Notfall- und Akutmedizin ab 16 Jahren: NICE-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Point-of-Care-CRP-Tests sollten bei Verdacht auf tiefe Atemwegsinfektionen im ambulanten Bereich angeboten werden.
  • Die Entlassungsplanung muss bereits zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme beginnen.
  • Eine fachärztliche Erstbeurteilung (Consultant Review) wird innerhalb von 14 Stunden nach Aufnahme empfohlen.
  • Krankenhausbetten-Kapazitäten sollten so geplant werden, dass eine Belegung von über 90 % vermieden wird.
  • Für Visiten, Übergaben und Patiententransfers sind standardisierte Ansätze (z. B. Checklisten) zu nutzen.
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Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG94 befasst sich mit der Organisation und Bereitstellung von Notfall- und Akutmedizin für Patienten ab 16 Jahren. Ziel ist es, Krankenhausaufnahmen zu reduzieren, den Patientenfluss zu optimieren und eine sichere, frühzeitige Entlassung in die ambulante Versorgung zu fördern.

Präklinische und ambulante Versorgung

Um unnötige Krankenhausaufnahmen zu vermeiden, sollten erste Kontaktpunkte im Gesundheitssystem gestärkt werden:

  • Spezialisierte Notfallsanitäter: Einsatz von Rettungsfachpersonal mit erweiterter Ausbildung zur Beurteilung und Behandlung medizinischer Notfälle.
  • Point-of-Care-Diagnostik: Bereitstellung von CRP-Schnelltests bei Verdacht auf tiefe Atemwegsinfektionen.
  • Apothekendienste: Erweiterte Apothekendienste in der Gemeinde oder in Hausarztpraxen anbieten. Keine routinemäßigen Medikamentenüberprüfungen zu Hause, es sei denn, es bestehen logistische oder klinische Gründe.
  • Vermeidung von Aufnahmen: Angebot von pflegegeleiteter Unterstützung, multidisziplinärer Intermediate Care und gemeindebasierten Rehabilitationsdiensten als Alternative zur Klinik.
  • Palliativversorgung: Spezialisierte multidisziplinäre Palliativversorgung und Advance Care Planning (gesundheitliche Versorgungsplanung) für Patienten am Lebensende.

Krankenhausaufnahme und -versorgung

MaßnahmeEmpfehlung
RisikostratifizierungValidierte Tools zur Entscheidungsfindung bei der Aufnahme nutzen
AkutstationenPatienten mit undifferenzierten Notfällen auf einer Akutstation (Acute Medical Unit) aufnehmen und behandeln
PsychiatrieZugang zu Konsiliarpsychiatrie für Notfallpatienten mit psychischen Problemen sicherstellen
EntlassmanagementEntlassungsplanung direkt zum Zeitpunkt der Aufnahme beginnen

Fachärztliche Beurteilung (Consultant Review)

Die Leitlinie empfiehlt folgende Frequenzen für die fachärztliche Beurteilung, abhängig von lokalen Gegebenheiten und der Krankheitsschwere:

Art der VisiteZeitfenster / FrequenzZiel
ErstbeurteilungInnerhalb von 14 Stunden nach AufnahmeFestlegung des Behandlungspfads
Reguläre VisiteTäglich (inklusive Wochenenden und Feiertagen)Verlaufsbeurteilung
Intensivierte VisiteNach klinischem Bedarf (z. B. zweimal täglich)Engmaschige Überwachung kritisch Kranker

Multidisziplinäre Versorgung im Krankenhaus

  • Bereitstellung einer koordinierten, multidisziplinären Versorgung.
  • Integration von Stationsapothekern in das Behandlungsteam bei Notfallaufnahmen.
  • Zugang zu Physiotherapie und Ergotherapie an 7 Tagen in der Woche.
  • Erwägung von Critical Care Outreach Teams (CCOTs) für Patienten mit akuter Verschlechterung oder dem Risiko dafür.

Visiten, Übergaben und Transfers

Eine strukturierte Kommunikation ist essenziell für die Patientensicherheit:

  • Visiten: Standardisierte und strukturierte Ansätze nutzen (z. B. Checklisten oder klinische Entscheidungsunterstützungssysteme).
  • Übergaben: Strukturierte Übergaben bei Versorgungsübergängen durchführen.
  • Transfers: Standardisierte Versorgungssysteme (inklusive Checklisten, Personal und Ausrüstung) bei inner- und außerklinischen Transporten von kritisch kranken Patienten anwenden.

Kapazitätsplanung

  • Bettenauslastung: Die akute Bettenbelegung, Kapazität und den Patientenfluss in Echtzeit überwachen.
  • Zielwert: Kapazitäten so planen, dass die Risiken einer Bettenauslastung von über 90 % minimiert werden.
  • Integrierte Versorgung: Entwicklung und Evaluation von integrierten Behandlungspfaden im Gesundheits- und Sozialwesen.

💡Praxis-Tipp

Beginnen Sie mit der Entlassungsplanung bereits am Tag der stationären Aufnahme. Nutzen Sie für Visiten, Übergaben und Patiententransfers konsequent standardisierte Checklisten, um Informationsverluste zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Die Erstbeurteilung durch einen Facharzt sollte innerhalb von 14 Stunden nach der stationären Aufnahme erfolgen, um den Behandlungspfad festzulegen.
Die Entlassungsplanung sollte laut Leitlinie bereits direkt zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme gestartet werden.
Die Kapazitäten sollten so geplant werden, dass eine Auslastung von über 90 % vermieden wird, um patientengefährdende Risiken zu minimieren.
Die Leitlinie empfiehlt den Einsatz von Point-of-Care-Tests auf C-reaktives Protein (CRP) in der ambulanten Versorgung.
Es wird eine tägliche Visite (auch an Wochenenden und Feiertagen) empfohlen, bei klinischem Bedarf auch häufiger (z. B. zweimal täglich).

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