Management schwerer akuter Mangelernährung (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Schwere akute Mangelernährung (Severe Acute Malnutrition, SAM) betrifft weltweit Millionen von Kindern und ist eine Hauptursache für die Kindersterblichkeit. Die WHO-Leitlinie adressiert die Notwendigkeit, betroffene Säuglinge und Kinder frühzeitig zu identifizieren und evidenzbasiert zu behandeln. Laut der Leitlinie haben sich die Behandlungsmöglichkeiten durch den Einsatz von gebrauchsfertiger therapeutischer Nahrung (Ready-to-Use Therapeutic Food, RUTF) maßgeblich verbessert, was in vielen Fällen eine sichere ambulante Therapie ermöglicht. Die Leitlinie zielt darauf ab, die Mortalität durch standardisierte Kriterien für die Aufnahme, Entlassung sowie die Ernährungs- und Flüssigkeitstherapie zu senken.

Empfehlungen

Diagnostik und Triage Gemäß der WHO-Leitlinie wird eine schwere akute Mangelernährung bei Kindern zwischen 6 und 59 Monaten durch einen mittleren Oberarmumfang (MUAC) von unter 115 mm, einen Gewichts-Längen-Z-Score von unter -3 oder das Vorhandensein von bilateralen Ödemen definiert. Die Leitlinie empfiehlt, Kinder mit gutem Appetit und ohne medizinische Komplikationen ambulant zu behandeln. Bei medizinischen Komplikationen, fehlendem Appetit oder schweren Ödemen (+++) wird laut Leitlinie eine stationäre Aufnahme empfohlen (starke Empfehlung).

Ernährungstherapie Für die stationäre Rehabilitationsphase empfiehlt die WHO-Leitlinie einen Übergang von der therapeutischen Milch F-75 zu RUTF über einen Zeitraum von 2 bis 3 Tagen. Bei Säuglingen unter 6 Monaten soll laut Leitlinie die Etablierung oder Wiederaufnahme des exklusiven Stillens priorisiert werden.

Antibiotikatherapie Nach aktueller Leitlinienempfehlung sollen Kinder mit unkomplizierter schwerer akuter Mangelernährung, die ambulant behandelt werden, eine orale Antibiotikatherapie (z. B. Amoxicillin) erhalten.

Entlassungskriterien Die Leitlinie rät davon ab, eine prozentuale Gewichtszunahme als Entlassungskriterium zu verwenden. Stattdessen wird empfohlen, Kinder erst zu entlassen, wenn der Z-Score für Gewicht-für-Größe mindestens -2 beträgt oder der MUAC bei mindestens 125 mm liegt und sie seit mindestens zwei Wochen ödemfrei sind.

Dosierung

Flüssigkeitstherapie bei Dehydratation (ohne Schock) Die WHO-Leitlinie empfiehlt eine langsame Rehydratation:

TherapieDosierung
ReSoMal (oder modifizierte ORS)5-10 ml/kg/h für bis zu 12 Stunden (oral oder per Magensonde)

Vitamin-A-Gabe

SituationDosierung
Standardversorgungca. 5000 IE täglich (integriert in RUTF, F-75 oder F-100)
Wenn therapeutische Nahrung nicht ausreichend angereichert istEinmalige Hochdosis bei Aufnahme (50.000 IE, 100.000 IE oder 200.000 IE, altersabhängig)

Kontraindikationen

Warnhinweise zur Flüssigkeitstherapie Die WHO-Leitlinie warnt ausdrücklich davor, die standardmäßige WHO-Trinklösung (ORS) mit niedriger Osmolarität (75 mmol/l Natrium) zur Rehydratation bei schwerer akuter Mangelernährung zu verwenden. Stattdessen wird ReSoMal empfohlen.

Kontraindikation für ReSoMal Laut Leitlinie darf ReSoMal nicht verabreicht werden, wenn der Verdacht auf Cholera besteht oder profuse wässrige Durchfälle vorliegen. In diesen Fällen wird die Standard-WHO-ORS empfohlen.

Säuglinge unter 6 Monaten Die Leitlinie stuft die Gabe von unverdünnter F-100-Nahrung bei Säuglingen unter 6 Monaten aufgrund der hohen renalen Molenlast und des Risikos einer hypernatriämischen Dehydratation als kontraindiziert ein.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Laut WHO-Leitlinie ist die Entscheidung über die Verlegung von der stationären in die ambulante Versorgung primär vom klinischen Zustand des Kindes (Rückgang der Ödeme, guter Appetit, Wachheit) abhängig zu machen und nicht von spezifischen anthropometrischen Zielwerten.

Häufig gestellte Fragen

Gemäß der WHO-Leitlinie wird eine stationäre Aufnahme empfohlen, wenn das Kind medizinische Komplikationen aufweist, den Appetit-Test nicht besteht, schwere bilaterale Ödeme (+++) hat oder IMCI-Gefahrenzeichen vorliegen.

Die Leitlinie gibt an, dass Kinder mit akuter oder persistierender Diarrhö RUTF in gleicher Weise erhalten können wie Kinder ohne Durchfall.

Die Leitlinie rät von einer routinemäßigen Antibiotikagabe bei diesen Kindern ab, es sei denn, es liegen klinische Anzeichen einer Infektion vor.

Laut Leitlinie wird bei Schockzuständen, die nicht oral oder per Magensonde behandelt werden können, eine intravenöse Therapie mit halbkonzentrierter Darrow-Lösung mit 5 % Dextrose oder Ringer-Laktat mit 5 % Dextrose empfohlen.

Nach aktueller Leitlinienempfehlung können Kinder entlassen werden, wenn der Gewichts-Längen-Z-Score mindestens -2 beträgt oder der MUAC bei mindestens 125 mm liegt und sie für mindestens zwei Wochen keine Ödeme mehr aufweisen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: WHO Guidelines for the Management of Severe Acute Malnutrition in Infants and Children (WHO, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien