S3-Leitlinie: Nichtinvasive Beatmung (NIV) bei CHRI

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die chronische hyperkapnische respiratorische Insuffizienz (CHRI) entsteht laut der AWMF S3-Leitlinie durch eine Störung der Atempumpe (ventilatorische Insuffizienz), was zu einer verminderten CO2-Abgabe führt. Zu den Hauptursachen zählen die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), das Obesitas-Hypoventilations-Syndrom (OHS), neuromuskuläre Erkrankungen (NME) sowie thorakal-restriktive Erkrankungen (TRE). Die Leitlinie führt aus, dass die Diagnostik primär über eine Blutgasanalyse (BGA) zur Bestimmung des arteriellen oder kapillären PCO2 erfolgt. Eine maschinelle nichtinvasive Beatmung (NIV) zielt darauf ab, die Normokapnie wiederherzustellen, die Atemmuskulatur zu entlasten und dadurch die Lebensqualität sowie das Überleben der Patienten zu verbessern.

Empfehlungen

Gemäß der S3-Leitlinie umfassen die Kernempfehlungen folgende Punkte:

  • Für Patienten mit stabiler COPD und chronischer hyperkapnischer Insuffizienz wird die Langzeit-NIV empfohlen (starke Empfehlung).

  • Die Leitlinie rät zum Einsatz der NIV nach einem akuten hyperkapnischen Atemversagen bei COPD, sofern 14 Tage nach der Akutbeatmung weiterhin eine Hyperkapnie (PCO2 > 53 mmHg) besteht.

  • Die Titration der Beatmungseinstellungen sollte laut Expertenkonsens so erfolgen, dass der PaCO2-Wert auf unter 48 mmHg oder um mindestens 20 Prozent im Vergleich zum Ausgangswert gesenkt wird.

  • Für Patienten mit thorakal-restriktiven Erkrankungen (TRE) empfiehlt die Leitlinie die Einleitung der NIV unter poly(somno)graphischer Kontrolle.

  • Bei Vorliegen eines Obesitas-Hypoventilations-Syndroms (OHS) warnt die Leitlinie ausdrücklich vor einer alleinigen Sauerstofftherapie, da hierunter die Gefahr einer Aggravierung der Hyperkapnie besteht.

  • Ein Wechsel von CPAP auf NIV ist bei OHS laut Leitlinie indiziert, wenn nach drei Monaten weiterhin schlafbezogene Atmungsstörungen oder eine Hyperkapnie persistieren.

  • Bezüglich der Kontrolluntersuchungen empfiehlt die Fachgesellschaft eine Erstkontrolle nach 4 bis 8 Wochen. Bei klinischer Stabilität können weitere Kontrollen in Abständen von 6 bis 12 Monaten erfolgen.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie können die Einleitung und Kontrolle einer Langzeit-NIV auch im ambulanten Setting durchgeführt werden, sofern dies medizinisch vertretbar ist und eine Anbindung an ein spezialisiertes Beatmungszentrum besteht.

Häufig gestellte Fragen

Der Goldstandard zur Diagnostik ist laut AWMF S3-Leitlinie die blutgasanalytische Bestimmung des PCO2, idealerweise arteriell oder kapillär aus dem hyperämisierten Ohrläppchen.

Die Leitlinie definiert als oberstes Therapieziel die Senkung der Symptomlast und die Verbesserung der Lebensqualität durch eine Reduktion des PaCO2-Wertes auf unter 48 mmHg oder um mindestens 20 Prozent.

Gemäß der Leitlinie soll bei jedem Patienten mit einem BMI über 30 kg/m2 und mindestens einem Symptom einer chronischen respiratorischen Insuffizienz eine kapilläre Blutgasanalyse durchgeführt werden.

Die Leitlinie rät von einer Monotherapie mit Sauerstoff bei OHS ab, da hierdurch das Risiko einer Verschlechterung der Hyperkapnie besteht.

Nach aktueller Leitlinienempfehlung kann ein Auslassversuch erwogen werden, wenn bei geringer Therapienutzung eine Normokapnie vorliegt oder bei regelmäßiger Nutzung mit niedrigen Drücken eine Hypokapnie besteht.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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