Kopfschmerzen bei Kindern: Bildgebung (AWMF-Leitlinie)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Magnetresonanztomografie (MRT) ist das bildgebende Verfahren der Wahl bei der Abklärung von Kopfschmerzen bei Kindern.
  • Bei klinisch eindeutig gesicherter Migräne oder Spannungskopfschmerzen ist eine Bildgebung nicht zwingend erforderlich.
  • Kopfschmerzen bei 3- bis 4-jährigen Kindern sind ungewöhnlich und erfordern eine rasche MRT-Diagnostik zum Tumorausschluss.
  • Die Computertomografie (CT) bleibt speziellen akuten Fragestellungen (z.B. Trauma, vaskuläre Ursachen) vorbehalten.
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Hintergrund

Das Symptom Kopfschmerz lässt bei Kindern eine Vielzahl an Differenzialdiagnosen zu. Grundsätzlich kommen bildgebende Methoden im Allgemeinen erst nach der klinischen Abklärung der Situation zum Einsatz. Ein besonderes Warnsignal stellen Kopfschmerzen bei Kleinkindern dar: Gibt ein 3- bis 4-jähriges Kind das Symptom Kopfschmerz an, ist dies ungewöhnlich und muss ernst genommen werden. In diesem Fall sollte nicht lange gezögert werden, das aussagefähigste Schnittbildverfahren einzusetzen, da differenzialdiagnostisch auch an einen Hirntumor gedacht werden muss.

Wahl des Bildgebungsverfahrens

Die Leitlinie gibt klare Empfehlungen zur Priorisierung der bildgebenden Modalitäten bei Kindern und Jugendlichen:

  • Magnetresonanztomografie (MRT): Ist bei erforderlicher Bildgebung im Rahmen der Kopfschmerzabklärung die Methode der Wahl (Starker Konsens).
  • Computertomografie (CT): Sollte speziellen Fragestellungen in der Akutdiagnostik (z.B. Polytrauma, Schädel-Hirn-Trauma, akute Liquorzirkulationsstörung) oder vermuteten vaskulären Ursachen bei entsprechender Klinik vorbehalten bleiben.
  • Sonografie/Duplexsonografie: Kann bei Kopfschmerzsymptomatik von Kindern bei Spezialindikationen (z.B. über die noch offene Fontanelle oder transkraniell) eingesetzt werden.

Indikationen nach Differenzialdiagnose

Die nachfolgende Tabelle fasst die empfohlene Bildgebung je nach klinischer Fragestellung und vermuteter Ursache zusammen:

Fragestellung / DiagnoseBildgebende DiagnostikKommentar
Primärer Kopfschmerz (Migräne, Spannungskopfschmerz)MRTBei gesicherter Diagnose nicht zwingend erforderlich. MRT jedoch indiziert bei Clusterkopfschmerz, Chronifizierung oder klinisch unklarem Befund.
TraumafolgeMRT (akut ggf. CT)Röntgen ist nicht indiziert. Ultraschall (US) + FKDS zervikal/transkraniell möglich.
Vaskuläre UrsacheMRT/CT, MRA/CTAGgf. DSA bei Intervention; US + FKDS (zervikal/transkraniell).
Liquorzirkulationsstörung / PseudotumorMRTIm Notfall CT (dosisreduziertes Protokoll). US bei offener Fontanelle. Bei Shunt: Röntgen-Ventil, Ultraschall für Shuntverlauf.
TumorMRTCT nur bei spezieller Fragestellung (z.B. GPOH-Protokolle).
Meningitis / EnzephalitisMRTBildgebung nur bei spezieller Indikation.
Komplikation bei Sinusitis / MastoiditisMRTZum Ausschluss von Sinusthrombose oder intrakranieller Abszess. CT ggf. präoperativ.
Craniomandibuläre DysplasieMRTSpezielle Kiefergelenk-MRT mit geschlossenem und offenem Mund.

Verzicht auf Bildgebung

Lediglich bei gesicherter Migräne und bei Spannungskopfschmerzen ist eine Bildgebung nicht zwingend erforderlich. Sollten diese Diagnosen klinisch jedoch nicht eindeutig sein, wird eine MRT zum Ausschluss anderer Differenzialdiagnosen (organische Ursachen) ausdrücklich empfohlen.

💡Praxis-Tipp

Nehmen Sie Kopfschmerzen bei 3- bis 4-jährigen Kindern immer ernst und veranlassen Sie zügig eine MRT zum Ausschluss eines Hirntumors. Verzichten Sie hingegen bei klinisch eindeutiger Migräne auf eine routinemäßige Bildgebung.

Häufig gestellte Fragen

Die Magnetresonanztomografie (MRT) ist bei erforderlicher Bildgebung das Mittel der Wahl.
Ein CT sollte speziellen Fragestellungen in der Akutdiagnostik (z.B. Polytrauma, Schädel-Hirn-Trauma, akute Liquorzirkulationsstörung) oder bei vermuteter vaskulärer Ursache vorbehalten bleiben.
Nein, bei klinisch eindeutig gesicherter Migräne oder Spannungskopfschmerzen ist eine Bildgebung nicht zwingend erforderlich. Bei Unklarheiten oder Clusterkopfschmerz sollte jedoch ein MRT erfolgen.
Kopfschmerzen in diesem Alter sind ungewöhnlich. Es sollte nicht lange gezögert werden, ein MRT durchzuführen, um unter anderem einen Hirntumor auszuschließen.

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