Posttraumatische Belastungsstoerung (PTBS): NICE-Leitlinie
Hintergrund
Die Posttraumatische Belastungsstoerung (PTBS) entwickelt sich laut der NICE-Leitlinie nach extrem bedrohlichen oder katastrophalen Ereignissen. Gemaess dem Dokument entwickeln etwa 25 bis 30 Prozent der Personen, die ein solches Trauma erleben, im weiteren Verlauf eine PTBS. Die Leitlinie beschreibt, dass zu den Hauptsymptomen das Wiedererleben (Flashbacks), Vermeidungsverhalten, emotionale Taubheit und Uebererregung gehoeren. Bei der komplexen PTBS kommen laut NICE zusaetzlich Affektregulationsstoerungen, eine negative Selbstwahrnehmung sowie zwischenmenschliche Schwierigkeiten hinzu. Die NICE-Leitlinie betont, dass eine PTBS auch noch Jahre nach dem Ereignis gut behandelbar ist, die Erkennung jedoch oft erschwert wird, da Betroffene das Sprechen ueber das Trauma vermeiden.
Empfehlungen
Die NICE-Leitlinie empfiehlt bei der Diagnostik einer PTBS, gezielt nach traumatischen Ereignissen und spezifischen Symptomen wie Vermeidung oder Dissoziation zu fragen. Fuer Personen mit unterschwelligen Symptomen innerhalb des ersten Monats nach dem Trauma wird gemaess der Leitlinie ein aktives Beobachten (Active Monitoring) empfohlen. Die Leitlinie spricht sich explizit gegen ein psychologisch fokussiertes Debriefing zur Praevention oder Behandlung aus. Fuer Kinder und Jugendliche empfiehlt das Dokument als primaere Therapie eine trauma-fokussierte kognitive Verhaltenstherapie (TF-CBT). Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) soll bei dieser Altersgruppe laut Leitlinie nur erwogen werden, wenn die TF-CBT nicht wirksam ist oder nicht angenommen wird. Fuer Erwachsene empfiehlt die NICE-Leitlinie ebenfalls die TF-CBT oder EMDR als psychologische Interventionen der ersten Wahl. Bei Erwachsenen, die eine medikamentoese Therapie bevorzugen, kann laut Leitlinie Venlafaxin oder ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie Sertralin erwogen werden. Gemaess den Empfehlungen duerfen Begleiterkrankungen wie ein Substanzmissbrauch nicht grundsaetzlich zum Ausschluss von der PTBS-Behandlung fuehren. Bei einer komorbiden Depression empfiehlt die Leitlinie, in der Regel zuerst die PTBS zu behandeln.
Kontraindikationen
Die NICE-Leitlinie warnt ausdruecklich davor, medikamentoese Behandlungen, einschliesslich Benzodiazepinen, zur Praevention einer PTBS bei Erwachsenen anzubieten. Zudem wird laut Leitlinie bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren grundsaetzlich von einer medikamentoesen Therapie zur Praevention oder Behandlung der PTBS abgeraten.
💡Praxis-Tipp
Gemaess der NICE-Leitlinie ist bei der Behandlungsplanung darauf zu achten, dass Betroffene oft grosse Angst oder Scham empfinden und Behandlungen meiden koennten; daher wird empfohlen, flexible Zugangswege zu schaffen und bei verpassten Terminen aktiv nachzufassen.
Häufig gestellte Fragen
Laut der NICE-Leitlinie wird bei unterschwelligen Symptomen innerhalb des ersten Monats ein aktives Beobachten (Active Monitoring) empfohlen. Ein psychologisches Debriefing wird ausdruecklich nicht empfohlen.
Die Leitlinie empfiehlt fuer Erwachsene in erster Linie eine trauma-fokussierte kognitive Verhaltenstherapie (TF-CBT) oder Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR).
Nein, gemaess der NICE-Leitlinie sollen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren keine Medikamente zur Praevention oder Behandlung einer PTBS angeboten werden.
Wenn Erwachsene eine medikamentoese Behandlung bevorzugen, kann laut Leitlinie Venlafaxin oder ein SSRI wie Sertralin erwogen werden. Bei schweren Hyperarousal-Symptomen kann gemaess Dokument zusaetzlich ein Antipsychotikum wie Risperidon durch einen Spezialisten erwogen werden.
Die NICE-Leitlinie empfiehlt, in der Regel zuerst die PTBS zu behandeln, da sich die Depression dadurch oft mitbessert. Eine Ausnahme besteht laut Dokument, wenn die Depression so schwer ist, dass sie die psychologische Behandlung der PTBS unmoeglich macht.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: NICE NG116: Post-traumatic stress disorder (PTSD) (NICE, 2018). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.