Basic Life Support (BLS): ERC-Leitlinie 2021

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: ERC (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Basic Life Support (BLS) umfasst die grundlegenden Maßnahmen der Wiederbelebung bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Die Leitlinie des European Resuscitation Council (ERC) aus dem Jahr 2021 betont, dass das Nichterkennen eines Herzstillstands weiterhin ein großes Hindernis für das Überleben darstellt. Laut Leitlinie ist ein Herzstillstand bei jeder nicht ansprechbaren Person mit fehlender oder abnormaler Atmung anzunehmen. Dabei wird hervorgehoben, dass auch langsame, mühsame Atmung (Schnappatmung) oder kurze krampfartige Bewegungen zu Beginn als Zeichen eines Herzstillstands gewertet werden müssen. Die frühzeitige Erkennung und der sofortige Beginn der Herzdruckmassage sind essenziell, da das Risiko, durch Reanimationsmaßnahmen bei einer nicht im Herzstillstand befindlichen Person Schaden anzurichten, als sehr gering eingestuft wird.

Empfehlungen

Die ERC-Leitlinie 2021 formuliert klare Handlungsschritte für den Basic Life Support: Notruf absetzen * Gemäß der Leitlinie soll sofort der Rettungsdienst alarmiert werden, wenn eine Person bewusstlos ist und nicht normal atmet. * Ein einzelner Ersthelfer mit Mobiltelefon soll laut Expertenkonsens den Notruf wählen, die Freisprechfunktion aktivieren und umgehend, angeleitet durch die Leitstelle, mit der Reanimation beginnen. Herzdruckmassage (Chest Compressions) * Es wird empfohlen, die Herzdruckmassage auf der unteren Hälfte des Brustbeins (in der Mitte des Brustkorbs) durchzuführen (schwache Empfehlung). * Die Kompressionstiefe soll mindestens 5 cm, aber nicht mehr als 6 cm betragen (starke Empfehlung). * Die Leitlinie empfiehlt eine Frequenz von 100 bis 120 Kompressionen pro Minute (starke Empfehlung). * Nach jeder Kompression muss der Brustkorb vollständig entlastet werden. Ein Abstützen auf dem Brustkorb ist zu vermeiden. * Die Maßnahmen sollen nach Möglichkeit auf einer harten Unterlage erfolgen. Beatmung (Rescue Breaths) * Die Leitlinie empfiehlt den Wechsel zwischen 30 Herzdruckmassagen und 2 Beatmungen (Verhältnis 30:2). * Falls Ersthelfer nicht beatmen können oder wollen, wird eine kontinuierliche Herzdruckmassage empfohlen. Automatisierter Externer Defibrillator (AED) * Sobald ein AED verfügbar ist, soll dieser eingeschaltet und den Sprachanweisungen gefolgt werden. * Die Klebeelektroden werden laut Leitlinie auf dem entblößten Brustkorb angebracht (bevorzugt antero-lateral). * Die Herzdruckmassage soll fortgesetzt werden, bis der AED zur Rhythmusanalyse oder Schockabgabe auffordert. Fremdkörperverlegung der Atemwege (Choking) * Bei ansprechbaren Personen mit schwerer Atemwegsverlegung empfiehlt die Leitlinie bis zu 5 Rückenschläge. * Bleiben diese erfolglos, sollen bis zu 5 Oberbauchkompressionen (Heimlich-Manöver) durchgeführt werden. * Wird das Opfer bewusstlos, ist sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (CPR) zu beginnen.

Kontraindikationen

Die ERC-Leitlinie spricht sich gegen bestimmte Maßnahmen aus, da diese potenziell schädlich oder ineffektiv sind: *

Blinder Fingerausräumer

Die Leitlinie warnt davor, blind mit dem Finger im Mundraum nach Fremdkörpern zu suchen, da dies die Atemwegsverlegung verschlimmern oder Verletzungen verursachen kann. Ein Ausräumen soll nur bei sichtbaren Fremdkörpern erfolgen. *

Umlagern im Krankenhaus

Es wird davon abgeraten, Patienten im klinischen Setting vom Bett auf den Boden zu verlagern, um die Herzdruckmassage zu verbessern. *

Backboards

Die routinemäßige Verwendung eines Backboards (Reanimationsbretts) wird von der ERC nicht empfohlen.

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💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger Praxisaspekt der Leitlinie ist der Umgang mit der sogenannten Schnappatmung (agonale Atmung). Da diese bei etwa 50 % der Patienten mit Herzstillstand auftritt und häufig fälschlicherweise als Lebenszeichen interpretiert wird, wird nachdrücklich darauf hingewiesen, bei jeder unnormalen, langsamen oder mühsamen Atmung einer bewusstlosen Person unverzüglich von einem Herzstillstand auszugehen und mit der Herzdruckmassage zu beginnen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie können zu Beginn eines Herzstillstands kurze krampfartige Bewegungen auftreten. Es wird empfohlen, die Person nach Ende des Krampfs zu beurteilen und bei Bewusstlosigkeit sowie fehlender normaler Atmung sofort mit der Reanimation zu beginnen.

Die Leitlinie betont, dass Ersthelfer ohne Angst vor Schäden mit der Reanimation beginnen sollen. Die Evidenz zeigt, dass das Risiko für schwere Verletzungen bei Personen, die nicht im Herzstillstand sind, sehr gering ist und der Nutzen einer frühen Reanimation bei Weitem überwiegt.

Gemäß den ERC-Empfehlungen soll der Brustkorb 5 bis maximal 6 cm tief eingedrückt werden. Die empfohlene Frequenz liegt bei 100 bis 120 Kompressionen pro Minute.

Die Leitlinie empfiehlt grundsätzlich ein Verhältnis von 30 Kompressionen zu 2 Beatmungen. Wenn ein Ersthelfer jedoch nicht in der Lage oder nicht bereit zur Beatmung ist, wird laut Leitlinie eine kontinuierliche Herzdruckmassage ohne Beatmung empfohlen.

Nach aktueller Leitlinienempfehlung soll das Opfer zunächst zum Husten animiert werden. Bei Ineffektivität werden bis zu 5 Rückenschläge und anschließend bis zu 5 Oberbauchkompressionen empfohlen. Bei Bewusstlosigkeit ist sofort die Reanimation zu starten.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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