Starke Opioide in der Palliativmedizin (NICE-Leitlinie)
Hintergrund
Schmerzen treten bei fortgeschrittenen und progredienten Erkrankungen häufig auf. Laut NICE-Leitlinie benötigen bis zu zwei Drittel der Krebspatienten starke Opioide zur Schmerzlinderung. Trotz einer besseren Verfügbarkeit dieser Medikamente werden Schmerzen in der Praxis oft unzureichend behandelt.
Die Leitlinie fokussiert sich auf die Erstlinientherapie mit starken Opioiden, was der dritten Stufe des WHO-Stufenschemas entspricht. Es wird betont, dass die Versorgung in den letzten zwei bis drei Lebenstagen von dieser spezifischen Leitlinie nicht abgedeckt wird.
Empfehlungen
Kommunikation und Aufklärung Die NICE-Leitlinie empfiehlt, Patienten gezielt nach Ängsten bezüglich Abhängigkeit, Toleranzentwicklung und Nebenwirkungen zu befragen. Es wird geraten, umfassende mündliche und schriftliche Informationen zur Therapie bereitzustellen, einschließlich Hinweisen zur sicheren Lagerung und zu Ansprechpartnern außerhalb der regulären Dienstzeiten.
Therapiebeginn und Erhaltung Gemäß der Leitlinie ist als Erstlinientherapie orales, retardiertes Morphin anzubieten. Transdermale Pflaster sollen laut Leitlinie nicht routinemäßig als erste Wahl eingesetzt werden, sofern eine orale Einnahme für den Patienten möglich ist.
Behandlung von Durchbruchschmerzen Für die Behandlung von Durchbruchschmerzen empfiehlt die Leitlinie orales, schnell freisetzendes Morphin. Von schnell wirksamem Fentanyl als Erstlinien-Bedarfsmedikation wird ausdrücklich abgeraten.
Alternative Applikationswege Wenn orale Opioide nicht geeignet sind, kann laut NICE-Leitlinie bei einem stabilen Analgetikabedarf ein transdermales Pflaster erwogen werden. Bei instabilem Bedarf wird die subkutane Gabe empfohlen. In beiden Fällen wird das Einholen fachärztlichen Rates angeraten.
Management von Nebenwirkungen Da Verstopfung fast alle Patienten betrifft, wird die routinemäßige Verschreibung von Laxanzien bei Beginn einer starken Opioidtherapie empfohlen. Bei anhaltender Übelkeit rät die Leitlinie zur Optimierung der antiemetischen Therapie, bevor ein Opioidwechsel in Betracht gezogen wird.
Dosierung
Die NICE-Leitlinie gibt spezifische Dosierungsempfehlungen für die Titrationsphase bei Patienten ohne renale oder hepatische Komorbiditäten. Bei mäßiger bis schwerer Nieren- oder Leberinsuffizienz wird vor der Verordnung das Einholen fachärztlichen Rates empfohlen.
| Medikament | Indikation | Empfohlene Dosis (laut Leitlinie) |
|---|---|---|
| Orales Morphin (retardiert) | Startdosis (Erhaltung) | 20 bis 30 mg Tagesgesamtdosis (z. B. 10 bis 15 mg zweimal täglich) |
| Orales Morphin (schnell freisetzend) | Durchbruchschmerzen (Rescue) | 5 mg pro Bedarfsdosis während der Titrationsphase |
Kontraindikationen
Die Leitlinie rät ausdrücklich davon ab, transdermale Pflaster routinemäßig als Erstlinientherapie einzusetzen, wenn orale Opioide für den Patienten geeignet sind. Ebenso wird davon abgeraten, schnell wirksames Fentanyl als erste Wahl für Durchbruchschmerzen anzubieten. Bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Nieren- oder Leberfunktionseinschränkung wird vor der Verschreibung starker Opioide die Konsultation eines Spezialisten gefordert.
💡Praxis-Tipp
Laut NICE-Leitlinie ist es wichtig, Patienten darauf hinzuweisen, dass leichte Schläfrigkeit und Übelkeit zu Beginn der Therapie oder bei Dosissteigerungen auftreten können, diese Symptome jedoch meist vorübergehend sind. Zudem wird empfohlen, Patienten über mögliche Einschränkungen der Fahrtüchtigkeit aufzuklären.
Häufig gestellte Fragen
Gemäß der NICE-Leitlinie wird orales, retardiertes Morphin als Erstlinientherapie für Patienten empfohlen, die starke Opioide benötigen.
Die Leitlinie empfiehlt den Einsatz von oralem, schnell freisetzendem Morphin als erste Wahl bei Durchbruchschmerzen.
Da fast alle Patienten von Verstopfung betroffen sind, wird die routinemäßige Verschreibung von Laxanzien direkt zu Beginn der Opioidtherapie empfohlen.
Laut Leitlinie können transdermale Pflaster erwogen werden, wenn orale Opioide nicht geeignet sind und der Analgetikabedarf des Patienten stabil ist.
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Quelle: NICE Guideline on Opioids in Palliative Care (NICE, 2016). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.