Advanced Life Support (ALS): ERC-Leitlinie 2021
Hintergrund
Der Advanced Life Support (ALS) umfasst erweiterte Massnahmen der Reanimation bei einem innerklinischen (IHCA) oder ausserklinischen Herzstillstand (OHCA). Laut der ERC-Leitlinie 2021 ist die Praevention ein zentraler Baustein, da einem Herzstillstand haeufig eine physiologische Verschlechterung vorausgeht. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit von Early Warning Scores (wie NEWS2) und medizinischen Notfallteams zur fruehzeitigen Erkennung kritisch kranker Patienten. Bei jungen Patienten wird der ploetzliche Herztod haeufig durch angeborene Herzerkrankungen oder Kardiomyopathien verursacht, weshalb die Leitlinie bei Warnsymptomen wie Synkopen eine fruehzeitige kardiologische Abklaerung empfiehlt.
Empfehlungen
Die ERC-Leitlinie 2021 definiert klare Algorithmen fuer die Durchfuehrung des Advanced Life Support.
Defibrillation und Herzdruckmassage
Gemaess der Leitlinie haben qualitativ hochwertige Thoraxkompressionen mit minimalen Unterbrechungen hoechste Prioritaet. Es wird empfohlen, die Pausen vor und nach der Schockabgabe auf unter 5 Sekunden zu minimieren. Laut ERC-Leitlinie soll bei Kammerflimmern oder pulsloser ventrikulaerer Tachykardie ein einzelner Schock (biphasisch, mindestens 150 Joule) abgegeben und die Herzdruckmassage sofort fortgesetzt werden.
Atemwegssicherung
Die Leitlinie empfiehlt ein stufenweises Vorgehen. Eine endotracheale Intubation wird laut Expertenkonsens nur empfohlen, wenn der Anwender eine Erfolgsquote von ueber 95 Prozent aufweist. Andernfalls wird die Verwendung einer supraglottischen Atemwegshilfe oder die Beutel-Masken-Beatmung empfohlen. Die kontinuierliche Kapnografie wird zur Lagekontrolle des Tubus und zur Ueberwachung der Reanimationsqualitaet stark empfohlen.
Medikamentoese Therapie
Laut Leitlinie wird Adrenalin (1 mg) bei nicht-schockbaren Rhythmen so frueh wie moeglich und bei schockbaren Rhythmen nach dem dritten erfolglosen Schock verabreicht. Amiodaron (300 mg) wird gemaess den Empfehlungen nach dem dritten Schock bei persistierendem Kammerflimmern gegeben.
Ultraschall
Point-of-Care-Ultraschall kann laut Leitlinie zur Diagnostik reversibler Ursachen eingesetzt werden, darf aber nicht zu Unterbrechungen der Herzdruckmassage fuehren.
Kontraindikationen
Die ERC-Leitlinie warnt vor der Gabe von Atropin bei Patienten mit Herztransplantaten. Laut Leitlinie kann Atropin in dieser Patientengruppe einen hochgradigen AV-Block oder einen Sinusarrest ausloesen. Stattdessen wird in diesen Faellen die Gabe von Aminophyllin empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Laut ERC-Leitlinie ist die kontinuierliche Wellenform-Kapnografie ein wichtiges Instrument zur Ueberwachung der Reanimationsqualitaet; jedoch wird davor gewarnt, einen niedrigen ETCO2-Wert als alleiniges Kriterium fuer den Abbruch der Reanimationsbemuehungen heranzuziehen.
Häufig gestellte Fragen
Die ERC-Leitlinie empfiehlt die Gabe von 1 mg Adrenalin bei einem nicht-schockbaren Rhythmus so frueh wie moeglich. Bei einem schockbaren Rhythmus erfolgt die Gabe laut Leitlinie nach dem dritten erfolglosen Defibrillationsversuch.
Gemaess der Leitlinie wird ein stufenweises Vorgehen empfohlen. Die endotracheale Intubation soll nur von Anwendern mit einer hohen Erfolgsquote (ueber 95 Prozent) durchgefuehrt werden; ansonsten wird eine supraglottische Atemwegshilfe empfohlen.
Laut ERC-Leitlinie sollen die Unterbrechungen der Thoraxkompressionen fuer die Rhythmusanalyse und Schockabgabe auf ein absolutes Minimum von unter 5 Sekunden beschraenkt werden.
Die Leitlinie beschreibt, dass Point-of-Care-Ultraschall durch erfahrene Anwender zur Identifikation reversibler Ursachen genutzt werden kann, sofern dies keine zusaetzlichen Pausen der Herzdruckmassage verursacht.
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Quelle: ERC 2021: Advanced Life Support (ERC, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.