Diagnostik & Therapie exekutiver Dysfunktionen (AWMF)
Hintergrund
Exekutive Funktionen umfassen laut der S2e-Leitlinie integrative metakognitive Prozesse, die zur flexiblen Koordination mehrerer Subprozesse dienen, um ein definiertes Ziel zu erreichen. Dazu gehoeren unter anderem das Arbeitsgedaechtnis, die kognitive Flexibilitaet sowie das planerische Denken. Gemaess der AWMF-Leitlinie treten exekutive Dysfunktionen haeufig nach diffusen oder fokalen Hirnschaedigungen auf. Als typische neurologische Grunderkrankungen nennt der Expertenkonsens das Schaedel-Hirn-Trauma (SHT), zerebrovaskulaere Schaedigungen wie den Schlaganfall, extrapyramidale Erkrankungen wie Morbus Parkinson sowie entzuendliche Erkrankungen wie die Multiple Sklerose (MS). Die Leitlinie betont, dass gestoerten exekutiven Funktionen eine Schluesselrolle fuer den gesamten rehabilitativen Prozess zukommt, da sie massgeblich die Selbststaendigkeit im Alltag und die berufliche Wiedereingliederung beeinflussen.
Empfehlungen
Gemaess der AWMF-Leitlinie soll die Diagnostik exekutiver Dysfunktionen mindestens je ein Verfahren zum Arbeitsgedaechtnis, zum Monitoring, zur kognitiven Flexibilitaet sowie zum planerischen Denken umfassen. Da Patienten haeufig eine verminderte Krankheitseinsicht (Anosognosie) aufweisen, wird laut Leitlinie die Einbeziehung von Angehoerigen zur Fremdanamnese dringend empfohlen. Fuer die Therapie empfiehlt die Leitlinie ein spezifisch auf das jeweilige Defizit zugeschnittenes Vorgehen. Laut aktuellem Expertenkonsens erhaelt das kognitiv uebende Verfahren allgemein eine starke Empfehlung (Grad A). Ebenso stuft die Leitlinie das Training des Arbeitsgedaechtnisses, Therapieansaetze zum planerischen Denken, kombinierte kognitive Trainingsverfahren sowie das Goal Management Training (GMT) mit einer starken Empfehlung (Grad A) ein. Fuer das Problemloesetraining und Impulskontroll-Trainingsverfahren wird eine Empfehlung vom Grad B ausgesprochen. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass kognitive Verfahren besonders bei Patienten mit kognitiven Defiziten ohne starke Verhaltensauffaelligkeiten eingesetzt werden sollen. Fuer Patienten, bei denen Verhaltensauffaelligkeiten im Vordergrund stehen, empfiehlt die Leitlinie Ansaetze des Verhaltensmanagements. Eine therapeutische Supervision wird als notwendig erachtet, um strukturierend und motivierend eingreifen zu koennen.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist exekutiven Dysfunktionen im Rahmen der Fahreignungsdiagnostik besondere Beachtung zu schenken, wobei neben Reaktionszeiten vor allem Fehlreaktionen und Auslassungen beruecksichtigt werden sollen.
Häufig gestellte Fragen
Die AWMF-Leitlinie empfiehlt eine gezielte Untersuchung, wenn Patienten die Faehigkeit verlieren, in neuen Situationen adaequat zu reagieren, stereotypes Verhalten zeigen oder die Faehigkeit zum Multitasking eingeschraenkt ist.
Laut Leitlinie sind Angehoerige eine zentrale Informationsquelle, da Patienten mit exekutiven Dysfunktionen haeufig ein vermindertes Stoerungsbewusstsein aufweisen und Diskrepanzen zwischen Selbst- und Fremdeinschaetzung diagnostisch wegweisend sind.
Gemaess der Leitlinie haben sich bei im Vordergrund stehenden Verhaltensauffaelligkeiten Ansaetze des Verhaltensmanagements bewaehrt, wobei insbesondere das Goal Management Training (GMT) eine starke Empfehlung erhaelt.
Nach aktueller Leitlinienempfehlung kann aufgrund der Heterogenitaet der untersuchten Substanzen und Krankheitsbilder derzeit keine generelle Empfehlung fuer pharmakologische Interventionen ausgesprochen werden.
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Quelle: Diagnostik und Therapie von exekutiven Dysfunktionen bei neurologischen Erkrankungen (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.