Gastrointestinale Infektionen: PEG-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: PEG|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Bakterielle gastrointestinale Infektionen gehören weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Die Leitlinie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft (PEG) beschreibt, dass die überwiegende Mehrzahl der Durchfallerkrankungen infektiös bedingt ist.

Häufige bakterielle Erreger sind Enterobakterien, Campylobacter, Salmonellen sowie toxinbildende Stämme wie Staphylococcus aureus. In den letzten Jahren verzeichnet die Leitlinie eine deutliche Zunahme von schweren Kolitiden durch Clostridium difficile, insbesondere bei älteren Menschen.

Die Übertragung erfolgt meist durch kontaminierte Lebensmittel oder Trinkwasser. Eine nosokomiale Übertragung sowie der Selektionsdruck durch Antibiotika spielen besonders bei Clostridium difficile eine zentrale Rolle für die Verbreitung.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das klinische Management:

Diagnostik

Für eine aussagekräftige mikrobiologische Diagnostik wird die zeitnahe Untersuchung von zwei bis drei Löffeln Stuhl empfohlen. Die Leitlinie betont, dass eine einzelne negative Stuhlprobe relevante Erreger nicht sicher ausschließt.

Bei Verdacht auf Clostridium difficile wird eine Kombination aus dem direkten Nachweis der Toxine A und/oder B sowie einem GDH-Schnelltest empfohlen.

Allgemeine Therapieprinzipien

Die Basis der Behandlung stellt der Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten dar. Eine routinemäßige kalkulierte antimikrobielle Therapie ist laut Leitlinie nicht indiziert.

Insbesondere Lebensmittelvergiftungen durch Enterotoxin-bildende Erreger wie Staphylococcus aureus oder Bacillus cereus bedürfen keiner Antibiotikatherapie. Die Behandlung erfolgt hier rein symptomatisch.

Indikationen zur Antibiotikatherapie

Eine Antibiotikatherapie wird bei Hinweisen auf eine invasive Infektion oder bei Vorliegen von Risikofaktoren empfohlen. Als klinische Zeichen für eine invasive Infektion nennt die Leitlinie:

  • Blut- und Schleimbeimengungen im Stuhl

  • Fieber über 38,5 °C

  • Deutliche Reduktion des Allgemeinzustandes

  • Hohe laborchemische Entzündungsparameter

Für die kalkulierte empirische Therapie werden Azithromycin, Ciprofloxacin oder intravenöses Cefotaxim beziehungsweise Ceftriaxon empfohlen.

Bei Infektionen durch enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) mit extraintestinaler oder generalisierter Form gelten Carbapeneme wie Meropenem als Mittel der ersten Wahl.

Management von Clostridium difficile

Bei Nachweis einer toxigenen Clostridium-difficile-Infektion (CDI) sollte eine laufende, auslösende Antibiotikatherapie wenn möglich beendet oder gewechselt werden. Die spezifische Therapie richtet sich nach dem Schweregrad und dem Rezidivrisiko.

Für die Beurteilung eines schweren Verlaufs einer CDI definiert die Leitlinie folgende Parameter:

  • Fieber über 38,5 °C

  • Leukozytose über 15.000/µl oder Linksverschiebung über 20 %

  • Hypalbuminämie unter 30 g/l

  • Kreatinin-Anstieg über 50 % des Ausgangswertes

  • Laktaterhöhung von mindestens 5 mmol/l

  • Alter über 65 Jahre

Die medikamentöse Therapie der CDI wird wie folgt empfohlen:

Schweregrad / IndikationEmpfohlene Therapie
Leichte bis moderate Verläufe (ohne Risikofaktoren)Metronidazol (oral)
Schwere Verläufe oder moderate Verläufe mit RisikofaktorenVancomycin
Rezidiv oder hohes Rezidivrisiko (z.B. Alter >65 Jahre)Fidaxomicin

Der fäkale Mikrobiomtransfer (FMT) zeigt in Studien hohe Erfolgsquoten bei rezidivierender CDI. Da die Evidenz für eine Standardtherapie jedoch noch nicht ausreicht, kann hierfür aktuell keine generelle Empfehlung ausgesprochen werden.

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor dem Einsatz von Ciprofloxacin bei EHEC-Infektionen, da hierbei eine signifikant erhöhte Toxin-Produktion festgestellt wurde.

Bei einer nachgewiesenen Clostridium-difficile-Infektion wird empfohlen, kolitogene Substanzen wie Cephalosporine der Gruppen 2 bis 4, Clindamycin, Fluorchinolone und Carbapeneme zu vermeiden.

Zudem wird vom therapeutischen Einsatz von Probiotika zur Behandlung der akuten infektiösen Gastroenteritis abgeraten, da hierfür keine ausreichende Evidenz vorliegt.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist der unkritische Einsatz von Antibiotika bei unkomplizierten Durchfallerkrankungen. Die Leitlinie betont, dass bei Lebensmittelvergiftungen durch Toxinbildner rein symptomatisch mit Flüssigkeitssubstitution behandelt wird. Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine einzelne negative Stuhlprobe eine infektiöse Ursache nicht sicher ausschließt.

Häufig gestellte Fragen

Eine Antibiotikatherapie wird bei Hinweisen auf eine invasive Infektion, wie blutigen Stühlen oder hohem Fieber, empfohlen. Auch bei Risikopatienten mit Immunsuppression oder Multimorbidität ist laut Leitlinie eine antiinfektive Therapie indiziert.

Für die kalkulierte Initialtherapie empfiehlt die Leitlinie Azithromycin, Ciprofloxacin oder die intravenöse Gabe von Cefotaxim beziehungsweise Ceftriaxon.

Bei leichten bis moderaten Verläufen ohne Risikofaktoren für einen schweren Verlauf ist die orale Gabe von Metronidazol die Therapie der Wahl.

Zur Behandlung eines Rezidivs oder bei Patienten mit hohem Rezidivrisiko wird laut Leitlinie primär Fidaxomicin empfohlen.

Die Leitlinie spricht keine Empfehlung für Probiotika zur Therapie der akuten infektiösen Gastroenteritis aus. Sie können jedoch unterstützend bei Antibiotika-assoziierter Diarrhoe eingesetzt werden.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: PEG S2k Kalkulierte parenterale Initialtherapie - Gastrointestinale Infektionen (PEG). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.

Verwandte Leitlinien