Asthma-Management: GINA-Leitlinie 2024

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf GINA Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Eine SABA-Monotherapie wird nicht mehr empfohlen; alle Patienten benötigen eine ICS-haltige Therapie.
  • Track 1 (bevorzugt) nutzt niedrigdosiertes ICS-Formoterol als Bedarfs- und Erhaltungstherapie (MART).
  • Die Diagnose erfordert den Nachweis variabler respiratorischer Symptome und einer variablen exspiratorischen Atemflusslimitierung.
  • Die Asthmakontrolle wird anhand der Symptome der letzten 4 Wochen und der Risikofaktoren für Exazerbationen beurteilt.
  • Bei akuten Exazerbationen sind SABA, systemische Kortikosteroide und titrierter Sauerstoff die Basis der Akuttherapie.
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Hintergrund

Asthma ist eine chronische Atemwegserkrankung, die durch eine chronische Atemwegsentzündung und eine variable exspiratorische Atemflusslimitierung gekennzeichnet ist. Die GINA-Leitlinie 2024 betont einen Paradigmenwechsel: Eine SABA-Monotherapie wird aus Sicherheitsgründen nicht mehr empfohlen, da sie das Risiko für schwere Exazerbationen, eine Verschlechterung der Lungenfunktion und asthmabedingte Todesfälle erhöht. Jeder Patient (Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 6 Jahren) benötigt eine ICS-haltige Therapie.

Diagnostik

Die Diagnose basiert auf zwei Hauptkriterien: einer Anamnese mit typischen variablen Symptomen (Giemen, Atemnot, Engegefühl, Husten) und dem objektiven Nachweis einer Atemflusslimitierung.

KriteriumErwachsene & JugendlicheKinder (6-11 Jahre)
Bronchodilatator-ReversibilitätFEV1 oder FVC steigt um ≥12% UND ≥200 mlFEV1 steigt um ≥12% des Sollwerts
PEF-Variabilität (täglich, über 2 Wochen)>10%>13%
Ansprechen auf ICS (nach 4 Wochen)FEV1/FVC steigt um ≥12% UND ≥200 mlFEV1 steigt um ≥12% des Sollwerts

Beurteilung der Asthmakontrolle

Die Kontrolle wird bei jedem Besuch bewertet und umfasst die Symptomkontrolle der letzten 4 Wochen sowie die Identifikation von Risikofaktoren für Exazerbationen.

Symptom (letzte 4 Wochen)Gut kontrolliertTeilweise kontrolliertUnkontrolliert
Tagessymptome >2x/Woche?Nein zu allem1-2 Kriterien erfüllt3-4 Kriterien erfüllt
Nächtliches Erwachen?
SABA-Bedarf >2x/Woche?
Aktivitätseinschränkung?

Therapie: Erwachsene und Jugendliche (ab 12 Jahren)

Die GINA-Leitlinie teilt die Therapie in zwei Pfade (Tracks) ein. Track 1 wird bevorzugt, da er das Risiko schwerer Exazerbationen im Vergleich zu Track 2 signifikant senkt und das Therapieregime vereinfacht.

StufeTrack 1 (Bevorzugt: ICS-Formoterol als Bedarf)Track 2 (Alternativ: SABA oder ICS-SABA als Bedarf)
Stufe 1 & 2Niedrigdosiertes ICS-Formoterol bei BedarfNiedrigdosiertes ICS täglich + SABA bei Bedarf (oder ICS bei SABA-Nutzung)
Stufe 3Niedrigdosiertes ICS-Formoterol als MART (Erhaltung + Bedarf)Niedrigdosiertes ICS-LABA täglich + SABA bei Bedarf
Stufe 4Mitteldosiertes ICS-Formoterol als MARTMittel-/Hochdosiertes ICS-LABA täglich + SABA bei Bedarf
Stufe 5LAMA add-on, Überweisung zur Phänotypisierung (Biologika)LAMA add-on, Überweisung zur Phänotypisierung (Biologika)

Hinweis: MART = Maintenance-and-Reliever Therapy.

Therapie: Kinder (6-11 Jahre)

Auch bei Kindern ist eine ICS-Therapie essenziell. Die Therapie wird stufenweise angepasst.

StufeBevorzugte Therapie
Stufe 1Niedrigdosiertes ICS immer zusammen mit SABA-Bedarf
Stufe 2Tägliches niedrigdosiertes ICS + SABA bei Bedarf
Stufe 3Niedrigdosiertes ICS-LABA ODER mitteldosiertes ICS ODER sehr niedrigdosiertes ICS-Formoterol (MART)
Stufe 4Überweisung an Experten ODER mitteldosiertes ICS-LABA ODER niedrigdosiertes ICS-Formoterol (MART)
Stufe 5Überweisung zur Phänotypisierung, ggf. Biologika (z.B. Anti-IgE, Anti-IL5)

Management von Exazerbationen (Primary Care)

Bei einer Exazerbation muss die Schwere sofort beurteilt werden. Bei Zeichen einer lebensbedrohlichen Exazerbation (schläfrig, verwirrt, "silent chest") ist ein sofortiger Transfer in eine Akutklinik erforderlich.

Therapie der leichten bis mittelschweren Exazerbation:

  • SABA: 4-10 Hübe via pMDI + Spacer, alle 20 Minuten für 1 Stunde wiederholen.
  • Systemische Kortikosteroide: Erwachsene 40-50 mg Prednisolon (für 5-7 Tage); Kinder 1-2 mg/kg bis max. 40 mg (für 3-5 Tage).
  • Sauerstoff: Ziel-Sättigung 93-95% (Erwachsene), 94-98% (Kinder).

Nach einer Exazerbation sollte die Erhaltungstherapie überprüft und ggf. für 1-2 Wochen (oder dauerhaft) intensiviert werden. Ein Follow-up ist bei Erwachsenen innerhalb von 2-7 Tagen, bei Kindern innerhalb von 1-2 Tagen obligatorisch.

💡Praxis-Tipp

Überprüfen Sie bei jedem Arztkontakt die Inhalationstechnik und die Adhärenz, bevor Sie die Therapiestufe erhöhen. Verschreiben Sie SABA niemals als Monotherapie, sondern nutzen Sie bevorzugt ICS-Formoterol als Bedarfsmedikation (Track 1).

Häufig gestellte Fragen

Die alleinige SABA-Nutzung behandelt die zugrundeliegende Atemwegsentzündung nicht. Sie erhöht das Risiko für schwere Exazerbationen, eine Verschlechterung der Lungenfunktion und asthmabedingte Todesfälle.
MART steht für Maintenance-and-Reliever Therapy. Dabei wird ein einziges Inhalat (ICS-Formoterol) sowohl für die tägliche Erhaltungstherapie als auch zur akuten Symptomlinderung bei Bedarf eingesetzt.
Ein Step-down kann erwogen werden, wenn das Asthma für mindestens 2-3 Monate gut kontrolliert ist. Die ICS-Dosis sollte um 25-50% reduziert werden. ICS darf bei Erwachsenen und Jugendlichen jedoch nie komplett abgesetzt werden.
Mit 4-10 Hüben SABA alle 20 Minuten (für 1 Stunde), systemischen Kortikosteroiden (z.B. 40-50 mg Prednisolon für 5-7 Tage bei Erwachsenen) und titrierter Sauerstoffgabe (Ziel-SpO2 93-95%).
Ja, unbedingt. Asthma-Exazerbationen erhöhen das Risiko für Frühgeburten und perinatale Mortalität. ICS und Beta-2-Agonisten sind sicher und sollten in der Schwangerschaft nicht abgesetzt werden.

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