Nachhaltigkeit in Intensiv- & Notfallmedizin | AWMF

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Laut der S1-Leitlinie der AWMF stellt der Gesundheitssektor mit 5,2 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland einen relevanten Faktor dar. Die Intensivmedizin wird in der Leitlinie als CO2-Hotspot beschrieben, da sie einen hohen technischen und materiellen Aufwand erfordert. Gemaess der Leitlinie traegt der Klimawandel gleichzeitig zu einem erhoehten Patientenaufkommen bei. Ziel der Leitlinienempfehlung ist es, oekologisch verantwortungsvolles Handeln in der Intensiv- und Notfallmedizin zu foerdern und konkrete Loesungsansaetze fuer den Klinikalltag aufzuzeigen.

Empfehlungen

Organisationsstrukturen

Die AWMF S1-Leitlinie empfiehlt die Einrichtung einer uebergeordneten Stabsstelle fuer Nachhaltigkeit im Krankenhaus. Zudem wird geraten, Nachhaltigkeit als Bewertungskriterium im Einkauf von Medizinprodukten und Arzneimitteln zu etablieren. Eine abteilungsuebergreifende Zusammenarbeit sowie die Digitalisierung (z. B. elektronische Patientenakte) werden laut Leitlinie unterstuetzt.

Ressourcen- und Energiemanagement

Es wird empfohlen, den Energieverbrauch zu erfassen und energieintensive Geraete zu identifizieren. Gemaess der Leitlinie ist der Einsatz von individuell angepassten, vorkonfektionierten Fertigsets sinnvoll. In Isolationszimmern wird eine maximal konservative Lagerhaltung empfohlen. Die Leitlinie spricht sich zudem fuer eSektive Recyclingplaene und den Einkauf wiederverwendbarer oder recycelbarer Medizinprodukte aus.

Labortestungen und Arzneimittel

Laut Leitlinie wird eine sinnvolle Laborteststrategie empfohlen, um Ressourcen einzusparen, beispielsweise durch den Verzicht auf taegliche Routine-Panels. Es wird die regelmaessige Durchfuehrung pharmazeutischer Reviews empfohlen, um Uebertherapien zu vermeiden und, sofern moeglich, von intravenoeser auf orale Therapie umzustellen.

Inhalative Sedierung

Die Indikation zur inhalativen Sedierung ist laut Leitlinie streng zu stellen. Es wird empfohlen, Sevofluran aufgrund der geringeren Klimawirkung gegenueber Isofluran fuer kurzzeitige Sedierungen (bis 72 Stunden) zu bevorzugen. Isofluran sollte wegen seines ozonschaedigenden ESekts nur unter strenger Indikation eingesetzt werden. Der Einsatz von Scavenger-Systemen (AuSangsystemen) wird empfohlen.

Blutprodukte und Hygiene

Die Etablierung eines Patient Blood Management (PBM) zur Vermeidung unnoetiger Transfusionen wird empfohlen. Im Bereich der Hygiene raet die Leitlinie zu einem strikt indikationsgerechten Einsatz von persoenlicher Schutzausruestung (PSA), Einmalhandschuhen und Mund-Nasen-Schutz, um den Ressourcenverbrauch zu minimieren.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Laut der AWMF S1-Leitlinie wird die Schutzwirkung von unsterilen Einmalhandschuhen haeufig ueberschaetzt. Es wird darauf hingewiesen, dass die hygienische Haendedesinfektion aus Sicht des Patientenschutzes in den meisten Faellen die ueberlegene Alternative darstellt und der Einsatz von Handschuhen strikt auf empfohlene Indikationen begrenzt werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut der AWMF S1-Leitlinie ist die Intensivmedizin ein CO2-Hotspot, der durch hohen Energie- und Materialverbrauch massgeblich zu den Treibhausgasemissionen des Gesundheitswesens beitraegt.

Die Leitlinie empfiehlt fuer kurzzeitige Sedierungen bis 72 Stunden die Bevorzugung von Sevofluran, da es im Vergleich zu Isofluran ein geringeres Treibhauspotenzial (Global Warming Potential) aufweist.

Gemaess der Leitlinie wird die Implementierung einer sinnvollen Laborteststrategie empfohlen, die beispielsweise taegliche Routine-Panels reduziert und Mindestintervalle fuer Wiederholungsuntersuchungen festlegt.

Es wird die Etablierung eines Patient Blood Management (PBM) empfohlen, um durch restriktive Transfusionsstrategien unnoetige Bluttransfusionen und die damit verbundenen CO2-Emissionen zu vermeiden.

Nein, laut Leitlinie soll der Maskentyp strikt der Indikation entsprechend gewaehlt werden, da eine FFP2-Maske eine bis zu fuenfmal hoehere CO2-Bilanz aufweist als ein herkoemmlicher Mund-Nasen-Schutz.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Nachhaltigkeit in der Intensiv- und Notfallmedizin (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien