Mediastinitis nach Herz-OP: S3-Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Poststernotomie-Mediastinitis (PSM) ist eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Komplikation nach herzchirurgischen Eingriffen. Laut der S3-Leitlinie der AWMF tritt sie mit einer Inzidenz von etwa 1 bis 3 Prozent auf. Die Leitlinie betont, dass eine PSM mit einer signifikant erhöhten Letalität (17,3 Prozent) und einer verlängerten Krankenhausverweildauer einhergeht. Als Erreger dominieren laut Leitlinientext grampositive Bakterien wie Staphylococcus aureus und Staphylococcus epidermidis. Zu den präoperativen Risikofaktoren zählen unter anderem Diabetes mellitus, Adipositas und chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD).

Empfehlungen

Die AWMF S3-Leitlinie formuliert klare Expertenkonsens-Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie der Poststernotomie-Mediastinitis.

Klinische Diagnostik

Laut Leitlinie soll die Diagnosestellung frühzeitig erfolgen. Es wird empfohlen, die Wunde bei jedem Verbandswechsel auf lokale Entzündungszeichen (Rötung, Überwärmung, Schwellung, Schmerz) sowie auf eine Sternuminstabilität oder Krepitation zu untersuchen.

Bildgebung

Bei Verdacht auf eine PSM sollte nach aktueller Leitlinienempfehlung eine kontrastmittelgestützte Computertomografie (CT) des Thorax durchgeführt werden.

Mikrobiologie und Labor

Die Leitlinie empfiehlt die Bestimmung von Differentialblutbild und C-reaktivem Protein (CRP). Bei operativen Eingriffen sollen laut Expertenkonsens mindestens drei Gewebeproben vom Sternum und dem angrenzenden Gewebe zur mikrobiologischen Untersuchung entnommen werden. Wundabstriche sollen nur in Ausnahmefällen erfolgen. Bei Verdacht auf eine systemische Beteiligung wird die Entnahme von Blutkulturen vor Beginn der Antibiotikatherapie empfohlen.

Klassifikation

Gemaess der Leitlinie sollte die PSM anhand der Sternumstabilität, der Knochen- und Gewebebeschaffenheit sowie des Ausmaßes der Infektion klassifiziert werden.

Antiinfektive Therapie

Die S3-Leitlinie empfiehlt bei Verdacht auf eine Mediastinitis nach herzchirurgischem Eingriff eine empirische Therapie mit Piperacillin/Tazobactam und Vancomycin. Nach Vorliegen eines Antibiogramms muss die Therapie entsprechend angepasst werden. Bei einer Penicillinallergie soll laut Leitlinie ein Chinolon (z. B. Ciprofloxacin) in Kombination mit Vancomycin angewendet werden.

Dosierung

Die AWMF S3-Leitlinie gibt folgende Dosierungsempfehlungen für die empirische antiinfektive Therapie bei Erwachsenen mit normaler Nierenfunktion an:

WirkstoffDosierungHinweise
Piperacillin/Tazobactam3 x 4,5 g als i.v. Infusion (über 30 min)Maximaldosis: 4 x 4,5 g. Laut Leitlinie ist eine Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz erforderlich.
Vancomycin500 mg alle 6 Stunden oder 1 g alle 12 Stunden (i.v.)Gemaess Leitlinie wird eine Talspiegelkontrolle empfohlen: 10-15 mg/l bei leichten, 15-20 mg/l bei schweren Infektionen.

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt spezifische Kontraindikationen für die empfohlene empirische Antibiotikatherapie:

Piperacillin/Tazobactam

Laut Leitlinie besteht eine Kontraindikation bei Penicillinallergie. In der Schwangerschaft wird eine strenge Indikationsstellung gefordert.

Vancomycin

Gemaess Leitlinientext gelten akutes Nierenversagen sowie eine bereits bestehende Schwangerschaft als Kontraindikationen.

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💡Praxis-Tipp

Die AWMF S3-Leitlinie weist darauf hin, dass die frühzeitige Diagnosestellung einer Poststernotomie-Mediastinitis entscheidend ist, da eine verzögerte Diagnose das Risiko für ausgedehnte lokale Befunde und mehrfache operative Revisionen deutlich erhöht.

Häufig gestellte Fragen

Laut der AWMF S3-Leitlinie dominieren grampositive Bakterien, insbesondere Staphylococcus aureus und koagulasenegative Staphylokokken (wie S. epidermidis).

Die Leitlinie empfiehlt bei Verdacht auf eine Poststernotomie-Mediastinitis die Durchführung einer kontrastmittelgestützten Computertomografie (CT) des Thorax.

Nach aktueller Leitlinienempfehlung sollen bei operativen Eingriffen mindestens drei Gewebeproben vom Sternum und angrenzendem Gewebe entnommen werden. Von einfachen Wundabstrichen wird abgeraten.

Gemaess Expertenkonsens der Leitlinie soll empirisch mit einer Kombination aus Piperacillin/Tazobactam und Vancomycin begonnen werden.

Laut Leitlinie soll bei einer Penicillinallergie anstelle von Piperacillin/Tazobactam ein Chinolon (wie Ciprofloxacin) in Kombination mit Vancomycin verabreicht werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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