Kardiopulmonale Reanimation in der Schwerelosigkeit (AWMF)
Hintergrund
Laut der AWMF-Leitlinie stellt ein Herzstillstand während eines Raumflugs einen äußerst kritischen medizinischen Notfall dar. Da eine Evakuierung bei Missionen zum Mond oder Mars kaum möglich ist, sind die medizinischen Behandlungskapazitäten der Crew von entscheidender Bedeutung. Die Leitlinie betont, dass irdische Reanimationsrichtlinien aufgrund der Schwerelosigkeit, des begrenzten Platzes und der eingeschränkten personellen sowie materiellen Ressourcen nicht ohne Modifikationen angewendet werden können. Aus diesem Grund wurde von einer internationalen Expertengruppe ein spezifischer Leitfaden für die kardiopulmonale Reanimation (CPR) in der Schwerelosigkeit entwickelt.
Empfehlungen
Phasen der Reanimation
Gemäß der AWMF-Leitlinie wird eine Unterteilung der CPR in Basic Life Support (BLS) und Advanced Life Support (ALS) empfohlen.
Initiale Herzdruckmassage
Für den initialen BLS am Notfallort empfiehlt die Leitlinie die Evetts-Russomano-Methode (ER). Sollte diese nicht effektiv sein, wird laut Expertenkonsens auf die Reverse-Bear-Hug-Methode (RBH) verwiesen.
Erweiterte Maßnahmen
Sobald der Patient auf dem Crew Medical Restraint System (CMRS) fixiert ist, wird für die Herzdruckmassage die Handstand-Methode (HS) empfohlen, sofern die räumlichen Gegebenheiten dies zulassen.
Atemwegsmanagement
Hinsichtlich des Atemwegsmanagements gibt die Leitlinie an, dass ein supraglottisches Atemwegsprodukt der zweiten Generation verwendet werden sollte, wenn kein in der trachealen Intubation erfahrener Helfer anwesend ist. Die tracheale Intubation gilt laut Leitlinie weiterhin als Goldstandard, sofern sie von einer erfahrenen Person durchgeführt wird.
Defibrillation
Für die Defibrillation wird in der Leitlinie dringend geraten, diese nur bei einem auf einer elektrisch isolierten Oberfläche fixierten Patienten durchzuführen.
Medikamentöse Therapie
Ein venöser Zugang sollte nach aktueller Leitlinienempfehlung erst etabliert werden, wenn mehr als zwei Helfer anwesend sind und eine qualitativ hochwertige CPR läuft.
💡Praxis-Tipp
Die AWMF-Leitlinie weist darauf hin, dass bei Marsmissionen eine telemedizinische Unterstützung während der initialen Reanimationsphase aufgrund der Kommunikationsverzögerung von 3 bis 23 Minuten unpraktikabel ist und nur erwogen werden sollte, wenn zusätzliche, nicht in die direkte Patientenversorgung eingebundene Crewmitglieder verfügbar sind.
Häufig gestellte Fragen
Laut der AWMF-Leitlinie wird für den initialen Basic Life Support (BLS) direkt am Notfallort die Evetts-Russomano-Methode (ER) empfohlen.
Sobald der Patient auf dem Crew Medical Restraint System (CMRS) fixiert ist, empfiehlt die Leitlinie die Anwendung der Handstand-Methode (HS), sofern die Raumgröße dies zulässt.
Gemäß der Leitlinie sollte die Entscheidung zum Abbruch der Reanimation durch das Crewmitglied mit der höchsten medizinischen Qualifikation getroffen werden, idealerweise nach Rücksprache mit der telemedizinischen Unterstützung.
Die Leitlinie empfiehlt die Verwendung eines supraglottischen Atemwegsprodukts der zweiten Generation, falls kein in der trachealen Intubation geschultes Personal anwesend ist.
Nach aktueller Leitlinienempfehlung darf ein Defibrillator nur eingesetzt werden, wenn der Patient auf einer elektrisch isolierten und sicheren Oberfläche, wie dem CMRS, fixiert ist.
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Quelle: Kardiopulmonale Reanimation in der Schwerelosigkeit / Cardiopulmonary resuscitation (CPR) during spaceflight (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.