Chlamydien & Gonorrhö Screening: USPSTF Leitlinie
Hintergrund
Chlamydien und Gonorrhö gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STIs). Unbehandelt können sie bei Frauen zu schweren Komplikationen wie der Beckenentzündung (Pelvic Inflammatory Disease), chronischen Unterbauchschmerzen und Infertilität führen.
Diese Zusammenfassung basiert auf den Empfehlungen der US Preventive Services Task Force (USPSTF) aus dem Jahr 2021 zum Screening auf Chlamydien und Gonorrhö.
Die USPSTF bewertet das Screening für die definierten Zielgruppen mit dem Empfehlungsgrad B. Dies weist auf eine hohe Sicherheit für einen moderaten Nettonutzen oder eine moderate Sicherheit für einen moderaten bis substanziellen Nettonutzen der Präventivmaßnahme hin.
Empfehlungen
Zielgruppen für das Screening
Die Leitlinie empfiehlt ein Screening auf Chlamydien und Gonorrhö für alle sexuell aktiven Frauen im Alter von 24 Jahren und jünger. Zudem wird ein Screening für ältere Frauen empfohlen, sofern diese ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen.
Für sexuell aktive Frauen unter 25 Jahren wird ein jährliches Screening-Intervall empfohlen.
Risikofaktoren
Laut Leitlinie gelten folgende Faktoren als erhöhtes Risiko für eine Infektion, welches ein Screening rechtfertigt:
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Alter unter 25 Jahren bei sexueller Aktivität
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Neue oder wechselnde Sexualpartner
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Inkonsequente Kondomnutzung
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Sexuell übertragbare Infektionen (STIs) in der Vorgeschichte
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Sexarbeit
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Drogenkonsum
Diagnostik und Methodik
Als diagnostische Methode wird der Nukleinsäure-Amplifikations-Test (NAAT) bevorzugt. Gemäß den Empfehlungen sind sowohl selbst entnommene Vaginalabstriche als auch Urinproben für die Testung akzeptabel.
Nachsorge und Meldepflicht
Ein Heilungstest (Test of cure) wird laut Leitlinie bei pharyngealer Gonorrhö sowie während der Schwangerschaft empfohlen. Zudem wird auf die Meldepflicht an die zuständigen Gesundheitsbehörden (Public Health) hingewiesen.
USPSTF-Empfehlungsgrade
Die Leitlinie klassifiziert die Evidenz nach folgendem System:
| Grad | Bedeutung | Empfehlung |
|---|---|---|
| A | Hohe Sicherheit für substanziellen Nettonutzen | Starke Empfehlung |
| B | Hohe Sicherheit für moderaten Nutzen (oder moderate Sicherheit für moderaten bis substanziellen Nutzen) | Empfehlung |
| C | Moderate Sicherheit für geringen Nutzen | Selektives Angebot nach individueller Abwägung |
| D | Moderate/hohe Sicherheit für fehlenden Nutzen oder Überwiegen der Schäden | Keine Empfehlung (Abraten) |
| I | Unzureichende Evidenz | Keine Aussage möglich |
Dosierung
Die Leitlinie nennt folgende medikamentöse Therapieschemata für positiv getestete Personen:
| Indikation | Medikament | Dosierung | Dauer/Hinweis |
|---|---|---|---|
| Chlamydien | Azithromycin | 1 g | Einmalgabe |
| Chlamydien | Doxycyclin | 100 mg (zweimal täglich) | 7 Tage |
| Gonorrhö | Ceftriaxon | 500 mg i.m. | Einmalgabe |
💡Praxis-Tipp
Der Nukleinsäure-Amplifikations-Test (NAAT) wird als diagnostischer Goldstandard bevorzugt, wobei auch selbst entnommene Vaginalabstriche oder Urinproben eine valide Option darstellen. Es wird zudem betont, dass bei einer pharyngealen Gonorrhö sowie bei Schwangeren stets ein Heilungstest (Test of cure) im Anschluss an die Therapie erfolgen sollte.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt das Screening für alle sexuell aktiven Frauen bis einschließlich 24 Jahre. Ältere Frauen sollten bei Vorliegen von Risikofaktoren gescreent werden.
Für sexuell aktive Frauen unter 25 Jahren wird ein jährliches Screening-Intervall empfohlen.
Gemäß der Leitlinie ist der Nukleinsäure-Amplifikations-Test (NAAT) die bevorzugte Methode. Dabei können auch selbst entnommene Vaginalabstriche oder Urinproben verwendet werden.
Ein Heilungstest wird laut Leitlinie spezifisch bei Vorliegen einer pharyngealen Gonorrhö sowie bei Schwangeren nach Abschluss der Therapie empfohlen.
Zu den genannten Risikofaktoren zählen unter anderem neue oder multiple Sexualpartner, inkonsequente Kondomnutzung, frühere STIs, Sexarbeit und Drogenkonsum.
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Quelle: USPSTF: STIs: Chlamydia and Gonorrhea Screening (Grade B, 2021) (US Preventive Services Task Force, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.