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PRISCUS 2.0 Liste: Inadäquate Medikation im Alter

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: PRISCUS/FORTA - Geriatrische Arzneimitteltherapie (2022)|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die PRISCUS 2.0 Liste aus dem Jahr 2022 definiert potenziell inadäquate Medikation (PIM) für ältere Menschen ab 65 Jahren. Das interdisziplinäre Expertengremium identifizierte in einem Delphi-Konsensusverfahren insgesamt 177 Wirkstoffe, die in dieser Altersgruppe nach Möglichkeit vermieden werden sollten.

Die Einnahme von PIM geht laut Leitlinie mit erheblichen gesundheitlichen Gefahren einher. Es wird ein erhöhtes Risiko für Krankenhauseinweisungen, unerwünschte Arzneimittelwirkungen, Stürze mit Frakturen sowie kognitive Beeinträchtigungen beschrieben.

Besonders gefährdet sind Personen mit Multimorbidität (ab drei Erkrankungen) oder Polypharmazie (ab fünf Medikamenten). Auch eine eingeschränkte Nierenfunktion mit einer GFR unter 60, kognitive Einschränkungen und eine positive Sturzanamnese stellen laut Expertenkonsens wesentliche Risikofaktoren dar.

Dosierungen & Fachinformationen

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Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt als Alternativen zu kritischen NSAR primär Paracetamol, topische NSAR oder schwache Opioide. Ibuprofen sollte nur in niedriger Dosierung und für einen kurzen Zeitraum eingesetzt werden.

Es wird eine maximale Anwendungsdauer von zwei bis vier Wochen empfohlen. Bei einer längeren Gabe steigt laut Leitlinie das Risiko für Abhängigkeit und Stürze erheblich an.

Glibenclamid weist eine lange Halbwertszeit auf und birgt ein hohes Risiko für schwere Hypoglykämien. Als sicherere Alternativen werden Gliclazid oder DPP-4-Hemmer genannt.

Eine Dosierung von über 0,125 mg Digoxin pro Tag wird aufgrund der engen therapeutischen Breite und der Intoxikationsgefahr als kritisch eingestuft. Es wird zu regelmäßigen Spiegelkontrollen geraten.

Die Leitlinie empfiehlt den Wechsel auf moderne Antihistaminika wie Cetirizin oder Loratadin. Diese weisen ein deutlich geringeres Risiko für Sedierung und anticholinerge Nebenwirkungen auf.

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Quelle: PRISCUS 2.0 Liste - Potenziell inadäquate Medikation für ältere Menschen (2022) (PRISCUS/FORTA - Geriatrische Arzneimitteltherapie, 2022). Originaldokument ansehen

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