Darmkrebs-Screening: USPSTF-Leitlinie 2021
📋Auf einen Blick
- •Das Screening auf kolorektales Karzinom wird für alle Erwachsenen zwischen 50 und 75 Jahren stark empfohlen (Grad A).
- •Für Erwachsene im Alter von 45 bis 49 Jahren wird das Screening ebenfalls empfohlen (Grad B).
- •Bei Personen zwischen 76 und 85 Jahren ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich (Grad C).
- •Die Zielgruppe umfasst asymptomatische Erwachsene mit durchschnittlichem Risiko ohne genetische Vorbelastung oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.
Hintergrund
Das kolorektale Karzinom ist die dritthäufigste Krebstodesursache bei Männern und Frauen in den USA. Die meisten Diagnosen werden bei Personen im Alter von 65 bis 74 Jahren gestellt. Jedoch treten schätzungsweise 10,5 % der neuen Fälle bei Personen unter 50 Jahren auf. Die Inzidenz bei Erwachsenen zwischen 40 und 49 Jahren ist von 2000-2002 bis 2014-2016 um fast 15 % gestiegen.
Zielgruppe
Die Empfehlungen der USPSTF richten sich an asymptomatische Erwachsene ab 45 Jahren mit durchschnittlichem Risiko. Ausgeschlossen von dieser spezifischen Leitlinie sind Patienten mit:
- Vorheriger Diagnose eines kolorektalen Karzinoms oder adenomatöser Polypen
- Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED)
- Bekannten genetischen Erkrankungen mit hohem Lebenszeitrisiko (z. B. Lynch-Syndrom oder familiäre adenomatöse Polyposis [FAP])
Screening-Empfehlungen nach Alter
Die USPSTF hat die Empfehlungen basierend auf dem Alter der Patienten gestaffelt:
| Altersgruppe | Empfehlung | Evidenzgrad | Erwarteter Netto-Nutzen |
|---|---|---|---|
| 45–49 Jahre | Screening wird empfohlen | Grad B | Moderat (moderate Sicherheit) |
| 50–75 Jahre | Screening wird allen Erwachsenen empfohlen | Grad A | Erheblich (hohe Sicherheit) |
| 76–85 Jahre | Selektives Angebot; individuelle Entscheidung | Grad C | Gering (moderate Sicherheit) |
Besonderheiten bei älteren Patienten (76–85 Jahre)
Bei der individuellen Entscheidung für ein Screening in dieser Altersgruppe sollten folgende Faktoren berücksichtigt werden:
- Allgemeiner Gesundheitszustand des Patienten
- Bisherige Screening-Historie (Erwachsene, die noch nie gescreent wurden, profitieren eher)
- Präferenzen des Patienten
💡Praxis-Tipp
Sprechen Sie asymptomatische Patienten bereits ab 45 Jahren aktiv auf das Darmkrebs-Screening an, da die Inzidenz in dieser Altersgruppe signifikant gestiegen ist.