Akute Gastroenteritis bei Kindern: AWMF-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF S2k-Leitlinie beschreibt die akute infektiöse Gastroenteritis (AGE) als eines der häufigsten pädiatrischen Krankheitsbilder. Laut Leitlinie sind Säuglinge und Kleinkinder mit jährlich circa ein bis zwei Episoden am häufigsten betroffen. Als häufigste Erreger werden in der Leitlinie Noroviren und Rotaviren genannt.

Gemäß den Leitlinienautoren ist eine mangelnde Flüssigkeitsaufnahme, Elektrolytentgleisung oder zunehmende Dehydration der häufigste Grund für stationäre Krankenhausaufenthalte bei Kindern in Deutschland. Die Leitlinie betont zudem, dass Rotavirus-Impfungen effektiv Hospitalisierungen und schwere Verläufe verringern können.

Empfehlungen

Diagnosestellung Die AWMF-Leitlinie empfiehlt, die Diagnose einer akuten Gastroenteritis klinisch zu stellen. Als Leitsymptome nennt die Leitlinie eine plötzliche Abnahme der Stuhlkonsistenz und eine Zunahme der Stuhlfrequenz (typischerweise mindestens dreimal in 24 Stunden), die von Erbrechen oder Fieber begleitet sein können.

Warnhinweise und Arztvorstellung Laut Leitlinie soll aufgrund eines erhöhten Komplikationsrisikos eine ärztliche Vorstellung erfolgen bei:

  • Hohem Fieber (insbesondere bei Säuglingen)
  • Vigilanzminderung
  • Starken Bauchschmerzen
  • Anhaltender Trink- und Nahrungsverweigerung
  • Relevanten Flüssigkeitsverlusten durch häufiges Erbrechen oder Durchfälle
  • Blutigen oder länger anhaltenden Durchfällen
  • Vorliegen einer schweren Grunderkrankung

Erregerdiagnostik Die Leitlinie stuft eine routinemäßige Erregerdiagnostik als nicht erforderlich ein. Es wird empfohlen, eine Diagnostik nur dann durchzuführen, wenn sich daraus medizinische, krankenhaushygienische oder melderechtliche Konsequenzen ergeben. Dies ist laut Leitlinie beispielsweise bei Immundefizienz, schweren Krankheitsbildern (wie Sepsis oder HUS), Diarrhö-bedingter Hospitalisierung oder nosokomialer Diarrhö der Fall.

Ernährung und Rehydration Nach aktueller Leitlinienempfehlung soll Kindern ohne Dehydration die gewohnte, altersentsprechende Nahrung angeboten werden. Bei einer leichten bis mittelschweren Dehydration empfiehlt die Leitlinie als Standardtherapie eine rasche orale Rehydration mit einer Glukose-Elektrolytlösung.

Dosierung

Die AWMF-Leitlinie nennt spezifische Zielwerte für die Zusammensetzung einer oralen Rehydrationslösung (ORL) zur Behandlung der Dehydration bei akuter Gastroenteritis.

BestandteilEmpfohlene Konzentration laut Leitlinie
Natrium60 mmol/l
Glucose74 - 111 mmol/l

Zudem verweist die Leitlinie auf die Möglichkeit der Nutzung polymerbasierter Elektrolytlösungen als Alternative.

Kontraindikationen

Die AWMF-Leitlinie spricht eine starke negative Empfehlung gegen bestimmte Getränke zur Rehydration aus. Laut Leitlinie sollen bei einer Dehydration keine koffeinhaltigen Getränke, Limonaden oder Fruchtsäfte zur oralen Rehydration verwendet werden.

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💡Praxis-Tipp

Laut der AWMF-Leitlinie kann eine strukturierte telefonische Ersteinschätzung hilfreich sein, um die Notwendigkeit und Dringlichkeit einer ärztlichen Vorstellung abzuklären, wobei gezielt nach Risikofaktoren, Fieber, Dauer der Symptome und dem Bewusstseinszustand des Kindes gefragt werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Die AWMF-Leitlinie empfiehlt eine klinische Diagnosestellung, die auf Leitsymptomen wie einer plötzlichen Abnahme der Stuhlkonsistenz und einer erhöhten Stuhlfrequenz basiert.

Laut Leitlinie wird eine ärztliche Vorstellung unter anderem bei hohem Fieber, Vigilanzminderung, starken Bauchschmerzen, blutigen Durchfällen oder anhaltender Trinkverweigerung empfohlen.

Die Leitlinie rät von einer routinemäßigen Erregerdiagnostik ab und empfiehlt diese nur bei speziellen Indikationen wie schweren Verläufen, Immundefizienz, nosokomialen Infektionen oder Ausbrüchen.

Gemäß der Leitlinie soll als Standardtherapie eine rasche orale Rehydration mit einer Glukose-Elektrolytlösung oder einer polymerbasierten Elektrolytlösung erfolgen.

Die Leitlinie empfiehlt, Säuglingen und Kindern ohne Dehydration die gewohnte, altersentsprechende Nahrung anzubieten, sobald diese toleriert wird.

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Quelle: Akute infektiöse Gastroenteritis im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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