ACG-Leitlinie 2021: Darmkrebsvorsorge & Screening
Hintergrund
Das kolorektale Karzinom (CRC) ist laut der Leitlinie des American College of Gastroenterology (ACG) die dritthäufigste Krebserkrankung in den USA. Die Darmkrebsvorsorge zielt darauf ab, Adenome und sessile serratierte Läsionen (SSL) zu entfernen sowie Krebserkrankungen im Frühstadium zu erkennen. Die ACG-Leitlinie betont, dass die endoskopische Entfernung von Polypen die Inzidenz und Mortalität von Darmkrebs signifikant senkt. Ein besonderer Fokus der Aktualisierung liegt auf der steigenden Inzidenz bei jüngeren Menschen sowie der Bewertung verschiedener Screening-Methoden wie der Koloskopie und stuhlbasierten Tests.
Empfehlungen
Screening-Alter und Intervalle
Die ACG-Leitlinie empfiehlt das Darmkrebs-Screening für Personen mit durchschnittlichem Risiko zwischen 50 und 75 Jahren (starke Empfehlung). Zudem wird laut Leitlinie ein Beginn bereits im Alter von 45 bis 49 Jahren nahegelegt (bedingte Empfehlung). Bei Personen über 75 Jahren soll die Entscheidung zur Fortsetzung individuell getroffen werden.
Bevorzugte Methoden
Gemäß der Leitlinie sind die Koloskopie (alle 10 Jahre) und der fäkale immunchemische Test (FIT, jährlich) die primären Screening-Modalitäten.
Alternative Methoden
Für Patienten, die eine Koloskopie oder einen FIT ablehnen, schlägt die ACG-Leitlinie die flexible Sigmoidoskopie (alle 5 bis 10 Jahre), den Multitarget-Stuhl-DNA-Test (alle 3 Jahre), die CT-Kolonographie (alle 5 Jahre) oder die Kolonkapsel (alle 5 Jahre) vor. Von einem Septin-9-Bluttest wird abgeraten.
Familiäres Risiko
Bei einem erstgradigen Verwandten (FDR) mit Darmkrebs oder fortgeschrittenem Polyp unter 60 Jahren (oder mindestens zwei FDR jeden Alters) empfiehlt die Leitlinie den Beginn der Koloskopie im Alter von 40 Jahren oder 10 Jahre vor dem Erkrankungsalter des jüngsten Verwandten, gefolgt von Kontrollen alle 5 Jahre.
Qualitätsindikatoren
Laut ACG-Leitlinie müssen Endoskopiker ihre Zökum-Intubationsrate (Ziel: mindestens 95 Prozent), die Adenom-Detektionsrate (ADR) und die Rückzugszeit (Ziel: mindestens 6 Minuten) messen.
Aspirin zur Chemoprävention
Es wird nahegelegt, dass Personen zwischen 50 und 69 Jahren mit einem kardiovaskulären Risiko von mindestens 10 Prozent über 10 Jahre niedrig dosiertes Aspirin einnehmen können, sofern kein erhöhtes Blutungsrisiko besteht. Die Leitlinie warnt jedoch ausdrücklich davor, Aspirin als Ersatz für das CRC-Screening zu verwenden.
💡Praxis-Tipp
Laut der ACG-Leitlinie ist bei einem positiven Multitarget-Stuhl-DNA-Test und einer anschließenden unauffälligen, qualitativ hochwertigen Koloskopie keine weitere sofortige Diagnostik (wie eine obere Endoskopie oder ein CT) erforderlich; stattdessen wird die Rückkehr zum regulären Screening-Intervall empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Die ACG-Leitlinie empfiehlt den regulären Beginn im Alter von 50 Jahren, schlägt jedoch aufgrund steigender Fallzahlen bei jüngeren Menschen vor, bereits im Alter von 45 Jahren mit der Vorsorge zu starten.
Nach aktueller Leitlinienempfehlung gelten die Koloskopie (alle 10 Jahre) und der jährliche fäkale immunchemische Test (FIT) als primäre Modalitäten für das Screening.
Laut Leitlinie sollte bei einem erstgradigen Verwandten, der vor dem 60. Lebensjahr an Darmkrebs erkrankte, die Koloskopie im Alter von 40 Jahren oder 10 Jahre vor dem Diagnosealter des Verwandten beginnen und alle 5 Jahre wiederholt werden.
Gemäß der Leitlinie sollen Endoskopiker eine Rückzugszeit von mindestens 6 Minuten einhalten, eine Zökum-Intubationsrate von mindestens 95 Prozent bei Screening-Patienten erreichen und ihre Adenom-Detektionsrate kontinuierlich überwachen.
Die ACG-Leitlinie spricht sich stark dagegen aus, Aspirin als Ersatz für reguläre Screening-Untersuchungen zu verwenden, auch wenn es bei bestimmten Risikogruppen zur Chemoprävention erwogen werden kann.
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Quelle: ACG: Colorectal Cancer Screening (ACG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.