Diagnostik & Therapie von Gedächtnisstörungen | AWMF
Hintergrund
Die AWMF S2e-Leitlinie befasst sich mit der Diagnostik und Therapie von Gedächtnisstörungen nach erworbener Hirnschädigung bei erwachsenen Patienten. Laut Leitlinie treten diese Störungen häufig infolge neurologischer Erkrankungen wie Schädel-Hirn-Traumata, zerebrovaskulären Erkrankungen (Schlaganfall), Multipler Sklerose, Enzephalitiden oder chronischem Alkoholmissbrauch (Korsakow-Syndrom) auf. Ausdrücklich ausgenommen sind laut Quelltext kindliche Entwicklungsstörungen, Demenzerkrankungen, die transiente globale Amnesie sowie psychiatrische Erkrankungen. Gemäß dem Expertenkonsens ist das Ziel der Rehabilitation, die Auswirkungen der Gedächtnisstörungen im Alltag zu kompensieren und die gesellschaftliche sowie berufliche Teilhabe der Betroffenen zu verbessern.
Empfehlungen
Die AWMF-Leitlinie unterteilt ihre Empfehlungen in Diagnostik und stadiengerechte Therapie. * Diagnostik: Klagen Patienten oder Angehörige über relevante Gedächtnisstörungen, sollte laut Leitlinie eine orientierende Untersuchung mit standardisierten psychometrischen Verfahren erfolgen. Bei Läsionen in gedächtnisrelevanten Hirnstrukturen wird eine neuropsychologische Untersuchung auch ohne subjektive Klagen empfohlen, insbesondere bei geplanter beruflicher Wiedereingliederung. Zur Basisdiagnostik gehören gemäß Leitlinie die Prüfung von Orientierung, verbalen und figuralen Merkspannen, Arbeitsgedächtnis sowie Lernparadigmen mit verzögertem Abruf. * Therapie bei leichten bis mittelschweren Störungen: Die Leitlinie empfiehlt ein spezifisches funktions- oder strategieorientiertes kognitives Training (Empfehlungsgrad A). Die Wirksamkeit hängt von der Trainingshäufigkeit ab, wobei mindestens 10 Sitzungen als gute klinische Praxis gelten (Empfehlungsgrad C). Elektronische Erinnerungshilfen wie Smartphone-Kalender sollen als Kompensationsstrategie einbezogen werden (Empfehlungsgrad A). * Therapie bei schwerer Amnesie: Für ein funktionsorientiertes Training kann laut Expertenkonsens aufgrund fehlender Wirksamkeitsnachweise keine Empfehlung ausgesprochen werden. Stattdessen sollte der Fokus auf dem Erlernen von Kompensationsstrategien liegen. Zum Erlernen von domänenspezifischem Wissen und Alltagsroutinen wird ein fehlerarmes Lernen (Errorless Learning) in Kombination mit einem aktiven Abruf in größer werdenden Intervallen (Spaced Retrieval) empfohlen (Empfehlungsgrad B).
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie sollen elektronische Erinnerungshilfen wie Smartphones in die Therapie einbezogen werden, wobei die Patienten und Angehörigen zwingend über Datensicherheit und Datenschutz aufgeklärt werden sollen.
Häufig gestellte Fragen
Die AWMF-Leitlinie empfiehlt eine Untersuchung, wenn Patienten oder Angehörige über relevante Gedächtnisstörungen im Alltag klagen oder wenn Läsionen in gedächtnisrelevanten Hirnstrukturen vorliegen.
Laut Leitlinie kann für Patienten mit schwerer globaler Amnesie keine Empfehlung für ein funktionsorientiertes Gedächtnistraining ausgesprochen werden. Der Fokus sollte stattdessen auf Kompensationsstrategien liegen.
Gemäß der Leitlinie hängt die Wirksamkeit von der Trainingshäufigkeit ab. Es wird als gute klinische Praxis eingestuft, mindestens 10 Sitzungen durchzuführen.
Nach aktueller Leitlinienempfehlung handelt es sich dabei um eine Methode für Patienten mit schwerer Amnesie, bei der Fehler durch eindeutige Hinweise möglichst vermieden werden, um domänenspezifisches Wissen und Alltagsroutinen zu erlernen.
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Quelle: Diagnostik und Therapie von Gedächtnisstörungen bei neurologischen Erkrankungen (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.