Screening Prädiabetes und Typ-2-Diabetes: USPSTF Leitlinie
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf der Kurzfassung der Leitlinie der US Preventive Services Task Force (USPSTF) aus dem Jahr 2021. Typ-2-Diabetes und seine Vorstufe, der Prädiabetes, gehören zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen weltweit und sind mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko assoziiert.
Ein frühzeitiges Screening ermöglicht es, Betroffene rechtzeitig zu identifizieren und durch Lebensstilinterventionen oder medikamentöse Maßnahmen eine Progression zum manifesten Diabetes zu verhindern. Die USPSTF bewertet den Nutzen dieses Screenings für bestimmte Risikogruppen als moderat bis substanziell.
Empfehlungen
Die USPSTF-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zum Screening auf Prädiabetes und Typ-2-Diabetes:
Indikation und Zielgruppe
Es wird ein Screening für Erwachsene im Alter von 35 bis 70 Jahren empfohlen, die übergewichtig oder adipös sind (Empfehlungsgrad B). Bei Vorliegen zusätzlicher Risikofaktoren sollte laut Leitlinie ein früheres Screening erwogen werden.
Zu diesen Risikofaktoren zählen unter anderem:
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Ein Body-Mass-Index (BMI) ≥ 25 (bei asiatisch-amerikanischen Personen ≥ 23)
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Eine positive Familienanamnese für Diabetes
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Ein Zustand nach Gestationsdiabetes oder ein polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)
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Körperliche Inaktivität
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Bestimmte ethnische Zugehörigkeiten (z. B. afroamerikanisch, hispanisch, asiatisch-amerikanisch)
Diagnostik und Intervalle
Für das Screening werden Nüchternglukose, HbA1c oder ein oraler Glukosetoleranztest (OGTT) als geeignete Methoden genannt. Bei einem unauffälligen initialen Testergebnis wird ein Screening-Intervall von drei Jahren empfohlen.
Intervention bei Prädiabetes
Wird ein Prädiabetes diagnostiziert, empfiehlt die Leitlinie das Angebot oder die Überweisung zu einer intensiven Lebensstilintervention. Diese sollte mindestens 16 Sitzungen über einen Zeitraum von 6 Monaten umfassen.
Als Ziele der Intervention werden ein Gewichtsverlust von 5 bis 7 Prozent sowie 150 Minuten körperliche Aktivität pro Woche definiert. Metformin kann laut Leitlinie als ergänzende medikamentöse Maßnahme erwogen werden.
Klassifikation der USPSTF-Empfehlungsgrade
Die Leitlinie verwendet das folgende System zur Einstufung der Empfehlungen:
| Grad | Bedeutung | Empfehlung |
|---|---|---|
| A | Hohe Sicherheit für einen substanziellen Nettonutzen | Starke Empfehlung |
| B | Hohe Sicherheit für moderaten Nutzen oder moderate Sicherheit für moderaten bis substanziellen Nutzen | Empfehlung |
| C | Moderate Sicherheit für einen geringen Nutzen | Individuelle Entscheidung |
| D | Moderate/hohe Sicherheit für fehlenden Nutzen oder Überwiegen der Risiken | Keine Empfehlung / Abraten |
| I | Unzureichende Evidenz zur Beurteilung von Nutzen und Risiken | Keine Aussage möglich |
💡Praxis-Tipp
Bei asiatisch-amerikanischen Personen wird laut Leitlinie ein niedrigerer BMI-Grenzwert von ≥ 23 für die Risikostratifizierung angesetzt. Es wird zudem betont, dass bei der Diagnose eines Prädiabetes nicht nur eine kurze Beratung, sondern eine strukturierte, intensive Lebensstilintervention mit mindestens 16 Sitzungen erfolgen sollte.
Häufig gestellte Fragen
Die USPSTF empfiehlt das Screening bei übergewichtigen oder adipösen Erwachsenen ab einem Alter von 35 Jahren bis zum 70. Lebensjahr. Bei Vorliegen weiterer Risikofaktoren kann ein früheres Screening erwogen werden.
Laut Leitlinie sind die Bestimmung der Nüchternglukose, der HbA1c-Wert oder ein oraler Glukosetoleranztest (OGTT) als Screening-Methoden gleichermaßen akzeptabel.
Wenn der initiale Test unauffällig ausfällt, wird gemäß der Leitlinie ein Screening-Intervall von drei Jahren empfohlen.
Es wird eine intensive Lebensstilintervention mit dem Ziel eines Gewichtsverlusts von 5 bis 7 Prozent und 150 Minuten Bewegung pro Woche empfohlen. Ergänzend kann eine Therapie mit Metformin erwogen werden.
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Quelle: USPSTF: Prediabetes and Type 2 Diabetes: Screening (Grade B, 2021) (US Preventive Services Task Force, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.