Hämodynamisches Monitoring (S1-Leitlinie AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das hämodynamische Monitoring und Management stellt laut der S1-Leitlinie der DGAI (AWMF) eine Grundsäule der perioperativen anästhesiologischen Behandlung dar. Ziel ist es, die Organfunktionen durch einen adäquaten Perfusionsdruck, Blutfluss und ein ausreichendes Sauerstoffangebot aufrechtzuerhalten. Die Leitlinie betont, dass hierdurch perioperative Komplikationen verhindert werden sollen, welche die Langzeitmorbidität und Sterblichkeit maßgeblich beeinflussen. Gemäß dem aktuellen Expertenkonsens richten sich die Empfehlungen an Anästhesiologinnen und Anästhesiologen bei nicht-kardiochirurgischen Eingriffen.

Empfehlungen

Blutdruckmessung und Zielwerte

  • Laut Leitlinie soll die intraoperative Blutdrucktherapie anhand des mittleren arteriellen Blutdrucks (MAP) gesteuert werden.
  • Die Leitlinie stuft die Aufrechterhaltung eines MAP von über 65 mmHg als starke Empfehlung ein.
  • Für die oszillometrische Messung bei Allgemeinanästhesie sieht die Leitlinie ein Intervall von 3 Minuten vor.
  • Die AWMF-Leitlinie empfiehlt eine kontinuierliche Blutdruckmessung für alle Personen mit einem Risiko für blutdruckassoziierte Komplikationen. Hierbei sollte primär ein arterieller Katheter (bevorzugt in der Arteria radialis) genutzt werden.
  • Die Anlage des arteriellen Katheters soll nach aktueller Leitlinienempfehlung bereits vor der Narkoseeinleitung erfolgen.

Volumen- und Flusssteuerung

  • Laut Expertenkonsens kann ein Monitoring von Schlagvolumen und Herzzeitvolumen bei Hochrisikopatienten angewendet werden.
  • Zur Einschätzung der Volumenreagibilität bei kontrolliert beatmeten Personen empfiehlt die Leitlinie die Nutzung dynamischer Vorlastvariablen (wie Pulsdruckvariation oder Schlagvolumenvariation).
  • Statische Vorlastvariablen (z. B. zentralvenöser Druck) sollen laut Leitlinie nicht zur Einschätzung der Volumenreagibilität herangezogen werden.

Ergänzendes Monitoring

  • Die Leitlinie empfiehlt den Einsatz der Echokardiographie bei therapierefraktärer hämodynamischer Instabilität unklarer Ätiologie.
  • Die Leitlinie fordert die Bestimmung des Laktat-Wertes bei Verdacht auf Hypoperfusion.
  • Die Urinausscheidung soll nach Angaben der Leitlinie nicht isoliert zur Diagnose einer Hypovolämie verwendet werden.
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💡Praxis-Tipp

Bei Lagerungen, bei denen das Referenzniveau (rechter Vorhof) tiefer liegt als die Schädelbasis (z. B. sitzende Lagerung), soll der Zielwert des nicht-invasiv gemessenen mittleren arteriellen Blutdrucks laut Leitlinie um die hydrostatische Druckdifferenz korrigiert werden, um den zerebralen Perfusionsdruck korrekt abzubilden.

Häufig gestellte Fragen

Die S1-Leitlinie empfiehlt, den mittleren arteriellen Blutdruck (MAP) während der Operation über 65 mmHg zu halten, um Organschäden zu vermeiden.

Laut Leitlinie soll die Anlage eines arteriellen Katheters bei bestehender Indikation bereits vor der Narkoseeinleitung erfolgen, um frühzeitige Blutdruckabfälle zu erkennen.

Gemäß der Leitlinie sollen bei kontrolliert beatmeten Patientinnen und Patienten dynamische Vorlastvariablen wie die Pulsdruckvariation (PPV) oder Schlagvolumenvariation (SVV) verwendet werden.

Die aktuelle Leitlinienempfehlung spricht sich dagegen aus, statische Vorlastvariablen wie den ZVD zur Einschätzung der Volumenreagibilität zu verwenden.

Nach Angaben der Leitlinie soll die Urinausscheidung nicht isoliert zur Diagnose einer Hypovolämie oder zur Steuerung der hämodynamischen Therapie herangezogen werden.

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Quelle: Intraoperative klinische Anwendung von hämodynamischem Monitoring bei nicht-kardiochirurgischen Patient:innen (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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