Psychopharmaka: WHO Essential Medicines List 2023
Hintergrund
Die "Model List of Essential Medicines" (EML) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) identifiziert die wirksamsten, sichersten und kosteneffizientesten Medikamente für prioritäre Erkrankungen. Die 23. Ausgabe aus dem Jahr 2023 dient weltweit als Leitfaden für die Entwicklung nationaler Arzneimittelverzeichnisse und Beschaffungsentscheidungen.
Sektion 13 der Liste widmet sich den psychotherapeutischen Medikamenten. Sie umfasst insgesamt 13 essenzielle Wirkstoffe aus den Bereichen Antidepressiva, Antipsychotika, Anxiolytika, Phasenprophylaktika sowie Medikamente zur Behandlung von Substanzgebrauchsstörungen.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Kurzprofil der Sektion 13 der WHO EML 2023.
Empfehlungen
Die WHO-Leitlinie klassifiziert die essenziellen Psychopharmaka in verschiedene Indikationsgruppen. Es werden spezifische Wirkstoffe als Standardtherapien für die globale Gesundheitsversorgung empfohlen.
Antidepressiva und Anxiolytika
Laut der Liste werden folgende Medikamente als essenziell eingestuft:
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Amitriptylin als Vertreter der trizyklischen Antidepressiva (TCA)
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Fluoxetin als Vertreter der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)
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Diazepam für die kurzzeitige Behandlung von Angstzuständen sowie bei Status epilepticus
Antipsychotika
Die Leitlinie führt sowohl typische als auch atypische Antipsychotika auf:
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Chlorpromazin und Haloperidol als typische Antipsychotika
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Risperidon als atypisches Antipsychotikum
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Clozapin wird als Ergänzungsmedikament spezifisch für die therapieresistente Schizophrenie gelistet
Bipolare Störungen und Suchterkrankungen
Für die Behandlung bipolarer Störungen empfiehlt die WHO Carbamazepin, Lithiumcarbonat und Valproinsäure.
Bei Substanzgebrauchsstörungen werden Methadon und Buprenorphin für die Opioidabhängigkeit als essenziell bewertet. Zur Raucherentwöhnung wird eine Nikotinersatztherapie empfohlen.
Dosierung
Die WHO EML 2023 gibt für die gelisteten Psychopharmaka folgende Darreichungsformen und Wirkstärken an:
| Wirkstoff | Indikationsgruppe | Darreichungsform | Wirkstärke |
|---|---|---|---|
| Amitriptylin | Antidepressivum (TCA) | Tablette | 10-75 mg |
| Fluoxetin | Antidepressivum (SSRI) | Kapsel, Tablette, Lösung | 20 mg |
| Chlorpromazin | Typisches Antipsychotikum | Tablette, Injektion, Lösung | 25-100 mg (oral), 25 mg/mL (IM) |
| Haloperidol | Typisches Antipsychotikum | Tablette, Injektion | 2-5 mg (oral), 5 mg/mL (IM) |
| Risperidon | Atypisches Antipsychotikum | Tablette, Lösung | 0,25-4 mg |
| Clozapin | Antipsychotikum (Reserve) | Tablette | 25-100 mg |
| Carbamazepin | Bipolare Störung | Tablette | 100-200 mg |
| Lithiumcarbonat | Bipolare Störung | Tablette, Kapsel | 300 mg |
| Valproinsäure | Bipolare Störung | Tablette | 200-500 mg |
| Diazepam | Anxiolytikum | Tablette, Injektion | 2-5 mg |
| Methadon | Opioidabhängigkeit | Lösung, Tablette | 5-10 mg |
| Buprenorphin | Opioidabhängigkeit | Sublingualtablette | 2-8 mg |
| Nikotinersatz | Raucherentwöhnung | Pflaster, Kaugummi, Lutschtablette | 7-21 mg/24h (Pflaster), 2-4 mg (Kaugummi) |
Kontraindikationen
Die WHO-Liste weist explizit auf das teratogene Potenzial von Valproinsäure hin. Bei der Anwendung von Lithiumcarbonat wird zudem betont, dass ein therapeutisches Drug Monitoring (TDM) zwingend erforderlich ist.
💡Praxis-Tipp
Laut der WHO-Liste erfordert der Einsatz von Lithiumcarbonat zwingend ein therapeutisches Drug Monitoring (TDM). Zudem wird Clozapin nicht als Standardtherapie, sondern explizit als Ergänzungsmedikament für die therapieresistente Schizophrenie aufgeführt. Es wird darauf hingewiesen, dass Valproinsäure teratogen wirkt, was bei der Indikationsstellung streng berücksichtigt werden muss.
Häufig gestellte Fragen
Die WHO EML 2023 listet Amitriptylin als Vertreter der trizyklischen Antidepressiva und Fluoxetin als SSRI. Diese gelten laut Leitlinie als die wirksamsten und kosteneffizientesten Standardtherapien.
Clozapin wird in der WHO-Liste als Ergänzungsmedikament eingestuft. Es wird spezifisch für die Behandlung der therapieresistenten Schizophrenie aufgeführt.
Für die Behandlung von Opioidgebrauchsstörungen listet die WHO Methadon und Buprenorphin als essenzielle Medikamente. Buprenorphin wird dabei als Sublingualtablette in einer Stärke von 2 bis 8 mg angegeben.
Die WHO-Liste betont, dass bei der Behandlung mit Lithiumcarbonat ein therapeutisches Drug Monitoring (TDM) erforderlich ist. Dies dient der Überwachung der Blutspiegel, um die sichere Anwendung zu gewährleisten.
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Quelle: WHO EML 2023: Section 13 - Psychotherapeutic Medicines (WHO Essential Medicines List, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.