Femurschaftfraktur bei Kindern: AWMF-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-Leitlinie beschreibt die Femurschaftfraktur als eine Verletzung, die etwa ein Prozent aller Frakturen im Kindesalter ausmacht. Laut Leitlinie liegt die Inzidenz bei 11 bis 23 pro 100.000 Kindern jährlich. Es wird darauf hingewiesen, dass die Altersverteilung bei Jungen zweigipflig (2 bis 3 Jahre und 14 bis 15 Jahre) verläuft, während sie bei Mädchen homogen ist. Gemäß der Fachgesellschaft sind bei Kindern unter vier Jahren meist Stürze aus geringer bis mittlerer Höhe ursächlich, während bei Jugendlichen Hochrasanztraumata im Straßenverkehr oder Sport überwiegen. Die Leitlinie mahnt zudem an, bei Säuglingen unter einem Jahr an nicht-akzidentelle Ursachen (Misshandlung) zu denken, da dies in 15 bis 30 Prozent der Fälle zutrifft. Als Leitsymptome nennt der Expertenkonsens Schwellung, Deformierung und Schmerzhaftigkeit, wobei Kleinkinder oft nur eine Schonhaltung des betroffenen Beines zeigen.

Empfehlungen

Nach aktueller Leitlinienempfehlung der AWMF richtet sich die Therapie maßgeblich nach dem Alter und Gewicht der Patienten. Für die Diagnostik empfiehlt die Leitlinie ein Röntgen in zwei Ebenen unter Einbezug von Hüft- und Kniegelenk bei ausreichender Analgesie.

Therapiekonzepte nach Alters- und Gewichtsklassen Laut Leitlinie werden folgende Stufen unterschieden:

Kinder unter 3 Jahren (bzw. bis 10–15 kg)

Die AWMF-Leitlinie empfiehlt primär konservative Verfahren wie den Beckenbeingips oder die Overhead-Extension. Die Wahl des Verfahrens hängt laut Expertenkonsens von der lokalen Expertise ab. Eine operative Versorgung mittels elastisch-stabiler intramedullärer Nagelung (ESIN) wird zunehmend angewandt, jedoch warnt die Leitlinie vor möglichen Schädigungen der Wachstumszone am distalen Femur.

Kinder ab 3 Jahren (bzw. ab 10–15 kg)

Gemäß der Leitlinie soll ab diesem Alter eine operative Stabilisierung erfolgen. Als Methode der ersten Wahl wird die ESIN-Osteosynthese genannt.

Kinder und Jugendliche über 50 kg

Da die Komplikationsrate der ESIN bei einem Körpergewicht über 50 kg laut Leitlinie steigen kann, sollen alternative Verfahren wie ein lateraler Femurnagel (z. B. ALFN) erwogen werden.

Komplexe Frakturen

Bei Mehrfragmentfrakturen, drittgradig offenen Frakturen oder Polytrauma zieht die Leitlinie den Einsatz eines Fixateur externe in Betracht.

Für die Nachsorge empfiehlt die Fachgesellschaft regelmäßige Untersuchungen in halbjährlichen Abständen bis zwei Jahre nach der Metallentfernung, um Wachstumsstörungen frühzeitig zu erkennen.

Kontraindikationen

Die AWMF-Leitlinie rät ausdrücklich von der Verwendung rigider intramedullärer Nagelsysteme ab, die für Erwachsene entwickelt wurden, sofern die kindlichen Wachstumsfugen noch offen sind. Laut Leitlinie besteht hierbei das Risiko von Beinlängendifferenzen durch Schädigung der Wachstumszone am Trochanter major sowie die Gefahr avaskulärer Nekrosen des Femurkopfes.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Laut AWMF-Leitlinie kann bei einer klaren Operationsindikation präoperativ auf die zweite Röntgenebene verzichtet werden, sofern diese intraoperativ nachgeholt wird, um dem Kind zusätzliche Belastungen zu ersparen.

Häufig gestellte Fragen

Gemäß der AWMF-Leitlinie erfolgt die Diagnostik durch ein Röntgen in zwei Ebenen, wobei Hüft- und Kniegelenk mit abgebildet werden sollen. Es wird betont, dass dies unter ausreichender Analgesie stattfinden soll.

Laut Leitlinie gelten für diese Altersgruppe primär konservative Verfahren wie der Beckenbeingips oder die Overhead-Extension als Therapie der Wahl, da das wachstumsbedingte Korrekturpotential des Femurs in diesem Alter sehr hoch ist.

Die Fachgesellschaft empfiehlt, Femurschaftfrakturen bei Kindern ab dem dritten Lebensjahr operativ zu stabilisieren, wobei die elastisch-stabile intramedulläre Nagelung (ESIN) als bevorzugte Methode genannt wird.

Nach aktueller Leitlinienempfehlung kann bei Patienten über 50 kg die Komplikationsrate der ESIN erhöht sein. Daher wird in diesen Fällen der Einsatz eines lateralen Femurnagels für Adoleszente empfohlen.

Die Leitlinie weist darauf hin, dass bei Kindern unter einem Jahr in 15 bis 30 Prozent der Fälle eine nicht-akzidentelle Ursache vorliegt, weshalb diese Möglichkeit laut Expertenkonsens stets in Betracht gezogen werden sollte.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Femurschaftfraktur im Kindes- und Jugendalter (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien