Epikutantest Durchführung: S3-Leitlinie AWMF

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Epikutantest (Patch-Test) dient laut AWMF S3-Leitlinie dem Nachweis einer spezifischen verzögerten Immunreaktion (Typ-IV-Allergie) gegen Kontaktallergene. Die Leitlinie beschreibt, dass durch die kontrollierte Applikation von Allergenen unter standardisierten Bedingungen eine Kontaktsensibilisierung in Form einer Ekzemreaktion nachgewiesen wird. Gemäß der Leitlinie ist die Einbindung der Testergebnisse in das klinische Bild und die Anamnese zwingend erforderlich, um die Relevanz der Sensibilisierung zu bewerten. Der Test wird auch zur Abklärung von T-Zell-vermittelten Arzneimittelreaktionen eingesetzt.

Empfehlungen

Die AWMF S3-Leitlinie gibt klare Empfehlungen zur Indikation und Durchführung des Epikutantests.

Indikationen

Laut Leitlinie wird die Testung bei Verdacht auf ein allergisches Kontaktekzem der Haut oder Schleimhaut stark empfohlen. Auch bei bestimmten Arzneimittelreaktionen wie makulo-papulösen Exanthemen, AGEP oder fixen Arzneimittelexanthemen kann der Test laut Expertenkonsens empfohlen werden.

Testablauf

Die Leitlinie empfiehlt die Applikation der Testallergene am Rücken. Es wird eine Expositionsdauer von 48 Stunden (2 Tagen) empfohlen, um eine hohe Sensitivität zu erreichen.

Ablesezeitpunkte

Gemäß der Leitlinie ist eine zweite Ablesung nach 72 Stunden (Tag 3) oder 96 Stunden (Tag 4) obligat. Eine Spätablesung nach 7 bis 10 Tagen wird laut Leitlinie insbesondere bei Verdacht auf Sensibilisierungen gegen Kortikosteroide, Aminoglykoside, Formaldehyd oder Metalle stark empfohlen.

Allergenauswahl

Unabhängig von der individuellen Anamnese wird die Testung der Standardreihe stark empfohlen. Die Ablesung soll laut Leitlinie streng nach morphologischen Kriterien erfolgen: Negativ (-) für unveränderte Haut, fraglich (?) bei reinem Erythem, schwach positiv (+) bei Erythem und Infiltration, stark positiv (++) bei zusätzlicher Vesikelbildung und extrem positiv (+++) bei konfluierenden Vesikeln.

Kontraindikationen

Die AWMF S3-Leitlinie rät von einer Testung zur Abklärung soforttypallergischer, vegetativer, neurologischer oder internistischer Beschwerdebilder ab. Ebenso wird eine prädiktive Testung ohne anamnestische allergische Symptome zur Vorhersage einer zukünftigen Sensibilisierung laut Leitlinie nicht empfohlen. Bei Verdacht auf eine Arzneimittelallergie empfiehlt die Leitlinie, vor dem Epikutantest eine Soforttyp-Sensibilisierung (z.B. bei Beta-Laktam-Antibiotika) sicher auszuschließen.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass die Durchführung des Epikutantests idealerweise erst nach dem Abheilen akuter Ekzemmorphen erfolgen sollte, da ansonsten mit dem Auftreten von Angry-Back- oder Flare-up-Reaktionen zu rechnen ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut AWMF S3-Leitlinie erfolgt die Erstablesung üblicherweise nach Entfernen der Pflaster nach 48 Stunden. Eine weitere Ablesung an Tag 3 oder Tag 4 wird als obligat empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt eine Spätablesung nach 7 bis 10 Tagen besonders bei Kortikosteroiden, Aminoglykosiden, Formaldehyd, p-Phenylendiamin und Metallen, da diese häufig späte Reaktionen zeigen.

Gemäß der Leitlinie wird die Applikation der Epikutantestallergene aus praktischen Gründen am Rücken stark empfohlen.

Ja, laut Leitlinie kann der Test zur Diagnostik T-Zell-vermittelter Arzneimittelreaktionen (Spättyp) wie makulo-papulösen Exanthemen oder AGEP eingesetzt werden.

Im Fall von positiven Reaktionen auf Mixe (z.B. Duftstoffmix) empfiehlt die Leitlinie eine nachfolgende Aufschlüsselung und Testung der darin enthaltenen Einzelallergene.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Durchführung des Epikutantests mit Kontaktallergenen und Arzneimitteln (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien