Hüftfraktur Management: NICE-Leitlinie

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Hüftfrakturen stellen aufgrund einer stetig alternden Bevölkerung ein erhebliches Problem für die öffentliche Gesundheit dar. Laut NICE-Leitlinie ereignen sich im Vereinigten Königreich jährlich etwa 65.000 Hüftfrakturen, was mit hohen Kosten und einer signifikanten Mortalität verbunden ist. Etwa 10 % der Betroffenen versterben innerhalb eines Monats, oft aufgrund von Begleiterkrankungen. Da Stürze und Frakturen häufig auf zugrunde liegende gesundheitliche Probleme hinweisen, betont die Leitlinie die Notwendigkeit eines umfassenden, multidisziplinären Ansatzes. Ziel ist es, die Versorgung von der Aufnahme im Krankenhaus bis zur Rückkehr in die Gemeinschaft zu optimieren und die Genesung sowie Mobilität der Patienten zu fördern.

Empfehlungen

Diagnostik bei okkulten Frakturen

  • Die NICE-Leitlinie empfiehlt die Durchführung eines MRTs, wenn trotz unauffälliger Röntgenbilder weiterhin der Verdacht auf eine Hüftfraktur besteht.
  • Falls ein MRT nicht innerhalb von 24 Stunden verfügbar oder kontraindiziert ist, wird laut Leitlinie ein CT in Betracht gezogen.

Operationszeitpunkt und Vorbereitung

  • Gemäß den Empfehlungen soll die Operation am Tag der Aufnahme oder am Folgetag durchgeführt werden.
  • Es wird geraten, korrigierbare Komorbiditäten (wie Anämie, Volumendepletion, Elektrolytstörungen oder unkontrollierten Diabetes) sofort zu behandeln, damit sich die Operation nicht verzögert.

Analgesie und Anästhesie

  • Die Leitlinie empfiehlt eine sofortige Schmerzbehandlung bei Präsentation im Krankenhaus, was auch für Patienten mit kognitiven Einschränkungen gilt.
  • Laut NICE wird Paracetamol alle 6 Stunden prä- und postoperativ empfohlen, sofern keine Kontraindikationen vorliegen.
  • Zusätzliche Opioide (postoperativ als schnell freisetzende Präparate) oder der Einsatz von Nervenblöcken werden empfohlen, falls Paracetamol allein keine ausreichende Schmerzlinderung bietet.
  • Patienten soll nach Aufklärung über Risiken und Nutzen die Wahl zwischen Spinal- und Allgemeinanästhesie angeboten werden.

Chirurgische Verfahren

  • Die Leitlinie empfiehlt, Patienten so zu operieren, dass eine sofortige, uneingeschränkte Vollbelastung in der unmittelbaren postoperativen Phase möglich ist.
  • Bei dislozierten intrakapsulären Frakturen wird ein Gelenkersatz (Totalendoprothese oder Hemiarthroplastik) empfohlen.
  • Eine Totalendoprothese wird laut Leitlinie insbesondere für Patienten in Betracht gezogen, die zuvor unabhängig (maximal mit einem Stock) mobil waren, keine ausschließenden Komorbiditäten aufweisen und voraussichtlich länger als 2 Jahre unabhängig alltägliche Aktivitäten ausführen können.
  • Bei Arthroplastiken wird die Verwendung zementierter Implantate empfohlen.

Mobilisation und multidisziplinäres Management

  • Nach aktueller Leitlinienempfehlung wird eine physiotherapeutische Beurteilung und Mobilisation am Tag nach der Operation angestrebt, sofern medizinisch nichts dagegen spricht.
  • Es wird die Einrichtung eines formalen, orthogeriatrischen "Hip Fracture Programme" ab der Aufnahme empfohlen, um die Rehabilitation, die Optimierung der Operationsfähigkeit und die Rückkehr in das häusliche Umfeld interdisziplinär zu koordinieren.

Kontraindikationen

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

  • Die NICE-Leitlinie rät ausdrücklich vom Einsatz von NSAR zur Schmerzbehandlung bei Hüftfrakturen ab.

Nervenblöcke

  • Laut Leitlinie dürfen Nervenblöcke nicht als Ersatz für eine frühzeitige Operation verwendet werden.

MRT-Kontraindikationen

  • Wenn ein MRT zur Abklärung einer okkulten Fraktur kontraindiziert ist, wird laut Leitlinie auf ein CT ausgewichen.
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💡Praxis-Tipp

Laut der NICE-Leitlinie ist bei der Schmerzerfassung darauf zu achten, dass die Analgesie ausreicht, um notwendige Bewegungen für Untersuchungen (erkennbar an der Toleranz für passive Außenrotation des Beins) sowie für die pflegerische Versorgung und Rehabilitation zu ermöglichen.

Häufig gestellte Fragen

Die NICE-Leitlinie empfiehlt, die Operation am Tag der Aufnahme oder am darauffolgenden Tag durchzuführen.

Gemäß der Leitlinie wird Paracetamol alle 6 Stunden empfohlen. Bei unzureichender Wirkung wird die Gabe von Opioiden oder das Setzen von Nervenblöcken empfohlen. Von NSAR wird abgeraten.

Laut Leitlinie wird ein MRT empfohlen, wenn Röntgenbilder unauffällig sind, der klinische Verdacht aber bestehen bleibt. Ist ein MRT nicht zeitnah verfügbar oder kontraindiziert, wird ein CT in Betracht gezogen.

Die Leitlinie zieht eine Totalendoprothese bei dislozierten intrakapsulären Frakturen in Betracht, wenn der Patient zuvor unabhängig mobil war, keine ausschließenden Komorbiditäten hat und eine Lebenserwartung mit unabhängiger Alltagsbewältigung von über 2 Jahren besteht.

Nach aktueller Leitlinienempfehlung wird eine Mobilisation bereits am Tag nach der Operation angestrebt, sofern keine medizinischen oder chirurgischen Kontraindikationen vorliegen.

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Quelle: NICE Guideline on Hip Fracture (NICE, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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