Diabetes bei Kindern und Jugendlichen: NICE-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie befasst sich mit der Diagnostik und dem Management von Typ-1- und Typ-2-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Laut Leitlinie ist das Hauptziel, eine strikte Blutzuckerkontrolle zu unterstuetzen, um die mit Diabetes verbundenen Langzeitrisiken zu minimieren. Gemaess dem Dokument erfordert die Betreuung ein multidisziplinaeres Team, das sowohl medizinische als auch psychosoziale Aspekte der Erkrankung beruecksichtigt, da Kinder und Jugendliche mit Diabetes ein erhoehtes Risiko fuer emotionale und verhaltensbezogene Schwierigkeiten aufweisen.

Empfehlungen

Die NICE-Leitlinie empfiehlt, bei der Diagnose zunaechst von einem Typ-1-Diabetes auszugehen, sofern keine starken Hinweise auf einen Typ-2-Diabetes vorliegen. Zu diesen Hinweisen zaehlen laut Leitlinie unter anderem Adipositas, eine positive Familienanamnese oder Anzeichen einer Insulinresistenz. Es wird eine sofortige Ueberweisung an ein multidisziplinaeres paediatrisches Diabetesteam empfohlen.

Typ-1-Diabetes

Gemaess der Leitlinie wird als Standardtherapie ab Diagnose eine intensivierte Insulintherapie (Basis-Bolus-Prinzip mit multiplen taeglichen Injektionen) empfohlen. Falls dies nicht geeignet ist, kann laut NICE eine Insulinpumpe in Betracht gezogen werden. Die Leitlinie empfiehlt, allen Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes ein Real-Time-CGM (rtCGM) anzubieten. Als Zielwert fuer den Langzeitblutzucker (HbA1c) wird ein Wert von 48 mmol/mol (6,5 %) oder niedriger empfohlen, um Langzeitkomplikationen zu minimieren.

Typ-2-Diabetes

Nach aktueller Leitlinienempfehlung erhalten Patienten mit Typ-2-Diabetes zunaechst eine Metformin-Monotherapie sowie eine umfassende Schulung zu Ernaehrung und Bewegung. Laut NICE-Leitlinie sollen Liraglutid, Dulaglutid oder Empagliflozin zusaetzlich angeboten werden, wenn die Zielwerte nicht erreicht werden. Ein rtCGM wird hier laut Leitlinie nur unter bestimmten Voraussetzungen empfohlen, etwa bei wiederkehrenden schweren Hypoglykaemien.

Diabetische Ketoazidose (DKA)

Die Leitlinie definiert eine DKA durch Hyperglykaemie (Blutzucker ueber 11 mmol/l), Azidose (pH-Wert unter 7,3) und Ketonaemie (Beta-Hydroxybutyrat ueber 3 mmol/l). Es wird eine sofortige intravenoese Fluessigkeitstherapie mit 0,9 % Natriumchlorid sowie eine intravenoese Insulingabe empfohlen.

Dosierung

Gemaess der NICE-Leitlinie erfolgt die Berechnung des Fluessigkeitsbedarfs bei einer diabetischen Ketoazidose (DKA) ueber die ersten 48 Stunden durch Addition des Defizits und des Erhaltungsbedarfs.

Berechnung des Fluessigkeitsdefizits laut Leitlinie

  • Leichte bis mittelschwere DKA (pH >= 7,1): Annahme von 5 % Dehydratation.
  • Schwere DKA (pH < 7,1): Annahme von 10 % Dehydratation.

Erhaltungsbedarf nach der Holliday-Segar-Formel (gemaess Leitlinie):

KoerpergewichtEmpfohlene Menge
Erste 10 kg100 ml/kg
Zweite 10 kg50 ml/kg
Jedes weitere kg20 ml/kg
(Maximalgewicht fuer die Berechnung: 75 kg)

Kontraindikationen

Die NICE-Leitlinie warnt davor, bei schwerer Hypoglykaemie mit Bewusstseinsminderung orale Glukoseloesungen zu verwenden, da dies gefaehrlich sein koennte. Zudem wird bei Typ-1-Diabetes davon abgeraten, Acarbose oder Sulfonylharnstoffe in Kombination mit Insulin einzusetzen, da laut Leitlinie das Hypoglykaemierisiko steigt, ohne die Blutzuckerkontrolle zu verbessern. Bei der DKA-Behandlung wird empfohlen, keine oralen Fluessigkeiten zu verabreichen, solange der Patient intravenoese Fluessigkeiten erhaelt, es sei denn, die Ketose klingt ab und der Patient ist wach und erbricht nicht.

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💡Praxis-Tipp

Laut der NICE-Leitlinie ist bei Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes, die Schwierigkeiten bei der Blutzuckereinstellung haben, auch an die Moeglichkeit einer mangelnden Therapieadhaerenz zu denken, insbesondere waehrend der Pubertaet. Die Leitlinie empfiehlt, dieses Thema in der Praxis sensibel anzusprechen.

Häufig gestellte Fragen

Die NICE-Leitlinie empfiehlt einen Nuechternblutzucker von 4 bis 7 mmol/l nach dem Aufwachen und vor den Mahlzeiten sowie 5 bis 9 mmol/l nach den Mahlzeiten.

Gemaess der Leitlinie wird allen Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes ein Real-Time-CGM (rtCGM) angeboten. Bei Typ-2-Diabetes wird es laut Leitlinie nur bei speziellen Indikationen, wie etwa wiederholten Hypoglykaemien oder kognitiven Einschraenkungen, empfohlen.

Nach aktueller Leitlinienempfehlung erfolgt die Behandlung mit 10 bis 20 g schnell wirksamer oraler Glukose. Der Blutzucker sollte laut Leitlinie nach 15 Minuten kontrolliert werden.

Die Leitlinie empfiehlt, Kinder und Jugendliche mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes ab dem 12. Lebensjahr in ein jaehrliches Screening-Programm fuer diabetische Retinopathie aufzunehmen.

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Quelle: Diabetes in children and young people (NICE, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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