Osteoporose: Frakturrisiko-Bewertung nach NICE-Leitlinie

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Osteoporose ist durch eine geringe Knochenmasse und eine strukturelle Verschlechterung des Knochengewebes gekennzeichnet, was laut NICE-Leitlinie zu einer erhöhten Knochenbrüchigkeit führt. Sogenannte Fragilitätsfrakturen entstehen bereits bei geringer Krafteinwirkung, wie etwa einem Sturz aus Standhöhe. Die Leitlinie betont, dass die Prävalenz der Osteoporose mit dem Alter stark ansteigt und bei Frauen im Alter von 80 Jahren über 25 Prozent betragen kann. Häufig betroffene Regionen sind Wirbelsäule, Hüfte und Handgelenk. Da Hüft- und Wirbelfrakturen mit einer verringerten Lebenserwartung und erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität einhergehen, ist die Identifikation von Risikopatienten entscheidend. Zur Vorhersage des Frakturrisikos stehen laut aktuellem Expertenkonsens Instrumente wie FRAX und QFracture zur Verfügung.

Empfehlungen

Gemäß der NICE-Leitlinie wird eine Bewertung des Frakturrisikos für alle Frauen ab 65 Jahren und alle Männer ab 75 Jahren empfohlen. Bei jüngeren Personen (Frauen unter 65, Männer unter 75) ist eine Beurteilung laut Leitlinie in Betracht zu ziehen, wenn Risikofaktoren vorliegen. Dazu zählen unter anderem frühere Fragilitätsfrakturen, die Einnahme von Glukokortikoiden, eine familiäre Vorbelastung für Hüftfrakturen, ein niedriger BMI (unter 18,5) oder sekundäre Osteoporose-Ursachen. Bei Personen unter 50 Jahren rät die Leitlinie von einer routinemäßigen Risikobewertung ab, es sei denn, es liegen schwerwiegende Risikofaktoren vor. Für die Risikobewertung empfiehlt die NICE-Leitlinie die Schätzung des absoluten 10-Jahres-Risikos mittels FRAX (zunächst ohne Knochendichtemessung) oder QFracture. Eine routinemäßige Knochendichtemessung (BMD) mittels DXA-Scan ohne vorherige Risikobewertung wird nicht empfohlen. Die Leitlinie schlägt vor, die Knochendichte zu messen und das Risiko mit FRAX neu zu berechnen, wenn das anfängliche Risiko im Bereich einer Interventionsschwelle liegt. Bei Personen unter 40 Jahren mit Hauptrisikofaktoren, wie hochdosierten Glukokortikoiden über mehr als 3 Monate, empfiehlt die Leitlinie eine direkte BMD-Messung.

Kontraindikationen

Die NICE-Leitlinie weist darauf hin, dass Risikobewertungsinstrumente das Frakturrisiko in bestimmten Situationen unterschätzen können. Dies gilt laut Leitlinie beispielsweise bei Patienten mit multiplen Frakturen, früheren Wirbelfrakturen, hohem Alkoholkonsum oder der Einnahme hochdosierter Glukokortikoide. Zudem warnt die Leitlinie davor, dass bei Personen über 80 Jahren das berechnete 10-Jahres-Risiko das kurzfristige Frakturrisiko unterschätzen kann. Auch Faktoren wie das Leben in einem Pflegeheim oder die Einnahme von Medikamenten, die den Knochenstoffwechsel beeinträchtigen (zum Beispiel SSRI oder Protonenpumpenhemmer), werden von den Tools möglicherweise nicht erfasst.

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💡Praxis-Tipp

Laut NICE-Leitlinie kann eine Neuberechnung des Frakturrisikos erwogen werden, wenn sich die Risikofaktoren des Patienten ändern oder wenn das ursprünglich berechnete Risiko im Bereich einer Interventionsschwelle lag, wobei in letzterem Fall ein Mindestabstand von zwei Jahren empfohlen wird.

Häufig gestellte Fragen

Die NICE-Leitlinie empfiehlt eine Bewertung des Frakturrisikos bei allen Frauen ab 65 Jahren und allen Männern ab 75 Jahren.

Gemäß der Leitlinie sollen zur Schätzung des absoluten 10-Jahres-Frakturrisikos die Instrumente FRAX oder QFracture innerhalb ihrer zugelassenen Altersgrenzen verwendet werden.

Nein, die NICE-Leitlinie rät davon ab, die Knochendichte routinemäßig zu messen, ohne zuvor eine Risikobewertung mit FRAX (ohne BMD-Wert) oder QFracture durchgeführt zu haben.

Laut Leitlinie sollte bei Personen unter 50 Jahren nur dann eine Risikobewertung erfolgen, wenn schwerwiegende Risikofaktoren wie eine unbehandelte vorzeitige Menopause, frühere Fragilitätsfrakturen oder die Einnahme von Glukokortikoiden vorliegen.

Die Leitlinie nennt hierbei unter anderem Antikonvulsiva, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), Protonenpumpenhemmer und antiretrovirale Medikamente.

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Quelle: NICE Guideline on Osteoporosis (NICE, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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