Gastrointestinale Medikamente: WHO EML 2023
Hintergrund
Die "Model List of Essential Medicines" (EML) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert die wirksamsten, sichersten und kosteneffizientesten Medikamente für prioritäre Erkrankungen. Die 23. Ausgabe aus dem Jahr 2023 umfasst insgesamt etwa 670 essenzielle Arzneimittel.
Sektion 15 der WHO EML widmet sich den gastrointestinalen Medikamenten. Diese Gruppe umfasst essenzielle Wirkstoffe aus den Bereichen Antazida, Ulkustherapeutika, Antiemetika, Laxanzien sowie orale Rehydratationslösungen.
Die Liste dient weltweit als Grundlage für die Entwicklung nationaler Arzneimittelverzeichnisse und Beschaffungsentscheidungen. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Kurztext der Leitlinie.
Empfehlungen
Die Leitlinie listet neun essenzielle Medikamente für die Behandlung gastrointestinaler Beschwerden auf:
Säurehemmende Medikamente
Als essenzielle Medikamente zur Ulkustherapie und Säurehemmung werden Omeprazol (Protonenpumpeninhibitor) und Ranitidin (H2-Rezeptor-Antagonist) aufgeführt.
Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass Ranitidin in vielen Ländern aufgrund von NDMA-Verunreinigungen vom Markt genommen wurde.
Antiemetika
Zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen listet die WHO zwei zentrale Wirkstoffe:
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Metoclopramid als Antiemetikum und Prokinetikum
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Ondansetron in verschiedenen Darreichungsformen (inklusive Schmelzfilm)
Therapie der Diarrhö
Bei dehydrierenden Durchfallerkrankungen gilt die orale Rehydratationslösung (ORS) nach WHO-Formulierung als essenziell.
Zusätzlich wird Zinksulfat als begleitende Therapie zur ORS bei Kindern aufgeführt. Zur symptomatischen Behandlung wird Loperamid gelistet.
Laxanzien
Für die Behandlung der Obstipation benennt die Liste zwei Hauptwirkstoffe:
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Senna als stimulierendes Laxans
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Lactulose als osmotisch wirksames Laxans
Dosierung
Die WHO EML 2023 definiert folgende Stärken und Darreichungsformen für die essenziellen gastrointestinalen Medikamente:
| Wirkstoff | Klasse / Indikation | Darreichungsform | Stärke | Applikationsweg |
|---|---|---|---|---|
| Omeprazol | Protonenpumpeninhibitor | Kapsel, Pulver (Injektion), Tablette | 10-40 mg | Oral, IV |
| Ranitidin | H2-Blocker | Tablette, Injektion, orale Lösung | 150-300 mg | Oral, IV |
| Metoclopramid | Antiemetikum / Prokinetikum | Tablette, Injektion, orale Lösung | 10 mg | Oral, IV |
| Ondansetron | Antiemetikum | Tablette, Injektion, oraler Film | 4-8 mg | Oral, IV |
| ORS | Diarrhö-bedingte Dehydratation | Pulver für orale Lösung | WHO-Formulierung | Oral |
| Zinksulfat | Begleittherapie zu ORS (Kinder) | Tablette, orale Lösung | 20 mg | Oral |
| Loperamid | Diarrhö | Kapsel, Tablette | 2 mg | Oral |
| Senna | Stimulierendes Laxans | Tablette | 7,5 mg Sennoside | Oral |
| Lactulose | Osmotisches Laxans | Orale Lösung | 3,1-3,7 g / 5 mL | Oral |
Kontraindikationen
Die WHO EML 2023 nennt folgende spezifische Warnhinweise und Kontraindikationen für gastrointestinale Medikamente:
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Loperamid: Der Einsatz ist bei Kindern unter 2 Jahren kontraindiziert.
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Ranitidin: Der Wirkstoff wurde in vielen Ländern aufgrund von Verunreinigungen mit N-Nitrosodimethylamin (NDMA) vom Markt genommen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie hebt hervor, dass bei der Behandlung von kindlichen Durchfallerkrankungen neben der oralen Rehydratationslösung (ORS) auch Zinksulfat als begleitende Therapie essenziell ist. Zudem wird explizit davor gewarnt, Loperamid bei Kindern unter zwei Jahren einzusetzen.
Häufig gestellte Fragen
Die WHO listet orale Rehydratationslösungen (ORS) nach WHO-Formulierung als Basistherapie bei dehydrierender Diarrhö. Ergänzend wird Zinksulfat für Kinder sowie Loperamid zur symptomatischen Behandlung aufgeführt.
Gemäß der Essential Medicines List ist Loperamid für Kinder unter zwei Jahren kontraindiziert. Es darf erst ab diesem Alter verwendet werden.
Die WHO führt zwei Laxanzien in ihrer Liste auf. Dies sind Senna als stimulierendes Abführmittel und Lactulose als osmotisches Abführmittel.
Die Leitlinie weist darauf hin, dass Ranitidin in vielen Ländern vom Markt genommen wurde. Grund hierfür sind festgestellte Verunreinigungen mit N-Nitrosodimethylamin (NDMA).
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Quelle: WHO EML 2023: Section 15 - Gastrointestinal Medicines (WHO Essential Medicines List, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.