Management von FGM-Komplikationen: WHO-Leitlinie
Hintergrund
Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) umfasst alle Eingriffe, die eine teilweise oder vollständige Entfernung der äußeren weiblichen Genitalien ohne medizinische Notwendigkeit beinhalten. Laut WHO-Leitlinie hat FGM keinerlei gesundheitliche Vorteile, sondern führt zu schwerwiegenden kurz- und langfristigen Komplikationen. Zu den von der Leitlinie genannten Risiken zählen unter anderem Blutungen, Infektionen, geburtshilfliche Komplikationen sowie psychische Traumata. Die WHO betont nachdrücklich, dass FGM eine Verletzung der Menschenrechte darstellt. Die Leitlinie stellt zudem als Grundprinzip fest, dass die Medikalisierung von FGM – also die Durchführung durch medizinisches Personal – unter keinen Umständen akzeptabel ist, da dies der medizinischen Ethik widerspricht und die Praxis aufrechterhält.
Empfehlungen
Die WHO-Leitlinie formuliert spezifische Empfehlungen zur Behandlung von Mädchen und Frauen, die von FGM betroffen sind.
Deinfibulation bei Typ-III-FGM
- Gemäß der Leitlinie wird die Deinfibulation zur Prävention und Behandlung geburtshilflicher Komplikationen empfohlen (starke Empfehlung).
- Um die Geburt zu erleichtern, empfiehlt die WHO-Leitlinie eine Deinfibulation entweder antepartum oder intrapartum, abhängig von Faktoren wie der Präferenz der Frau und der Erfahrung des Personals (bedingte Empfehlung).
- Zur Vorbeugung und Behandlung urologischer Komplikationen, insbesondere rezidivierender Harnwegsinfektionen und Harnverhalt, spricht die Leitlinie ebenfalls eine Empfehlung für die Deinfibulation aus (starke Empfehlung).
- Laut Leitlinie ist es Best Practice, den Patientinnen vor dem Eingriff eine angemessene Aufklärung zukommen zu lassen und eine Lokalanästhesie anzubieten.
Psychische Gesundheit
- Die WHO empfiehlt, eine kognitive Verhaltenstherapie (CBT) bei Patientinnen in Betracht zu ziehen, die Symptome von Angststörungen, Depressionen oder einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) aufweisen (bedingte Empfehlung).
- Nach aktueller Leitlinienempfehlung sollte Frauen, die sich einem chirurgischen Eingriff zur Korrektur von FGM-Komplikationen unterziehen, psychologische Unterstützung angeboten werden.
Sexuelle Gesundheit und Aufklärung
- Zur Prävention oder Behandlung weiblicher sexueller Dysfunktion wird laut Leitlinie eine sexuelle Beratung empfohlen (bedingte Empfehlung).
- Die Leitlinie stuft es als Best Practice ein, betroffenen Frauen Gesundheitsaufklärung und Informationen zu FGM und Deinfibulation in einer verständlichen Sprache bereitzustellen.
Kontraindikationen
Die WHO-Leitlinie warnt ausdrücklich vor der sogenannten Medikalisierung von FGM. Laut Leitlinie ist die Durchführung von FGM oder einer Re-Infibulation durch medizinisches Personal strikt abzulehnen. Die Leitlinie stuft dies als unethisch ein, da die Risiken des Eingriffs jeden vermeintlichen Nutzen überwiegen und die Praxis dadurch legitimiert wird.
💡Praxis-Tipp
Laut WHO-Leitlinie ist bei der Entscheidung über den Zeitpunkt einer Deinfibulation (antepartum oder intrapartum) stets der individuelle Kontext zu berücksichtigen, wozu die Präferenz der Frau, der Zugang zu Gesundheitseinrichtungen sowie die chirurgische Erfahrung des behandelnden medizinischen Personals zählen.
Häufig gestellte Fragen
Die WHO-Leitlinie empfiehlt die Durchführung einer Deinfibulation, um geburtshilfliche Komplikationen bei Frauen mit Typ-III-FGM zu verhindern und zu behandeln.
Gemäß der Leitlinie sollte bei Vorliegen von Angststörungen, Depressionen oder posttraumatischer Belastungsstörung (PTSD) eine kognitive Verhaltenstherapie (CBT) in Betracht gezogen werden.
Nein, die Leitlinie stellt klar, dass die Medikalisierung von FGM unter keinen Umständen akzeptabel ist, da sie gegen die medizinische Ethik verstößt.
Laut Leitlinie entspricht es der besten klinischen Praxis (Best Practice), Mädchen und Frauen bei einer Deinfibulation eine Lokalanästhesie anzubieten.
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Quelle: WHO Guidelines on the Management of Health Complications from Female Genital Mutilation (WHO, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.