Bildgebung bei Atemwegserkrankungen (Kinder) | AWMF

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Laut der AWMF-Leitlinie der Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie stehen bei der Abklärung von Atemwegserkrankungen bei Kindern zunächst die genaue Anamnese und klinische Befunde im Vordergrund, um die anatomische Region zu lokalisieren. Als primäres bildgebendes Verfahren wird das konventionelle Röntgenbild des Thorax in einer Ebene (p.a. oder a.p.) genannt. Die Leitlinie betont, dass Schnittbildverfahren wie die Computertomographie (CT) und Röntgenaufnahmen in zwei Ebenen speziellen Fragestellungen vorbehalten sind. Gemäß den Empfehlungen ist bei der CT die Dosis stets dem Alter und der Fragestellung nach dem ALARA-Prinzip anzupassen. Die Magnetresonanztomographie (MRT) der Lunge zeigt laut Expertenkonsens erfolgversprechende Ergebnisse, erfordert jedoch spezielle technische Voraussetzungen.

Empfehlungen

Die aktuelle AWMF-Leitlinie formuliert klare Vorgaben zum Einsatz der Bildgebung bei pädiatrischen Atemwegsinfektionen:

Röntgen in zwei Ebenen

Eine routinemäßige Röntgenuntersuchung in zwei Ebenen soll bei einer Atemwegsinfektion nicht durchgeführt werden (starker Konsens).

Ambulant erworbene Pneumonie

Bei einer nicht schweren, ambulant erworbenen Pneumonie wird eine Röntgenuntersuchung des Thorax laut Leitlinie nur in begründeten Ausnahmen (zum Beispiel bei relevanten Vorerkrankungen) empfohlen. Eine Kontrolluntersuchung zur Verlaufsbeurteilung sollte nur dann erfolgen, wenn sich daraus eine therapeutische Konsequenz ableiten lässt.

COVID-19

Bei milden Symptomen einer COVID-19-Infektion soll nach aktueller Leitlinienempfehlung keine Röntgenuntersuchung des Thorax erfolgen, außer es liegen Risikofaktoren für eine Erkrankungsprogression vor.

Stammzelltransplantation

Bei hinreichendem Verdacht auf eine Infektion der Atemwege oder der Lunge im Rahmen einer Stammzelltransplantation empfiehlt die Leitlinie primär eine Niedrigdosis-CT-Untersuchung.

MRT als Alternative

Die MRT der Lunge kann gemäß Expertenkonsens bei bestimmten Fragestellungen alternativ zur CT eingesetzt werden, sofern die apparative Ausstattung, Sequenztechnik und entsprechende Expertise vorhanden sind.

Zusätzlich gibt die Leitlinie spezifische Hinweise zu Differenzialdiagnosen. So ist laut Text bei Bronchitis, Croup-Syndrom und Epiglottitis in der Regel keine Bildgebung erforderlich. Bei Verdacht auf Fremdkörperaspiration weist die Leitlinie darauf hin, dass ein negativer Röntgenbefund eine Aspiration nicht ausschließt; eine klare Anamnese und Klinik führen hier direkt zur Endoskopie.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist ausdrücklich darauf hin, dass ein unauffälliger Röntgenbefund eine Fremdkörperaspiration nicht ausschließt. Bei klarer Anamnese und entsprechender Klinik wird laut Text der direkte Weg zur Endoskopie empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut AWMF-Leitlinie soll bei einer nicht schweren, ambulant erworbenen Pneumonie nur in begründeten Ausnahmen, wie etwa bei relevanten Vorerkrankungen, eine Röntgenuntersuchung des Thorax erfolgen.

Die Leitlinie stuft dies als starken Konsens ein: Eine routinemäßige Röntgenuntersuchung in zwei Ebenen soll bei Atemwegsinfektionen bei Kindern nicht durchgeführt werden.

Nach aktueller Leitlinienempfehlung sollte in diesem Fall primär eine Niedrigdosis-CT-Untersuchung durchgeführt werden.

Gemäß der Differenzialdiagnosen-Tabelle der Leitlinie ist bei einem Croup-Syndrom oder einer Epiglottitis in der Regel keine Bildgebung erforderlich.

Die Leitlinie gibt an, dass die MRT der Lunge bei bestimmten Fragestellungen alternativ zur CT eingesetzt werden kann, vorausgesetzt, die nötige Expertise, Sequenztechnik und apparative Ausstattung sind vorhanden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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