Helicobacter pylori & Ulkuskrankheit: AWMF-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Helicobacter pylori-Infektion (H. pylori) ist eine bakterielle Erkrankung des Magens, die laut der AWMF S2k-Leitlinie in einem kausalen Zusammenhang mit chronisch aktiver Gastritis, der gastroduodenalen Ulkuskrankheit, dem Magenkarzinom und dem Marginalzonen-B-Zell-Lymphom des MALT steht. Die Leitlinie beschreibt, dass die Prävalenz in Deutschland bei etwa 35,3 Prozent liegt und die Übertragung primär von Mensch zu Mensch, meist innerhalb der Familie im Kindesalter, erfolgt. Gemäß dem Expertenkonsens gilt H. pylori als wichtigster Risikofaktor für das Magenkarzinom. Ein Test auf den Erreger impliziert laut Leitlinie im Erwachsenenalter bei einem positiven Nachweis stets eine Therapieindikation, weshalb die Entscheidung für eine mögliche Eradikationstherapie bereits vor der Diagnostik getroffen werden sollte.

Empfehlungen

Die AWMF S2k-Leitlinie definiert klare Indikationen zur Testung und anschließenden Eradikationstherapie bei einem Nachweis von H. pylori. Eine starke Empfehlung zur Diagnostik wird laut Leitlinie bei Patienten mit peptischem Ulkus (Magen oder Duodenum) sowie bei gastralen MALT-Lymphomen ausgesprochen. Bei MALT-Lymphomen soll die Eradikationstherapie gemäß Leitlinie sogar unabhängig vom H. pylori-Status und Stadium initial durchgeführt werden.

Weitere Indikationen zur Testung umfassen nach aktueller Leitlinienempfehlung:

  • Dyspeptische Beschwerden (Test-and-Treat-Strategie)
  • Geplante oder laufende PPI-Dauertherapie
  • Idiopathische thrombozytopenische Purpura (ITP)
  • Ungeklärte oder refraktäre Eisenmangelanämie
  • Vor geplanter Dauermedikation mit NSAR oder niedrig dosierter ASS bei Patienten mit erhöhtem Ulkusrisiko
  • Gastroduodenale Blutungen unter ASS, P2Y12-Inhibitoren oder Antikoagulanzien

Für die Diagnostik empfiehlt die Leitlinie verschiedene validierte Verfahren. Zu den invasiven Methoden zählen Histologie, Urease-Schnelltest, Kultur und PCR. Als nicht-invasive Verfahren werden der 13C-Harnstoff-Atemtest, der monoklonale Stuhl-Antigentest und der IgG-Antikörpernachweis im Serum genannt. Um die Sensitivität der Histologie zu erhöhen, wird eine Biopsieentnahme nach dem Sydney-System empfohlen: jeweils zwei Biopsien aus dem Antrum und dem mittleren Korpus.

Die Leitlinie stuft es als wichtig ein, dass vor einer Diagnostik (außer Serologie) bestimmte Mindestzeitintervalle ohne H. pylori-suppressive Therapie eingehalten werden. Es wird empfohlen, zwei Wochen nach Ende einer PPI-Therapie und vier Wochen nach einer Antibiotikatherapie abzuwarten, um falsch-negative Ergebnisse zu vermeiden.

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💡Praxis-Tipp

Laut der AWMF S2k-Leitlinie ist bei einer akuten oberen gastrointestinalen Blutung die Sensitivität aller direkten Nachweisverfahren (wie Urease-Schnelltest oder Histologie) vermindert. Es wird daher empfohlen, einen negativen H. pylori-Status, der zum Blutungszeitpunkt erhoben wurde, nach der Blutungsepisode nochmals zu überprüfen.

Häufig gestellte Fragen

Die AWMF S2k-Leitlinie empfiehlt die Entnahme nach dem Sydney-System: jeweils zwei Biopsien aus dem Antrum (2-3 cm vor dem Pylorus) und zwei aus dem mittleren Korpus. Bei gezielter Fragestellung nach prämalignen Läsionen sollte zusätzlich eine Biopsie von der Angulusfalte entnommen werden.

Laut Leitlinie sollten für eine zuverlässige Diagnostik mindestens zwei Wochen nach Ende einer PPI-Therapie und vier Wochen nach einer Antibiotikatherapie vergehen, da sonst die Sensitivität der Tests herabgesetzt ist.

Ja, die Leitlinie spricht eine starke Empfehlung aus, Patienten mit einem erhöhten Risiko für eine Ulkuskrankheit vor einer geplanten NSAR-Dauermedikation auf H. pylori zu testen und bei Nachweis zu behandeln.

Gemäß der Leitlinie sollen alle gastralen MALT-Lymphome unabhängig vom Stadium und vom H. pylori-Status initial einer Eradikationstherapie zugeführt werden, da diese als Therapie der ersten Wahl mit kurativem Anspruch gilt.

Nach einmaligem Therapieversagen sollte, und nach zweimaligem Therapieversagen soll laut Leitlinie eine Resistenztestung (kulturell oder molekulargenetisch) erfolgen, um eine gezielte Therapie zu ermöglichen.

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Quelle: Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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