COPD Leitlinie 2024: Diagnostik & Therapie (GOLD)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf GOLD Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Diagnose der COPD erfordert zwingend eine Spirometrie mit einem Post-Bronchodilatator-Quotienten FEV1/FVC < 0,7.
  • Die neue Einteilung erfolgt in die Gruppen A, B und E, wobei Gruppe E Patienten mit hohem Exazerbationsrisiko zusammenfasst.
  • Die initiale Therapie der Gruppen B und E besteht bevorzugt aus einer dualen Bronchodilatation (LABA + LAMA).
  • Inhalative Kortikosteroide (ICS) werden primaer bei Patienten mit haeufigen Exazerbationen und Bluteosinophilen >= 300 Zellen/µL empfohlen.
  • Raucherentwoehnung, Impfungen (inkl. RSV) und pulmonale Rehabilitation sind essenzielle nicht-medikamentoese Bausteine.
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Hintergrund

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine heterogene Erkrankung, die durch chronische respiratorische Symptome (Dyspnoe, Husten, Auswurf) und persistierende Atemwegsobstruktion gekennzeichnet ist. Die Pathogenese beruht auf Gen-Umwelt-Interaktionen ueber die Lebenszeit (GETomics), wobei Tabakkonsum und Luftverschmutzung die Hauptrisikofaktoren darstellen.

Diagnostik und Initiale Beurteilung

Die Diagnose einer COPD sollte bei Patienten mit chronischer Dyspnoe, Husten, Auswurf oder rezidivierenden Atemwegsinfekten sowie entsprechender Risikofaktor-Exposition in Betracht gezogen werden.

Zwingende Voraussetzung fuer die Diagnosestellung ist eine Spirometrie, die eine nicht vollstaendig reversible Atemwegsobstruktion nachweist: Post-Bronchodilatator FEV1/FVC < 0,7.

Nach der Diagnose erfolgt die Beurteilung in drei Schritten:

  1. Schweregrad der Atemwegsobstruktion (GOLD 1-4)
  2. Symptomlast (mMRC oder CAT-Score)
  3. Exazerbationsrisiko (Historie)
GOLD-GradSchweregradFEV1 (% des Sollwerts)
GOLD 1Leicht>= 80 %
GOLD 2Mittelgradig50 - 79 %
GOLD 3Schwer30 - 49 %
GOLD 4Sehr schwer< 30 %

Die neue ABE-Klassifikation

Die GOLD-Leitlinie 2024 nutzt das ABE-Schema zur initialen Therapieentscheidung. Die frueheren Gruppen C und D wurden zur Gruppe E (Exazerbationen) zusammengefasst, um die klinische Relevanz von Exazerbationen unabhaengig von der Symptomlast zu betonen.

GOLD-GruppeExazerbationshistorie (pro Jahr)Symptomlast
A0 oder 1 (ohne Hospitalisierung)mMRC 0-1 oder CAT < 10
B0 oder 1 (ohne Hospitalisierung)mMRC >= 2 oder CAT >= 10
E>= 2 moderat ODER >= 1 mit HospitalisierungUnabhaengig von Symptomen

Initiale medikamentoese Therapie

Die Wahl der initialen Pharmakotherapie richtet sich nach der ABE-Klassifikation.

GruppeEmpfohlene InitialtherapieBemerkung
ABronchodilatatorKurz- oder langwirksam (SABA/SAMA oder LABA/LAMA).
BLABA + LAMABevorzugte Therapie, da ueberlegen gegenueber Monotherapie.
ELABA + LAMABevorzugte Therapie zur Exazerbationspraevention.
E (Sonderfall)LABA + LAMA + ICSErwaegen bei Bluteosinophilen >= 300 Zellen/µL.

Hinweis: Die Kombination LABA + ICS wird bei COPD nicht mehr empfohlen. Wenn eine Indikation fuer ICS besteht, ist die Triple-Therapie (LABA + LAMA + ICS) ueberlegen.

Verlaufstherapie und Anpassung

Die Verlaufstherapie orientiert sich an den dominierenden Treatable Traits (behandelbaren Merkmalen): Dyspnoe oder Exazerbationen. Vor jeder Therapieeskalation muessen Inhalationstechnik, Adhaerenz und Komorbiditaeten ueberprueft werden.

Algorithmus bei persistierender Dyspnoe

  • Monotherapie (LABA oder LAMA): Eskalation auf LABA + LAMA.
  • Unter LABA + LAMA: Wechsel des Inhalators oder Wirkstoffs erwaegen. Ursachen abseits der COPD abklaeren.

Algorithmus bei persistierenden Exazerbationen

  • Monotherapie (LABA oder LAMA): Eskalation auf LABA + LAMA.
  • Unter LABA + LAMA:
    • Bei Bluteosinophilen >= 100 Zellen/µL: Eskalation auf LABA + LAMA + ICS.
    • Bei Bluteosinophilen < 100 Zellen/µL: ICS nicht empfohlen.
  • Unter Triple-Therapie (LABA + LAMA + ICS):
    • Roflumilast addieren (bei FEV1 < 50 % und chronischer Bronchitis).
    • Makrolid (z.B. Azithromycin) addieren (insbesondere bei Nicht-Rauchern).

Biomarker: Bluteosinophile

Die Eosinophilenzahl im Blut praediziert das Ansprechen auf inhalative Kortikosteroide (ICS) zur Exazerbationspraevention:

  • < 100 Zellen/µL: Geringe bis keine Wahrscheinlichkeit fuer einen ICS-Nutzen.
  • >= 300 Zellen/µL: Hoechste Wahrscheinlichkeit fuer einen klinischen Nutzen von ICS.

Nicht-medikamentoese Therapie

Nicht-medikamentoese Massnahmen sind essenziell und verbessern die Prognose sowie Lebensqualitaet signifikant.

  • Raucherentwoehnung: Wichtigste Massnahme zur Beeinflussung des Krankheitsverlaufs.
  • Pulmonale Rehabilitation: Verbessert Belastungstoleranz, Symptome und Lebensqualitaet ueber alle Schweregrade hinweg.
  • Impfungen: Empfohlen werden Impfungen gegen Influenza, Pneumokokken, COVID-19, Tdap (Tetanus, Diphtherie, Pertussis), Herpes Zoster und RSV (fuer Patienten > 60 Jahre).
  • Langzeit-Sauerstofftherapie (LTOT): Indiziert bei schwerer chronischer Hypoxaemie (PaO2 <= 55 mmHg oder < 60 mmHg bei Cor pulmonale/Polyglobulie). Verbessert das Ueberleben.
  • Nicht-invasive Beatmung (NIV): Kann bei schwerer chronischer Hyperkapnie und kuerzlicher Hospitalisierung wegen akutem Atemversagen die Mortalitaet senken.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie die Eosinophilenzahl im Blut als Biomarker: Bei Werten < 100 Zellen/µL ist ein Nutzen von ICS unwahrscheinlich, bei >= 300 Zellen/µL profitieren Patienten mit Exazerbationen am meisten.

Häufig gestellte Fragen

Die Diagnose erfordert eine passende Anamnese (Symptome, Risikofaktoren) und zwingend den spirometrischen Nachweis einer nicht vollstaendig reversiblen Atemwegsobstruktion (FEV1/FVC < 0,7 nach Bronchodilatation).
Die Gruppe E fasst die frueheren Gruppen C und D zusammen und beinhaltet alle Patienten mit hohem Exazerbationsrisiko (>= 2 moderate oder >= 1 schwere Exazerbation pro Jahr), unabhaengig von der Symptomlast.
ICS sollten als Triple-Therapie (LABA+LAMA+ICS) bei Patienten der Gruppe E mit Bluteosinophilen >= 300 Zellen/µL initial oder im Verlauf bei anhaltenden Exazerbationen unter LABA+LAMA und Eosinophilen >= 100 Zellen/µL eingesetzt werden.
Empfohlen werden Impfungen gegen Influenza, Pneumokokken, COVID-19, Tdap (Tetanus, Diphtherie, Pertussis), Herpes Zoster und neu auch gegen RSV (fuer Patienten > 60 Jahre).

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