Ambulant erworbene Pneumonie (CAP): AWMF S3-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die ambulant erworbene Pneumonie (CAP) stellt laut der AWMF S3-Leitlinie die häufigste zur Hospitalisierung führende Infektionserkrankung dar und ist unverändert mit einer erheblichen Morbidität und Letalität verbunden. Gemaess der Leitlinie wird die Erkrankung im Vergleich zu akuten kardiovaskulären Ereignissen prognostisch oft unterschätzt. Die Leitliniengruppe betont, dass die Reduktion der Krankenhausletalität ein grundlegendes Ziel ist. Ein besonderes Augenmerk liegt laut Expertenkonsens auf der frühzeitigen Bestimmung des Therapieziels, welches anhand von Funktionalität, Komorbidität und Prognose als kurativ oder palliativ festgelegt werden soll. Die Leitlinie grenzt die CAP klar von der nosokomialen Pneumonie (HAP) und der Pneumonie unter schwerer Immunsuppression ab. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Patienten, die innerhalb der letzten sechs Monate stationär behandelt wurden, individuell auf ein Risiko für multiresistente Erreger evaluiert werden sollen.

Empfehlungen

Die AWMF S3-Leitlinie empfiehlt zur Diagnosesicherung einer CAP im stationären Bereich zwingend eine thorakale Bildgebung, vorzugsweise eine Röntgenthoraxaufnahme in zwei Ebenen. Auch im ambulanten Bereich sollte laut Leitlinie eine bildgebende Sicherung angestrebt werden. Zur Risikostratifizierung und Entscheidung über das Behandlungssetting empfiehlt die Leitlinie den CRB-65-Score. Dieser bewertet Bewusstseinstrübung, Atemfrequenz (größer/gleich 30/min), Blutdruck (systolisch kleiner 90 mmHg oder diastolisch kleiner/gleich 60 mmHg) und Alter (größer/gleich 65 Jahre). Gemaess der Leitlinie sollen Patienten mit einem CRB-65-Score von 0, ausreichender Oxygenierung (SaO2 größer 92 Prozent) und ohne instabile Komorbiditäten ambulant behandelt werden (starke Empfehlung). Bei einer stationären Aufnahme wegen mittelschwerer oder schwerer Pneumonie wird eine mikrobiologische Diagnostik empfohlen, die mindestens zwei Blutkulturpärchen, einen Urin-Antigentest auf Legionellen und eine Sputumuntersuchung umfasst. Bei leichtgradigen, ambulant behandelten Pneumonien ist laut Leitlinie in der Regel keine Erregerdiagnostik erforderlich. Für Patienten mit schwerer Pneumonie, die als Notfall eingestuft werden (zum Beispiel bei Vorliegen von mehr als zwei Minorkriterien oder einem Majorkriterium), empfiehlt die Leitlinie eine sofortige Volumentherapie und die Einleitung einer adäquaten antimikrobiellen Therapie möglichst innerhalb von einer Stunde. Molekulare Multiplexverfahren sollen laut Expertenkonsens nicht routinemäßig eingesetzt werden, jedoch wird bei epidemiologischen Hinweisen eine Testung auf Influenza und SARS-CoV-2 empfohlen.

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💡Praxis-Tipp

Laut AWMF S3-Leitlinie sollte bei einer Entscheidung für eine ambulante Behandlung eine ärztliche Reevaluation nach 48 bis 72 Stunden erfolgen, da eine klinische Verschlechterung häufig in diesem Zeitfenster eintritt.

Häufig gestellte Fragen

Die AWMF S3-Leitlinie empfiehlt hierfür primär die ärztliche klinische Einschätzung, ergänzt durch den CRB-65-Score, die Messung der Oxygenierung und die Evaluation von potenziell instabilen Komorbiditäten.

Laut Leitlinie ist bei leichtgradigen, ambulant behandelten Pneumonien meist keine Diagnostik nötig. Bei hospitalisierten Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Pneumonie wird jedoch eine Diagnostik mittels Blutkulturen, Legionellen-Urintest und Sputum empfohlen.

Gemaess der Leitlinie gelten Patienten mit mehr als zwei Minorkriterien oder einem Majorkriterium (wie invasive Beatmung oder systemische Hypotension mit Vasopressorbedarf) als akuter Notfall, der ein umgehendes intensiviertes Management erfordert.

Nach aktueller Leitlinienempfehlung soll die Diagnose durch eine thorakale Bildgebung, in der Regel durch eine Röntgenthoraxaufnahme, gesichert werden. Alternativ kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Thoraxsonografie eingesetzt werden.

Die Leitlinie empfiehlt bei einem Notfall die umgehende Einleitung einer adäquaten antimikrobiellen Therapie, idealerweise innerhalb von einer Stunde nach Diagnosestellung und nach Abnahme von Blutkulturen.

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Quelle: Behandlung von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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