Bakterielle Meningitis Initialtherapie: PEG S2k-Leitlinie
Hintergrund
Die akute bakterielle Meningitis ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die durch Fieber, Kopfschmerzen und Meningismus gekennzeichnet ist. Laut der S2k-Leitlinie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft (PEG) erfordert sie einen sofortigen Beginn der antimikrobiellen Behandlung, um Mortalitäts- und Invaliditätsraten zu senken.
Zu den häufigsten Erregern der ambulant erworbenen Form zählen Meningokokken und Pneumokokken, seltener Haemophilus influenzae, Listerien und Mycobacterium tuberculosis. Bei nosokomialen Infektionen, nach Operationen oder bei Immunsuppression können auch Staphylokokken, Enterobakterien und Pseudomonaden ursächlich sein.
Eine fortgeleitete Meningitis durch kraniofaziale Infektionen wird vorwiegend von Pneumokokken und anderen Streptokokken verursacht. Subakute oder chronische Verläufe werden laut Leitlinie insbesondere durch Mykobakterien, Pilze oder Treponema pallidum hervorgerufen.
Dosierungen & Fachinformationen
Für verifizierte Fachkreis-Angehörige (HWG §10)
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt als kalkulierte Initialtherapie eine Kombination aus einem Cephalosporin der Gruppe 3a und Ampicillin. Das Ampicillin wird explizit zur Abdeckung von Listerien hinzugefügt.
Es wird empfohlen, Dexamethason als Initialtherapie bei erwachsenen Patienten mit Verdacht auf bakterielle Meningitis parallel zur ersten Antibiotikagabe zu verabreichen. Bei nosokomialen Meningitiden oder immunsupprimierten Patienten wird diese adjuvante Therapie jedoch nicht empfohlen.
Laut Leitlinie soll die Behandlungsdauer bei einer durch Streptococcus pneumoniae verursachten Meningitis nicht weniger als zehn Tage betragen. Fieber oder eine anhaltende Pleozytose im sterilen Liquor sind dabei kein Grund für eine Therapieverlängerung.
Typisch ist laut Leitlinie eine granulozytäre Pleozytose von über 1.000 Zellen/µl sowie ein erhöhtes Liquor-Eiweiß über 100 mg/dl. Zudem weisen ein Liquor-Laktat über 3,5 mmol/l und ein Liquor-Serum-Glucose-Quotient unter 0,3 auf eine bakterielle Genese hin.
Es wird eine antimikrobielle Prophylaxe für enge Kontaktpersonen von Patienten mit in Deutschland erworbener Meningokokken-Meningitis empfohlen. Diese sollte bis zu 10 Tage nach dem letzten Patientenkontakt mit Ciprofloxacin, Rifampicin oder Ceftriaxon erfolgen.
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Quelle: PEG S2k Kalkulierte parenterale Initialtherapie - Bakterielle Meningitis (PEG). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.