Chronischer Schmerz: NICE-Leitlinie zur Behandlung
Hintergrund
Laut der NICE-Leitlinie wird chronischer Schmerz als Schmerz definiert, der länger als drei Monate anhält oder wiederkehrt. Die Leitlinie unterscheidet zwischen chronischem sekundärem Schmerz, der durch eine Grunderkrankung erklärbar ist, und chronischem primärem Schmerz. Gemäß der Leitlinie liegt ein chronischer primärer Schmerz vor, wenn keine eindeutige zugrunde liegende Ursache gefunden werden kann oder der Schmerz unverhältnismäßig zu einer beobachtbaren Verletzung oder Krankheit ist. Zu den primären Schmerzsyndromen zählen laut NICE unter anderem Fibromyalgie und das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS). Die Leitlinie betont, dass primäre und sekundäre Schmerzen auch koexistieren können.
Empfehlungen
Die NICE-Leitlinie empfiehlt eine patientenzentrierte Beurteilung, die die Auswirkungen des Schmerzes auf das Leben der Betroffenen erfasst. Nach aktueller Leitlinienempfehlung soll ein Pflege- und Unterstützungsplan gemeinsam mit dem Patienten entwickelt werden. Für die Behandlung von chronischem primärem Schmerz empfiehlt die Leitlinie überwachte Gruppenübungsprogramme, wobei die spezifischen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Patienten berücksichtigt werden sollen. Im Bereich der psychologischen Therapien wird laut Leitlinie die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) oder die kognitive Verhaltenstherapie (CBT) zur Erwägung empfohlen. Zudem kann gemäß der NICE-Leitlinie ein einzelner Kurs Akupunktur oder Dry Needling in Betracht gezogen werden, sofern dieser im ambulanten Bereich stattfindet und maximal fünf Therapeutenstunden umfasst. Zur medikamentösen Therapie von chronischem primärem Schmerz empfiehlt die Leitlinie, nach ausführlicher Aufklärung über Nutzen und Risiken, den Einsatz von Antidepressiva wie Amitriptylin, Citalopram, Duloxetin, Fluoxetin, Paroxetin oder Sertralin. Es wird in der Leitlinie darauf hingewiesen, dass diese Medikamente auch ohne Vorliegen einer Depression die Lebensqualität, den Schlaf und die Schmerzen verbessern können.
Kontraindikationen
Die NICE-Leitlinie spricht sich explizit gegen den Beginn bestimmter medikamentöser Therapien bei chronischem primärem Schmerz aus. Laut Leitlinie sollen keine Opioide, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), Paracetamol, Benzodiazepine oder Antipsychotika neu angesetzt werden. Ebenso warnt die Leitlinie vor dem Einsatz von Antiepileptika, einschließlich Gabapentinoiden, sofern diese nicht im Rahmen einer klinischen Studie für das komplexe regionale Schmerzsyndrom verabreicht werden. Bei Patienten, die diese Medikamente bereits einnehmen, empfiehlt die Leitlinie eine gemeinsame Überprüfung der Verschreibung und gegebenenfalls eine begleitete Reduktion. Im Bereich der physikalischen Therapien wird laut Leitlinie von der Anwendung von TENS, Ultraschall, Interferenzstromtherapie sowie Biofeedback abgeraten, da keine ausreichende Evidenz für einen Nutzen vorliegt.
💡Praxis-Tipp
Laut der NICE-Leitlinie ist es wichtig, Patienten bei der Befundbesprechung sensibel zu begegnen, da die Kommunikation von normalen oder negativen Testergebnissen das Risiko birgt, die Schmerzerfahrung des Patienten zu invalidieren.
Häufig gestellte Fragen
Gemäß der Leitlinie handelt es sich um Schmerzen, die länger als drei Monate anhalten und für die keine eindeutige Grunderkrankung vorliegt oder deren Ausmaß unverhältnismäßig zu einer feststellbaren Erkrankung ist.
Die NICE-Leitlinie empfiehlt, Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) oder kognitive Verhaltenstherapie (CBT) für Patienten ab 16 Jahren in Betracht zu ziehen.
Nach aktueller Leitlinienempfehlung sollen Opioide bei chronischem primärem Schmerz nicht neu angesetzt werden, da keine Evidenz für ihre Wirksamkeit vorliegt und langfristige Schäden möglich sind.
Laut Leitlinie kann der Einsatz bestimmter Antidepressiva wie Amitriptylin oder Duloxetin erwogen werden, da diese die Lebensqualität und den Schlaf verbessern sowie Schmerzen lindern können, auch wenn keine Depression vorliegt.
Die Leitlinie gibt an, dass ein einzelner Kurs Akupunktur oder Dry Needling unter bestimmten Voraussetzungen, wie maximal fünf Stunden Therapeutenzeit im ambulanten Bereich, in Betracht gezogen werden kann.
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Quelle: NICE Guideline on Chronic Pain (NICE, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.