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Diabetische Retinopathie: Leitlinie (Diabetes Canada)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Diabetes Canada Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Das Screening auf diabetische Retinopathie sollte bei Typ-1-Diabetes ab 5 Jahren nach Diagnose (bei Patienten ab 15 Jahren) und bei Typ-2-Diabetes direkt bei Diagnosestellung beginnen.
  • Eine optimale Blutzuckereinstellung mit einem Ziel-HbA1c von ≤ 7 % verzögert das Auftreten und die Progression der Erkrankung signifikant.
  • Anti-VEGF-Injektionen gelten als Erstlinientherapie bei zentrumsbeteiligtem diabetischem Makulaödem (DME).
  • Die Zugabe von Fenofibrat zu einer Statintherapie kann bei Typ-2-Diabetikern die Progression einer etablierten Retinopathie verlangsamen.
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Hintergrund

Die diabetische Retinopathie ist die häufigste Erblindungsursache bei Menschen im erwerbsfähigen Alter. Die Erkrankung wird klinisch anhand des Ausmaßes der retinalen Gefäßveränderungen diagnostiziert und in drei Hauptformen unterteilt:

  • Makulaödem: Diffuse oder fokale Gefäßleckage an der Makula.
  • Nicht-proliferative und proliferative Retinopathie: Zunehmende mikrovaskuläre Veränderungen (Mikroaneurysmen, intraretinale Blutungen), die letztlich zu abnormalem Gefäßwachstum auf der Papille oder Retina führen.
  • Retinaler Kapillarausfall: Ein auf der Angiografie sichtbarer Gefäßverschluss, für den es derzeit keine spezifische Heilung gibt.

Screening-Empfehlungen

Da die diabetische Retinopathie oft unbemerkt bleibt, bis ein Sehverlust eintritt, ist ein regelmäßiges Screening durch qualifiziertes Fachpersonal (Optometristen oder Ophthalmologen) essenziell. Als Goldstandard gilt die stereoskopische 7-Feld-Farbfundusfotografie.

DiabetestypBeginn des ScreeningsIntervall (ohne Retinopathie)
Typ 15 Jahre nach Diagnose (bei Patienten ≥ 15 Jahre)Jährlich
Typ 2Direkt bei DiagnosestellungAlle 1 bis 2 Jahre

Prävention und Risikofaktoren

Eine optimale Einstellung der systemischen Risikofaktoren ist entscheidend, um das Auftreten und die Progression der Retinopathie zu verzögern:

  • Blutzuckerkontrolle: Ein Ziel-HbA1c von ≤ 7 % wird empfohlen. Eine intensive Blutzuckersenkung reduziert die Entwicklung und Progression der Retinopathie.
  • Blutdruck: Eine strikte Blutdruckkontrolle senkt das Risiko der Progression. Es gibt jedoch keine ausreichende Evidenz, um eine primärpräventive RAAS-Blockade bei normotensiven Patienten generell zu empfehlen.
  • Lipidsenker: Die Zugabe von Fenofibrat zur Statintherapie kann bei Typ-2-Diabetikern erwogen werden, um die Progression einer etablierten Retinopathie zu verlangsamen.
  • Thrombozytenaggregationshemmer: ASS beeinflusst die Inzidenz oder Progression der Retinopathie nicht und erhöht nicht das Risiko für Glaskörperblutungen oder Makulaödeme.

Therapieoptionen

Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Retinopathie und dem Vorliegen eines Makulaödems. Bei visuell eingeschränkten Patienten sollte zudem eine Überweisung zur Low-Vision-Rehabilitation erfolgen.

TherapieIndikationBemerkung
Anti-VEGF-InjektionenZentrumsbeteiligtes diabetisches Makulaödem (DME)Erstlinientherapie (Ranibizumab, Aflibercept, Bevacizumab). Führt zu Visusverbesserung und Reduktion der Makuladicke.
LasertherapieSchwere nicht-proliferative oder proliferative RetinopathiePanretinale Photokoagulation reduziert das Erblindungsrisiko um 90 %. Fokaler Laser wird bei nicht-zentralem Makulaödem eingesetzt.
Intraokulare SteroideMakulaödem (DME)Triamcinolon, Dexamethason, Fluocinolon. Geht mit einem erhöhten Risiko für Glaukom und Katarakt einher.
Vitreoretinale ChirurgieNicht klärende Glaskörperblutung, Traktion, persistierende NeovaskularisationEine frühzeitige Vitrektomie verbessert die visuellen Ergebnisse. Perioperatives ASS oder Warfarin erhöhen das Blutungsrisiko nicht.

💡Praxis-Tipp

Veranlassen Sie bei Patienten mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes umgehend ein augenärztliches Screening. Bei 21 bis 39 % dieser Patienten liegen bereits bei Diagnosestellung Frühformen der Retinopathie vor.

Häufig gestellte Fragen

Bei Patienten ab 15 Jahren sollte das Screening 5 Jahre nach der Erstdiagnose des Typ-1-Diabetes beginnen.
Anti-VEGF-Präparate (wie Ranibizumab, Aflibercept oder Bevacizumab) gelten als Erstlinientherapie, da sie im Gegensatz zum Laser nicht nur einen weiteren Sehverlust verhindern, sondern den Visus aktiv verbessern können.
Nein, die perioperative Gabe von ASS oder Warfarin erhöht das Risiko für hämorrhagische Komplikationen bei ophthalmologischen Eingriffen laut Leitlinie nicht.
Ein HbA1c-Wert von ≤ 7 % wird empfohlen, um die Entwicklung und Progression der diabetischen Retinopathie zu verlangsamen.

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