S3-Leitlinie: Hepatozelluläres Karzinom (HCC) Risikofaktoren
Hintergrund
Das primäre Leberzellkarzinom (HCC) ist der weltweit häufigste maligne Lebertumor. Laut der S3-Leitlinie zum Hepatozellulären Karzinom (2024) steigt die Inzidenz in der westlichen Welt deutlich an. Als Hauptursachen nennt die Leitlinie chronische Hepatitis-C-Virus (HCV)-Infektionen sowie die Zunahme von stoffwechselbedingten Lebererkrankungen (MASLD und MASH). Die Leitlinie betont, dass eine Leberzirrhose unabhängig von ihrer Ätiologie den wichtigsten Risikofaktor für die Entwicklung eines HCC darstellt.
Empfehlungen
Primäre und sekundäre Prävention
Gemaess der Leitlinie wird die Hepatitis-B-Impfung nach STIKO-Vorgaben als primäre Präventionsmaßnahme empfohlen (starker Konsens). Zudem rät die Leitlinie dazu, die Ursachen einer chronischen Lebererkrankung konsequent zu behandeln. Nach aktueller Leitlinienempfehlung sollte Patienten mit chronischen Lebererkrankungen der Konsum von Kaffee empfohlen werden, da dies mit einer Risikoreduktion assoziiert ist. Bei Vorliegen eines nichtinsulinabhängigen Diabetes mellitus sollte laut Expertenkonsens eine Behandlung mit Metformin geprüft werden. Die Leitlinie spricht sich zudem strikt für eine Alkoholabstinenz aus.
Früherkennung und Screening
Die AWMF S3-Leitlinie empfiehlt eine regelmäßige HCC-Früherkennung mittels Ultraschalluntersuchung der Leber alle 6 Monate (starke Empfehlung). Diese Maßnahme richtet sich laut Leitlinie an Patienten mit Leberzirrhose im Stadium Child-Pugh A und B sowie an Patienten auf der Warteliste für eine Lebertransplantation. Bei chronischer Hepatitis-B-Infektion wird ein Screening ab einem PAGE-B Score von 10 empfohlen. Die Leitlinie stuft die zusätzliche Bestimmung des Tumormarkers AFP als offene Empfehlung ein.
Kontraindikationen
Laut Leitlinie ist bei der Gabe von Metformin zur HCC-Risikosenkung auf Kontraindikationen wie ein chronisches Nierenversagen mit einer höhergradig reduzierten glomerulären Filtrationsrate zu achten. Eine Leberzirrhose stellt laut Expertenkonsens jedoch keinen Grund zur Beendigung einer Metformin-Therapie dar.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass bei Patienten mit chronischer Lebererkrankung das Fibrosestadium wiederholt erhoben werden sollte, um das individuelle HCC-Risiko im Verlauf besser einschätzen zu können.
Häufig gestellte Fragen
Die S3-Leitlinie empfiehlt die Früherkennung für Patienten mit Leberzirrhose im Stadium Child-Pugh A und B, für Patienten auf der Lebertransplantations-Warteliste sowie bei chronischer Hepatitis B ab einem PAGE-B Score von 10.
Gemaess der Leitlinie soll alle 6 Monate eine Ultraschalluntersuchung der Leber erfolgen. Die zusätzliche Bestimmung des AFP-Wertes kann laut Leitlinie ergänzend erwogen werden.
Nach aktueller Leitlinienempfehlung ist Kaffeekonsum bei chronischen Lebererkrankungen mit einem verminderten Risiko für eine Fibrose-Progression und einer HCC-Risikoreduktion assoziiert, weshalb er den Patienten empfohlen werden sollte.
Laut Leitlinie profitieren Patienten mit Leberzirrhose und Diabetes von einer Fortführung der Metformin-Therapie, sofern keine anderen Kontraindikationen wie eine schwere Niereninsuffizienz vorliegen.
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Quelle: S3-Leitlinie Hepatozelluläres Karzinom und biliäre Karzinome v5.2 (2024) (Leitlinienprogramm Onkologie, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.