Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn: S3-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF / DGVS (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED), die durch einen diskontinuierlichen Befall des gesamten Gastrointestinaltraktes gekennzeichnet ist. Die aktualisierte S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) aus dem Jahr 2024 bietet eine evidenzbasierte Grundlage für die Betreuung von Patientinnen und Patienten. Laut Leitlinie erfordert das heterogene Erscheinungsbild der Erkrankung eine präzise und umfassende Diagnostik, um die Krankheitsaktivität, das Befallsmuster und mögliche Komplikationen wie Fisteln oder Stenosen exakt zu erfassen. Die Leitlinienempfehlung zielt darauf ab, durch objektive Parameter nicht nur die klinische Symptomatik, sondern auch die mukosale Heilung zu überwachen.

Empfehlungen

Klinische und apparative Diagnostik

Die AWMF S3-Leitlinie empfiehlt, die Diagnose durch eine Kombination aus klinischem Bild, Endoskopie, Histologie, Bildgebung und Labor zu stellen. Bei der Initialdiagnostik soll laut Leitlinie eine Ileokoloskopie mit Stufenbiopsien sowie eine Dünndarmdiagnostik (bevorzugt MR-Enterografie) erfolgen. Zudem wird eine Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD) empfohlen.

Labordiagnostik

Gemäß der Leitlinie sollte zur Abgrenzung gegenüber funktionellen Beschwerden die quantitative Bestimmung von fäkalem Calprotectin genutzt werden. Genetische oder serologische Marker sollen nach aktueller Leitlinienempfehlung nicht zur Diagnosestellung eingesetzt werden.

Verlaufsdiagnostik

Die Leitlinie rät, nach einem Therapiebeginn oder -wechsel innerhalb der ersten drei Monate das Therapieansprechen mittels CRP, fäkalem Calprotectin und Darmsonografie zu evaluieren. Nach 6 bis 9 Monaten kann eine endoskopische Kontrolle zur Beurteilung der Mukosaheilung durchgeführt werden.

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)

Laut aktuellem Expertenkonsens sollte bei Erwachsenen ohne klinische Symptomatik kein proaktives TDM unter einer TNF-alpha-Antikörpertherapie durchgeführt werden. Bei einem sekundären Wirkverlust wird hingegen ein reaktives TDM empfohlen.

Postoperative Diagnostik

Nach einer Ileozökalresektion empfiehlt die Leitlinie eine Ileokoloskopie innerhalb der ersten 6 bis 12 Monate zur Beurteilung der Anastomosenregion.

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💡Praxis-Tipp

Bei einem schweren akuten Schub oder einem therapierefraktären Verlauf empfiehlt die S3-Leitlinie, stets eine Superinfektion mit Clostridioides difficile oder dem Cytomegalievirus (CMV) differentialdiagnostisch auszuschließen.

Häufig gestellte Fragen

Laut S3-Leitlinie erfolgt die Diagnosestellung durch eine Kombination aus klinischem Erscheinungsbild, endoskopischen, histologischen, bildgebenden und laborchemischen Methoden.

Die Leitlinie empfiehlt für die Dünndarmdiagnostik bevorzugt die Durchführung einer MR-Enterografie. Alternativ kann bei guter Beurteilbarkeit auch eine Darmsonografie erfolgen.

Nach aktueller Leitlinienempfehlung wird fäkales Calprotectin zur Abgrenzung von funktionellen Beschwerden sowie zur Verlaufsdiagnostik und Früherkennung von Rezidiven bei asymptomatischen Patientinnen und Patienten eingesetzt.

Die Leitlinie stuft dies als starke Empfehlung ein, bei Erwachsenen ohne klinische Symptomatik unter einer TNF-alpha-Antikörpertherapie kein proaktives therapeutisches Drug Monitoring durchzuführen. Ein reaktives Monitoring wird nur bei Wirkverlust empfohlen.

Gemäß der Leitlinie sollte eine spezifische Karzinomüberwachung nur bei einem Befall des Kolons durchgeführt werden, wobei das Vorgehen analog zur Colitis ulcerosa erfolgen soll.

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Quelle: S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn (AWMF 021-004, 2024) (AWMF / DGVS, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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