe Affinität zu Dopamin-D2-Rezeptoren auf. Dies führt zu einem geringeren Risiko für extrapyramidalmotorische Störungen im Vergleich zu typischen Antipsychotika.
Die Retardformulierung (XR) sollte laut Datenbankprofil zusammen mit Nahrung eingenommen werden. Bei der unretardierten Form (IR) wird kein spezifischer Hinweis zur Nahrungsaufnahme gegeben.
Insbesondere bei niedrigen Dosierungen treten häufig Sedierung und Somnolenz auf. Diese Eigenschaft wird teilweise im Off-Label-Use zur Behandlung von Insomnie genutzt.
Starke CYP3A4-Inhibitoren wie Ketoconazol oder Clarithromycin erhöhen die Quetiapin-Spiegel im Blut. Bei hohen Quetiapin-Dosen ist die gleichzeitige Gabe solcher Inhibitoren kontraindiziert.
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Quelle: DrugBank: Quetiapine - Pharmacological Profile (DrugBank Open Data, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.