Triage-Leitlinie bei Ressourcenknappheit auf der Intensivstation
Hintergrund
Die Society of Critical Care Medicine (SCCM) hat 2022 eine Leitlinie zur Allokation von Intensivressourcen bei Erwachsenen während krisenhafter Engpässe veröffentlicht.
Laut Leitlinie ist eine effiziente Verteilung knapper intensivmedizinischer Ressourcen essenziell, um in Krisenzeiten möglichst viele Leben zu retten. Ziel war es, evidenzbasierte statt rein expertenbasierte Empfehlungen für die Triage von kritisch kranken, intensivpflichtigen Patienten zu entwickeln.
Die Leitliniengruppe der SCCM bestand aus einem 21-köpfigen, multidisziplinären Panel. Gemäß den Angaben umfasste dieses Gremium ärztliches und pflegerisches Personal, Juristen, Ethiker, Atemtherapeuten sowie Patienten- und Angehörigenvertreter. Die Entwicklung erfolgte unter Einbezug von zwei Methodik-Experten und basierte auf der GRADE-Methodik (Grading of Recommendations, Assessment, Development, and Evaluation).
Empfehlungen
Die SCCM-Leitlinie formulierte fünf grundlegende PICO-Fragen (Patient, Intervention, Comparator, Outcomes) zur Triage und Allokation.
Nach systematischer Literaturrecherche und Bewertung nach der GRADE-Methodik ergab sich laut Leitlinie folgendes Bild zur Evidenzlage:
- Es wurde eine bedingte Empfehlung (conditional recommendation) ausgesprochen.
- Für fünf Bereiche wurden keine Empfehlungen (no recommendation statements) abgegeben.
- Zusätzlich wurden laut SCCM-Panel sogenannte "Good Practice"-Statements formuliert, um zusätzliche Orientierung zu bieten.
Die Leitlinie schlussfolgert, dass krisenhafte Engpässe die Patientenversorgung erheblich stören. Trotz der wichtigen Rolle der Triage zur Minimierung negativer Outcomes weist die Leitlinie darauf hin, dass ein erheblicher Mangel an harter Evidenz besteht, um Praxisempfehlungen für diese kritischen klinischen Szenarien zu stützen. Die Praxis stützt sich in diesen Fällen laut Panel oft weiterhin auf Expertenmeinungen.
💡Praxis-Tipp
Laut SCCM-Leitlinie sollten klinische Entscheidungen zur Triage auf evidenzbasierten Prozessen beruhen, auch wenn die aktuelle Studienlage für viele kritische Szenarien noch unzureichend ist und durch Good-Practice-Statements ergänzt werden muss.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie richtet sich an Behandlungsteams, die kritisch kranke Erwachsene während krisenhafter Engpässe auf der Intensivstation triagieren müssen.
Laut SCCM-Leitlinie wurden die Empfehlungen von einem multidisziplinären Panel unter strenger Einhaltung der GRADE-Methodik und von Interessenkonflikt-Richtlinien entwickelt.
Gemäß der Leitlinie konnte aufgrund mangelnder Evidenz keine starke Empfehlung ausgesprochen werden; es ergaben sich lediglich eine bedingte Empfehlung und fünf Statements ohne Empfehlung.
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Quelle: Guidelines for the Allocation of Critical Care Resources During Crisis-Level Shortages (SCCM, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.