Schilddrüsenkarzinom Methodik: AWMF S3-Leitlinie
Hintergrund
Die AWMF S3-Leitlinie zum Schilddrüsenkarzinom (Version 1.0, Juli 2025) definiert die evidenzbasierten Standards für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge dieser Tumorerkrankung. Der vorliegende Textausschnitt fokussiert sich ausschließlich auf die methodischen Grundlagen und die Zielsetzung des Dokuments.
Das Ziel des Leitlinienprogramms Onkologie ist es, eine auf die deutsche Versorgungssituation zugeschnittene Entscheidungshilfe zur Verfügung zu stellen. Dadurch soll eine qualitative Verbesserung der ärztlichen Behandlung und der Patientenversorgung erreicht werden.
Die Leitlinie richtet sich an ein breites interdisziplinäres Fachpublikum, darunter Endokrinologen, Nuklearmediziner, Chirurgen und Onkologen. Sie dient zudem als Informationsquelle für Qualitätssicherungseinrichtungen, Zertifizierungsstellen und Kostenträger.
Empfehlungen
Die Leitlinie beschreibt folgende methodische Grundlagen für die Erstellung der klinischen Empfehlungen:
Evidenz- und Empfehlungsgraduierung
Die Bewertung der Evidenz erfolgt primär nach dem Schema des Oxford Centre for Evidence-based Medicine (2009) sowie ergänzend nach der GRADE-Methodik. Darauf basierend werden drei Empfehlungsgrade unterschieden:
| Empfehlungsgrad | Beschreibung | Formulierung |
|---|---|---|
| A | Starke Empfehlung | soll / soll nicht |
| B | Empfehlung | sollte / sollte nicht |
| 0 | Offene Empfehlung | kann |
Konsensfindung
Die Festlegung der Empfehlungsgrade erfolgte in strukturierten Konsensuskonferenzen unter neutraler Moderation. Die Leitlinie definiert dabei vier Stufen der Konsensstärke:
| Konsensstärke | Zustimmung |
|---|---|
| Starker Konsens | > 95 % |
| Konsens | > 75-95 % |
| Mehrheitliche Zustimmung | > 50-75 % |
| Keine mehrheitliche Zustimmung | < 50 % |
Expertenkonsens und Statements
Empfehlungen der guten klinischen Praxis, für die keine systematische Literaturrecherche vorliegt, werden als Expertenkonsens deklariert. Statements dienen laut Leitlinie der Darlegung spezifischer Sachverhalte ohne unmittelbare Handlungsaufforderung.
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass die Leitlinie als Entscheidungshilfe dient, die individuelle ärztliche Verantwortung für Diagnostik und Therapie jedoch unberührt lässt. Die Leitlinie betont, dass bei medikamentösen Therapien stets die aktuellen Fachinformationen der Hersteller zur Kontrolle herangezogen werden sollen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie richtet sich an alle Facharztgruppen, die an der Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Schilddrüsenkarzinoms beteiligt sind. Dazu gehören unter anderem die Allgemein- und Viszeralchirurgie, Endokrinologie, Nuklearmedizin und Onkologie.
Die Gültigkeitsdauer der Version 1.0 wird auf fünf Jahre geschätzt. Es sind regelmäßige Aktualisierungen vorgesehen, wobei dringender Änderungsbedarf gesondert publiziert wird.
Eine starke Empfehlung (Grad A) wird mit den Begriffen "soll" oder "soll nicht" formuliert. Sie basiert in der Regel auf einer hohen Evidenzqualität, wobei auch Aspekte wie klinische Relevanz und das Nutzen-Risiko-Verhältnis berücksichtigt werden.
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Quelle: AWMF 031-056: Schilddrüsenkarzinom (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.