Pädiatrisches ARDS (PARDS): AWMF-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das pädiatrische Acute Respiratory Distress Syndrome (PARDS) ist ein lebensbedrohliches Lungenversagen. Laut AWMF S2k-Leitlinie liegt die Inzidenz in Deutschland bei etwa 5,5 pro 100.000 Kindern jährlich. Häufigste Auslöser sind Pneumonien, Aspirationen und Sepsis.

Die Leitlinie verweist auf die PALICC-Kriterien zur Definition, da die Berlin-Definition der Erwachsenen für Kinder aufgrund anatomischer und physiologischer Unterschiede oft unzureichend ist. Gemäß Leitlinie werden zur Schweregradeinteilung der Oxygenierungsindex (OI) oder der Oxygenierungs-Sättigungsindex (OSI) herangezogen. Im Gegensatz zu Erwachsenen reichen laut Leitlinie auch einseitige radiologische Infiltrate für die Diagnose aus. Neugeborene mit perinatalen Atemstörungen (wie dem primären Atemnotsyndrom) sind von dieser Definition explizit ausgeschlossen.

Empfehlungen

Diagnostik Ein Röntgen-Thorax ist laut Leitlinie zur Diagnosestellung erforderlich. Zudem wird eine echokardiographische Beurteilung empfohlen, um ein Linksherzversagen auszuschließen und die Rechtsherzbelastung zu beurteilen. Eine frühzeitige mikrobiologische Diagnostik soll zur gezielten Therapie erfolgen.

Beatmungstherapie Die Leitlinie empfiehlt patientenspezifische Tidalvolumina von 4 bis 8 ml/kg Körpergewicht. Der Plateaudruck soll beim nicht-obstruktiven PARDS auf 28 cm H2O limitiert werden. Es wird eine lungenprotektive Beatmung beschrieben, bei der eine permissive Hyperkapnie toleriert werden kann, sofern der pH-Wert über 7,20 bleibt. Die Sauerstoffsättigung soll gemäß Leitlinie zwischen 92 und 97 % (bzw. 88-92 % bei einem PEEP ≥ 10 cm H2O) gehalten werden.

Allgemeine Maßnahmen Ein restriktives Flüssigkeitsmanagement wird empfohlen, um das Risiko eines Lungenödems zu minimieren. Bei hämodynamisch stabilen Kindern ist laut Leitlinie ein Hämoglobinwert von 7 g/dl ausreichend.

Additive Therapien Die Bauchlage wird als additive Option beim schweren PARDS beschrieben. Eine extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) kann laut Leitlinie bei therapierefraktärer Hypoxämie erwogen werden.

Dosierung

Die AWMF-Leitlinie nennt folgende Dosierungen zur Kreislaufunterstützung bei rechtsventrikulärer Belastung:

WirkstoffDosierung
Adrenalin0,05 µg/kg/min
Milrinon0,2 - 0,6 µg/kg/min

Kontraindikationen

Laut Leitlinie gibt es folgende Warnhinweise und Einschränkungen:

Tidalvolumina

Volumina über 10 ml/kg Körpergewicht sollen vermieden werden.

Routine-Therapien

Der routinemäßige Einsatz von inhalativem Stickstoffmonoxid (iNO), Surfactant und Steroiden wird beim PARDS nicht empfohlen.

HFOV (Hochfrequenz-Oszillations-Beatmung)

Für diese Beatmungsform gibt es laut Leitlinie keine Evidenz; sie hat kaum noch einen Stellenwert und wird nur als Rescue-Therapie durch erfahrene Teams beschrieben.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie kann zur Bestimmung des Schweregrades des Lungenversagens alternativ zum invasiven Oxygenierungsindex (OI) auch der non-invasive Oxygenierungs-Sättigungsindex (OSI) mittels Pulsoxymetrie herangezogen werden, wobei die Sauerstoffsättigung in einen Zielbereich von 88 bis 97 % titriert werden soll.

Häufig gestellte Fragen

Gemäß der PALICC-Kriterien wird das PARDS über den Oxygenierungsindex (OI) oder Oxygenierungs-Sättigungsindex (OSI) definiert. Im Gegensatz zu Erwachsenen reichen laut Leitlinie auch einseitige radiologische Infiltrate für die Diagnose aus.

Die Leitlinie empfiehlt patientenspezifische Tidalvolumina zwischen 4 und 8 ml/kg Körpergewicht, abhängig von der Lungencompliance. Volumina über 10 ml/kg sollen vermieden werden.

Ja, laut Leitlinie können bei Kindern ohne Risiko für eine pulmonale Hypertension erhöhte CO2-Werte toleriert werden, um eine lungenprotektive Beatmung zu ermöglichen, solange der pH-Wert über 7,20 bleibt.

Die Leitlinie beschreibt den zügigen Beginn einer ECMO bei akuter, therapierefraktärer Hypoxämie (paO2 < 50 mmHg trotz maximaler Beatmung) oder wenn ein Gasaustausch nur mit unphysiologisch hohen Plateaudrücken möglich ist.

Aufgrund geringer Erfahrungswerte im Kindesalter wird die Bauchlage nicht obligat empfohlen, gilt aber laut Leitlinie beim schweren PARDS als mögliche additive Therapieoption zur Beatmungstherapie.

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Quelle: Akutes, nicht obstruktives Lungenversagen im Kindesalter (pädiatrisches ARDS, PARDS) (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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