Hepatitis-B-Impfung: STIKO-Empfehlungen 2024
Hintergrund
Die Hepatitis B ist eine virale Infektionskrankheit der Leber, die akut oder chronisch verlaufen und zu schweren Komplikationen wie Leberzirrhose oder hepatozellulärem Karzinom führen kann. Eine prophylaktische Impfung stellt die wirksamste Maßnahme zur Verhinderung einer Infektion dar.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) gibt regelmäßige Empfehlungen zur Hepatitis-B-Impfung heraus. Diese Zusammenfassung basiert auf der STIKO-Kurzfassung aus dem Jahr 2024.
Ziel der Impfstrategie ist es, sowohl die Allgemeinbevölkerung ab dem Säuglingsalter als auch spezifische Risikogruppen vor einer Infektion zu schützen.
Empfehlungen
Die STIKO-Empfehlung formuliert klare Vorgaben für die Grundimmunisierung und das Vorgehen bei Risikogruppen.
Indikationsgruppen
Laut Leitlinie wird die Impfung für folgende Personengruppen empfohlen:
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Alle Säuglinge als Standardimpfung
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Medizinisches Personal
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Dialysepatienten und HIV-Positive
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Sexualpartner von HBsAg-Trägern sowie Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern
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Intravenös Drogenabhängige
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Reisende in entsprechende Endemiegebiete
Titer-Kontrolle und Auffrischung
Für immungesunde Personen ist nach einer erfolgreichen Grundimmunisierung routinemäßig keine Auffrischimpfung vorgesehen. Bei medizinischem Personal wird jedoch eine Titer-Kontrolle nach der Grundimmunisierung empfohlen.
Die Leitlinie definiert folgende Zielwerte für den Anti-HBs-Titer:
| Anti-HBs-Titer | Bewertung und Maßnahme |
|---|---|
| ≥ 100 IE/L | Ausreichender Schutz vorhanden |
| 10 - 100 IE/L | Auffrischimpfung wird empfohlen |
Besondere Personengruppen
Für Neugeborene von HBsAg-positiven Müttern wird eine simultane aktive und passive Immunisierung innerhalb von 12 Stunden nach der Geburt empfohlen.
Bei sogenannten Non-Respondern, die nach der Standardimpfung keinen ausreichenden Titer aufbauen, rät die STIKO zu einer doppelten Impfdosis. Gegebenenfalls kann auch eine intradermale Gabe erwogen werden.
Dosierung
Die Leitlinie gibt spezifische Dosierungs- und Schemavorgaben für verschiedene Alters- und Risikogruppen vor.
| Personengruppe | Impfschema / Dosierung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Säuglinge | 2., 4. und 11. Lebensmonat | 2+1 Schema, meist als 6-fach-Impfstoff |
| Dialysepatienten | Höhere Dosis (40 µg) | Regelmäßige Titer-Kontrolle erforderlich |
| Non-Responder | Doppelte Dosis | Ggf. intradermale Verabreichung |
Kontraindikationen
Als Kontraindikation für eine erneute Impfung nennt die Leitlinie eine schwere allergische Reaktion auf eine vorherige Hepatitis-B-Impfung.
💡Praxis-Tipp
Ein kritischer Aspekt im klinischen Alltag ist das Management von Neugeborenen HBsAg-positiver Mütter. Hierbei wird eine sofortige simultane Gabe von Aktivimpfstoff und Hepatitis-B-Immunglobulin innerhalb der ersten 12 Lebensstunden empfohlen, um eine perinatale Transmission effektiv zu verhindern.
Häufig gestellte Fragen
Die STIKO empfiehlt für Säuglinge ein 2+1 Impfschema. Die Impfungen erfolgen im 2., 4. und 11. Lebensmonat, üblicherweise in Kombination mit dem 6-fach-Impfstoff.
Laut Leitlinie gilt ein Anti-HBs-Titer von mindestens 100 IE/L als ausreichender Schutz. Liegt der Wert zwischen 10 und 100 IE/L, wird eine Auffrischimpfung empfohlen.
Bei immungesunden Personen ist nach einer abgeschlossenen Grundimmunisierung keine routinemäßige Auffrischung vorgesehen. Für Risikogruppen wie medizinisches Personal gelten abweichende Empfehlungen mit Titer-Kontrollen.
Wenn Personen keinen ausreichenden Impfschutz aufbauen, wird die Gabe einer doppelten Impfdosis empfohlen. Alternativ kann laut STIKO eine intradermale Verabreichung erwogen werden.
Für Dialysepatienten wird eine höhere Impfdosis von 40 µg empfohlen. Zudem ist bei dieser Patientengruppe eine regelmäßige Titer-Kontrolle erforderlich.
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Quelle: STIKO: Hepatitis B (RKI/STIKO, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.