Bildgebende Diagnostik der Haut: AWMF-Leitlinie
Hintergrund
Die nicht-invasive Bildgebung ermöglicht einen schnellen und schmerzfreien diagnostischen Blick in die Haut. Laut der aktuellen AWMF S1-Leitlinie haben neben etablierten Verfahren wie der Dermatoskopie und Sonographie zunehmend innovative Techniken Einzug in die klinische Routine gehalten. Zu diesen zählen die optische Kohärenztomographie (OCT), die konfokale Lasermikroskopie (KLM) sowie die Line-field confocal OCT (LC-OCT).
Die Leitlinie beschreibt, dass diese Methoden die etablierten Verfahren in der Regel nicht ersetzen, sondern sie in spezifischen Konstellationen ergänzen. Dies ist laut Expertenkonsens besonders dann der Fall, wenn Befunde klinisch und dermatoskopisch unklar sind, Verlaufsuntersuchungen anstehen oder Biopsien aufgrund multipler Läsionen nicht sinnvoll erscheinen.
Empfehlungen
Gemäß der AWMF-Leitlinie eignen sich die verschiedenen bildgebenden Verfahren entsprechend ihrer spezifischen Stärken für unterschiedliche Indikationen.
Konfokale Lasermikroskopie (KLM) Die Leitlinie beschreibt die in vivo KLM als besonders geeignet zur Diagnostik melanozytärer und epithelialer Hauttumoren. Laut Leitlinie führt die KLM zu einer Verbesserung der Spezifität in der Melanomdiagnostik und kann die Anzahl unnötiger Exzisionen reduzieren. Die Leitlinie empfiehlt bei der Lentigo maligna den Einsatz der KLM zur präoperativen Randbestimmung, da sie der Dermatoskopie in der Ausdehnungsdiagnostik überlegen ist. Die ex vivo KLM wird in der Leitlinie als Alternative zur Schnellschnittdiagnostik bei Basalzellkarzinomen (BCC) beschrieben, da sie feingewebliche Untersuchungen ohne Gewebeverlust ermöglicht.
Optische Kohärenztomographie (OCT) Nach aktueller Leitlinienempfehlung eignet sich die OCT insbesondere für die Diagnostik des Basalzellkarzinoms sowie zur Differenzierung von aktinischen Keratosen (AK) und Plattenepithelkarzinomen (PEK). Die Leitlinie führt folgende Terminologie zur Beschreibung von BCC-Subtypen in der OCT an:
| Morphologie in der OCT | Bezeichnung nach Expertenkonsens |
|---|---|
| dunkles/schwarzes Areal | hyporeflektiv |
| weißlich/helles Areal | hyperreflektiv |
| Tumorknoten | hyporeflektive ovoide Struktur |
| Tumornest | hyporeflektives Nest |
Line-field confocal OCT (LC-OCT) Die LC-OCT kombiniert laut Leitlinie die Grundlagen von OCT und KLM. Sie wird als wertvolles Instrument für die Diagnostik und Subtypisierung von Basalzellkarzinomen sowie dem Spektrum der Feldkanzerisierung beschrieben.
Multiphotonentomographie (MPT) Die AWMF-Leitlinie erwähnt die MPT als nicht-invasive Methode zur subzellulären Untersuchung, die besonders bei der Darstellung von aktinischen Keratosen und Plattenepithelkarzinomen ohne vorherige Färbung vorteilhaft ist.
💡Praxis-Tipp
Laut der AWMF-Leitlinie erfordern Verfahren wie die konfokale Lasermikroskopie und die LC-OCT detaillierte Kenntnisse der Histologie und Pathologie der Haut zur korrekten Interpretation der Bilder, weshalb die Teilnahme an speziellen Trainingskursen angeraten wird.
Häufig gestellte Fragen
Laut der AWMF-Leitlinie wird die Eindringtiefe der OCT in die Haut durch die Wellenlänge und Lichtstreuung auf etwa 1 bis 2 Millimeter begrenzt.
Die Leitlinie beschreibt, dass die ex vivo KLM innerhalb weniger Minuten eine feingewebliche Untersuchung von frischen Gewebeexzidaten ermöglicht, ohne die nachfolgende konventionelle histologische Aufarbeitung zu beeinträchtigen.
Gemäß der Leitlinie eignet sich die KLM zur direkten Erregerdiagnostik bei parasitären Dermatosen wie Skabies oder Demodex-Milben sowie zum Nachweis von mykotischem Material bei oberflächlichen Mykosen und Onychomykosen.
Als größte Limitation der in vivo KLM nennt die Leitlinie die geringe Eindringtiefe bis in das Stratum papillare der Dermis, wodurch tiefere dermale Veränderungen wie bei nodulären Melanomen nicht erfasst werden können.
Nach Angaben der Leitlinie kombiniert die LC-OCT die Grundlagen der OCT und der KLM, wodurch eine hochauflösende Darstellung der Haut mit nahezu zellulärer Auflösung bis zur mittleren Dermis ermöglicht wird.
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Quelle: Bildgebende Diagnostik von Hauterkrankungen (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.